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Krefeld
Sperrung Westwall: CDU maßregelt Planungsdezernent Martin Linne

Krefeld. Die Grünen widersprechen der CDU und folgen den Vorschlägen der Stadtverwaltung für einen verkehrsberuhigten Josef-Beuys-Platz.

Für die CDU ist offenbar schon vor der Beratung über die Verkehrsführung am Kaiser-Wilhelm-Museum alles klar. Ihre Haltung steht fest und scheint unveränderbar. Mit heftiger Kritik reagierte Ratsherr Manfred Läckes, verkehrspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, auf die Vorgehensweise von Bau- und Planungsdezernent Martin Linne. Der hatte die Position der Verwaltung vor dem Hintergrund der Verkehrszählung am Museum, auf dem Westwall und auf den umliegenden Straßen in Sachen Verkehrsführung erläutert (wir berichteten).

"Mit missionarischem Eifer und mit vermeintlich besseren Argumenten versucht Beigeordneter Martin Linne die Bürger sowie die Politik eines Besseren zu belehren", ereifert sich Läckes. Die "Belehrungen des Beigeordneten" führten jedoch nicht zum Besseren, sondern eher zu einer Verschlechterung der Lebensbedingungen der Menschen, "die für uns und unsere Entscheidung im Mittelpunkt stehen". Gleichzeitig weist der CDU-Politiker den städtischen Bau- und Planungsdezernenten in die Schranken: "Der städtische Beigeordnete darf zwar Vorschläge für die Verkehrsführung auf dem Westwall unterbreiten. Die Entscheidung darüber treffen jedoch die zuständigen Gremien des Rates der Stadt und die Bezirksvertretung Krefeld-Mitte nach bestem Wissen und Gewissen sowie unter Berücksichtigung der berechtigten Belange und der begründeten Interessen der Bürger. Da helfen auch fragwürdige und zeitlich überholte Verkehrsuntersuchungen oder bestellte Gutachter und Gutachten nicht weiter." Für die CDU bekräftigt Läckes die "ablehnende Haltung gegen eine Sperrung des Westwalls im Bereich des Kaiser Wilhelm-Museum und den in diesem Zusammenhang geplanten Umleitungsverkehr". Vielmehr könne die Fahrspur am Museum bei einer späteren Platzgestaltung "temporeduziert" in die Gestaltung eingebunden werden.

Ganz anders sehen das die Grünen: Mit der Bekanntgabe der Ergebnisse der Verkehrszählungen rund um das Kaiser-Wilhelm-Museum und den Recherchen zur Historie des Platzes hofft die kulturpolitische Sprecherin der Grünen, Heidi Matthias, dass der östlichen Sperrung des Josef-Beuys-Platzes künftig nichts mehr im Wege steht. Hintergrund: Wie berichtet hatte die Verwaltung vorgeschlagen, den Platz vor dem Museum weiterhin für den Verkehr zu sperren und die Umleitung beizubehalten.

"Offenbar hat die einseitige Sperrung keine nennenswerte Verkehrsproblematik ausgelöst, und die Mehrbelastung der von der neuen Verkehrsführung betroffenen Anwohner ist wesentlich geringer, als bisher aus CDU-Kreisen gemutmaßt wurde", erklärte dazu die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Heidi Matthias. Außerdem müssten all jene Kritiker, die durch die Verkehrsberuhigung die Zerstörung des historischen Vagedes-Plans heraufbeschworen hätten, nun auch die Recherchen zur Historie des Platzes an dieser Stelle zur Kenntnis nehmen. Schon immer habe es dort den Karlsplatz gegeben, damals aber höchstens von Kutschen befahren, so die Grüne.

"Nachdem sich das KWM nach seiner Sanierung wieder zu den Top-Museen in NRW zählen kann, sollten wir alles daran setzen, das Gebäude in eine angemessene, repräsentative Umgebung einzubetten", so Matthias weiter. Diese stehe ihm nämlich endlich zu. "Es wäre ein großer Fehler, wenn das Eingangsportal vom neu geschaffenen Josef-Beuys-Platz durch den Autoverkehr abgeschnitten würde", meint Heidi Matthias.

(sti)
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