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Handball
Bayer stürzt Tabellenführer

In einem packenden Lokalderby bezwang der SC Bayer Uerdingen den OSC Rheinhausen mit 34:30 und verließ damit wieder die Abstiegsplätze. Bester Spieler war Kreisläufer Tobias Reich mit sieben Toren. Von Christoph Baumeister

Als 80 Sekunden vor dem Ende das letzte Aufbäumen des OSC mit einem Pfostenkracher beendet war, sprangen die Uerdinger Reservisten auf und klatschten sich jubelnd ab. Spielertrainer Jörg Förderer ballte – auf dem Hallenparkett stehend – die Faust und brüllte seine Freude heraus.

Tolle Energieleistung

Mit einer wahren Energieleistung und dank toller Moral rang sein Team Tabellenführer OSC Rheinhausen mit 34:30 (15:16) nieder und kletterte damit wieder auf einen Nicht-Abstiegsplatz. "Hut ab vor meinen Jungs. Wir haben uns trotz der Rückstands nie aus der Ruhe bringen lassen und haben unser Spiel durchgezogen", so der Coach.

Noch bis zum 20:23 in der 42. Minute sah es nicht so aus, als könnten die Hausherren den Spitzenreiter stürzen. Zu abgeklärt traten die Gäste vor allem offensiv auf. "Sie spielen einen unheimlich guten Ball. Ihre Rückraumschützen haben alle einen enormen Zug um Tor. Man darf keinen von ihnen vernachlässigen", zollte Förderer dem Gegner viel Respekt. Doch seine Mannschaft steckte nie auf, kam durch eine Überzahl zum 23:23-Ausgleich. Fortan entwickelte sich vor mehr als 400 Zuschauern, davon mehr als die Hälfte aus Rheinhausen, ein packendes Derby, das ständig hin und her wiegte.

Beim SC Bayer ragte Kreisläufer Tobias Reich heraus, der sich ohne Furcht in die Zweikämpfe haute und seine Chancen mit traumwandlerischer Sicherheit verwandelte. "Die Atmosphäre hat mich besonders angeheizt. Allerdings hätte ich auch noch mehr Tore machen können", zeigte sich Reich selbstkritisch. Dafür gab es vom Trainer ein dickes Lob. "Was Tobias sich am Kreis für Bälle geholt hat, war unglaublich", meinte Förderer.

Die Partie entschied in den Schlussminuten jedoch nicht Reich sondern Alexander Schult. Mit zwei mutigen Treffern von Rechtaußen, darunter ein toller Heber über den Torwart, sorgte er binnen 40 Sekunden dafür, dass sich die Hausherren von 31:30 auf 33:30 absetzten und somit bis zur Schlusssirene nichts mehr anbrennen konnte. "Ich habe lange genug in dieser Saison gebraucht, um in Fahrt zu kommen. Aber inzwischen habe ich das nötige Selbstvertrauen, um auch in entscheidenden Situationen die Würfe zu nehmen", sagte Schult.

"Eine sichere Kiste"

In Sachen Klassenverbleib ist der Rechtsaußen nach dem Erfolg gegen den OSC nun guter Dinge: "Alle hängen sich momentan voll rein. Wenn wir so weitermachen, müsste das eine sichere Kiste werden."

Quelle: RP
 
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