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Lokalsport
Aline Focken - zurück aus Aserbaidschan

Lokalsport: Aline Focken - zurück aus Aserbaidschan
Aline Focken wurde 2014 Weltmeisterin im Ringen in der Gewichtsklasse bis 69 Kilo. Jetzt peilt sie Gold bei Olympia in Rio 2016 an. FOTO: Thomas Lammertz
Ringen. Die Krefelder Ringerin gewann bei den Europaspielen in Baku die Bronzemedaille. Jetzt geht es in die Vorbereitung auf die WM in Las Vegas. Dort will die 24-Jährige erneut Weltmeisterin werden. Von Oliver Schaulandt

Aline Focken lebt in diesen Tagen ziemlich aus dem Koffer. Noch vor ein paar Tagen war die Weltmeisterin im Ringen in der Klasse bis 69 Kilogramm in Aserbaidschans Hauptstadt Baku. Dort werden derzeit noch die ersten Europaspiele ausgetragen, die das europäische Gegenstück zu den Kontinentalspielen in Amerika bilden sollen. Von dort aus ging es zurück nach Deutschland, zunächst ein paar Tage in den Schwarzwald, dann ein wenig in ihre Heimat Krefeld, am Montag dann nach Freiburg zu einem nationalen Lehrgang und anschließend weiter nach Spanien und Polen, um dort mit Gegnern von internationalem Kaliber zu trainieren.

Die intensive Vorbereitung ist auch notwendig. Denn im September geht es nach Las Vegas. In der Glücksspielmetropole mitten in der Wüste steht die Titelverteidigung ihres Weltmeistergürtels an, den die 24-Jährige im vergangenen Jahr errungen hat - und gleichzeitig ist das Turnier auch die Qualifikationsmöglichkeit für die Olympischen Spiele in Rio 2016. "Olympia ist mein großer Traum, schon seitdem ich fünf Jahre alt bin", erzählt Aline Focken. Und ort möchte sie auch Medaille gewinnen, am liebsten natürlich die Goldene. "Die Aussichten dazu sind gar nicht so schlecht, wenn ich die Qualifikation erst einmal geschafft habe. Denn in Rio sind 16 Ringerinnen in meiner Gewichtsklasse am Start, da ist also alles drin", sagt sie.

Helfen soll ihr dabei auch die Teilnahme an den ob des Vorwurfes von Menschenrechtsverletzungen im Gastgeberland nicht unumstrittenen Europaspielen in Baku, von wo aus sie mit der Bronzemedaille im Gepäck zurück nach Krefeld gekommen ist. "Dort zu ringen ist ein unvergessliches Erlebnis", erzählt Aline Focken. Ringen genießt in Aserbaidschan einen ähnlich hohen Stellenwert wie hierzulande der Fußball, und dementsprechend war die Stimmung dort vor Ort. "Beim Frauenringen sind normalerweise weniger Zuschauer als bei den Männern. Jetzt waren 12 000 Menschen in der Halle, das war ein unfassbares Ereignis", erzählt sie. "Die Kämpfe sind sogar auf riesige Leinwände übertragen worden, die Begeisterung ist einfach gigantisch." In Las Vegas verspricht es, ähnlich zu werden: Die 15 000 Zuschauer fassende Halle war binnen zwei Tagen ausverkauft.

Von Baku selbst hat die Krefelderin nur wenig mitbekommen. "Die Sportstätten sind auf dem neuesten Stand, das Sportlerdorf war einfach nur top. Aber wenn man außerhalb dieser Grenze hinschaut, dann sieht man doch ein ziemliches Ungleichgewicht", schildert sie. Viel Zeit allerdings blieb eh nicht, um sich die Gegen anzuschauen. Vor dem Wettkampf gilt die volle Konzentration schließlich den Gegnerinnen, nah dem Wettkampf ging es noch in der Nacht unmittelbar wieder zurück nach Deutschland. "Wir sind um vier Uhr morgens schon abgeholt worden und zum Flughafen gefahren", erzählt Aline Focken. Das wird in Rio anders sein, dort dürfen die Athleten in der Regel auch nach ihren Wettkämpfen noch weiter im Olympischen Dort wohnen.

Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg, der erst einmal gemeistert werden muss. Immerhin bekommt sie seit neuestem Unterstützung von einem Pool aus Krefelder Unternehmen: Das Autohaus Tölke und Fischer, die Krefelder Wohnstätte (die demnächst auch eine Kooperation mit Fockens Heimatverein KSV Germania bekannt geben wird), die Gebrüder Kickartz, die Malteser vom St. Josefshospital und Chempark Currenta unterstützen sie auch finanziell. Gestern erhielt sie beispielsweise die Schlüssel zu einem Auto mit dem schönen Kennzeichen "KR-IO 2016" überreicht, mit dem sie nun zu ihren Trainingsstätten nach Dormagen, Neuss und Krefeld fahren kann - um dann vielleicht im kommenden Jahr die Goldmedaille mit nach Krefeld zu bringen. Allerdings hätte dies auch einen Nachteil: "Wir haben jetzt zuhause eine neue Vitrine gekauft, damit meine ganzen Pokale und Trophäen hineinpassen", sagt Aline Focken und lacht.

Quelle: RP
 
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