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6:0 - das gab's beim HTC Blau-Weiß noch nie

Lokalsport: 6:0 - das gab's beim HTC Blau-Weiß noch nie
Krefelds Teamchef Olaf Merkel (links außen) applaudiert bei der Vorstellung seines Teams in Mannheim. Spitzenspieler Joao Souza winkt ins Publikum, als der Stadionsprecher seinen Namen vorliest. FOTO: Michael Rufler/X-I-P.org
Bundesliga. Tennis: Zum ersten Mal in seiner über 20-jährigen Bundesliga-Geschichte hat der Krefelder Club in einem Spiel alle Matches gewonnen. Überhaupt läuft die Saison bislang ausgesprochen positiv. Mit mehr Glück wäre Krefeld jetzt Erster. Von Oliver Schaulandt

Olaf Merkel hatte es schon der dem Beginn der Saison in der Tennis-Bundesliga prophezeit: "So einen starken Kader wie diesmal hatten wir bislang noch nie zusammen", hatte der Teamchef des HTC Blau-Weiß Krefeld schon vor dem allerersten Aufschlag angekündigt, auch wenn einmal mehr das Saisonziel "Ligaverbleib - so schnell wie möglich" heißt. Und auch die Konkurrenz hatte sich im Vorfeld schon mit großem Respekt gegenüber den Krefeldern geäußert. "Krefeld ist sehr stark aufgestellt und könnte zum Stolperstein für jeden in der Liga werden", so hatte die Deutsche Tenniszeitung, die offizielle Zeitschrift des Deutschen Tennis-Bundes (DTB), im großen Vorbericht auf die Spielzeit Halles Teamchef Thorsten Liebich zitiert.

In der Tat scheint die Lust aufs Tennis beim HTC und seinen Fans neu erwacht zu sein. Krefeld steht nach drei Spieltagen auf dem vierten Tabellenplatz. Und es hätte durchaus schon mehr sein können, theoretisch zumindest wäre auch der ganz große Wurf schon drin gewesen. Zum Auftakt, gegen den Aufsteiger Kölner THC Stadion Rot-Weiß gab's beim 3:3 nur deshalb eine Punkteteilung, weil sowohl das Spitzeneinzel (gespielt vom Brasilianer Joao Souza) sowie das zweite Doppel (Paolo Lorenzi mit Luca Vanni) im Champions-Tiebreak verloren gingen - wer selbst Tennis spielt, der weiß, mit wie viel Glück es in dieser Kurzform des Entscheidungssatzes bisweilen zugehen kann.

Auch in der zweiten Partie, gegen den Meisterschaftsmitfavoriten TK Kurhaus Lambertz Aachen, hätte Blau-Weiß der Sieger sein können - zumindest aber wäre ein Punkt drin gewesen. Diesmal gingen drei Spiele im Champions-Tiebreak verloren. Die ärgerlichste Niederlage ereilte dabei erneut Souza, der im Südamerika-Duell gegen den Uruguayer Pablo Cuevas mit 13:15 im Entscheidungssatz unterlag und dabei gleich drei Matchbälle nicht nutzte. Ein winziges Pünktchen am richtigen Moment mehr - Blau-Weiß hätte zumindest einen Punkt geholt, und mit mehr Glück wäre vielleicht sogar ein Sieg drin gewesen. Immerhin gab es an diesem Tag den ersten Rekord der blau-weißen Bundesliga-Geschichte zu vermelden: 1600 Zuschauer fanden sich zu diesem Spiel auf der Anlage im Stadtwald ein - so viele gab es noch nie zuvor in über 20 Jahren Bundesliga-Zugehörigkeit.

Am Sonntag dann setzte der HTC dem Ganzen noch die vorläufige Krone auf. Mit 6:0 fegten die "Krefelder" den deutlich stärker erwarteten TK Grün-Weiß Mannheim vom Court. "Es hat heute alles gepasst. Natürlich kam in den entscheidenden Momenten auch das nötige Glück hinzu", sagte Jürgen Melzer. Alle vier Einzel und beide Doppel gewonnen - auch das gab es noch in der Krefelder Bundesliga-Historie. "Ein schöneres Tennis-Wochenende habe ich noch nicht erlebt", sagte Hajo Ploenes, der selbst einst Bundesliga-Spieler war und seit 1981 dem Stadtwaldclub als Präsident vorsteht.

Am kommenden Sonntag geht es nun um 11 Uhr mit dem nächsten Heimspiel weiter. Gegner dann ist der Gladbacher HTC. Mal schauen, ob dann im Lokalderby ein weiterer Rekord purzelt.

Quelle: RP
 
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