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Analyse
Der Hülser SV versetzt alle in Erstaunen

Krefeld. Fußball-Bezirksliga 5: Der Vorjahresvize TuS Fichte Lintfort zeigt nicht unerwartet der Konkurrenz die lange Nase. Beim Tönisberg anfänglich mehr als aktuell und beim VfB Uerdingen ist noch viel Luft nach oben. Walbeck und Moers droht der Abstieg. Von Werner Fuck

Nach der verlorenen Aufstiegsrelegation in der Saison 2016/2017 wollten die Lintforter in dieser Spielzeit nichts dem Zufall überlassen, rüsteten ihr Team mächtig auf - aktuell in der Winterpause noch mit dem Sonsbecker Stefan Kapuscinski (früher TSV Meerbusch) und dem flinken Fischelner Gabriel Derikx. Der Erfolg gibt den Machern recht. Zwölf Zähler beträgt bereits der Vorsprung auf die Wachtendonker, die auch vorne mitmischen wollten, aber schwach aus der Startlöchern kamen und erst nach dem Trainerwechsel - der Straelener Aufstiegscoach Stephan Houben löste Thomas von Kuczkowski ab - zu einer gewissen Konstanz fanden. Die dann dahinter platzierten Bedburg-Hauer, Geldernern, GSV oder MSV Moerser bzw. Gocher haben schon einen Rückstand, wobei das bei den Auswahlen der Übungsleiter Peter Streutgens und Jan Kilkens auf einen schwachen Start zurückzuführen ist.

Mehr als die Erwartungen erfüllt hat der Hülser SV als Achter. Der Neuling musste vom ersten Spieltag an ohne die Vorsaison-Goalgetter Christian Voss (20 Treffer) und Stefan Evertz (14 Treffer) auskommen. Viel spricht übrigens dafür, dass ihre Karriere zumindest in der siebten Liga nicht fortsetzen können. Bestens in die Bresche sprang für sie der aus dem eigenen Nachwuchs hochgegangene Matthias Dohmen, der gleich 15 Mal einnetzte und damit die Torjägerliste der Klasse auch anführt. Großen Anteil an der respektabelen Situation hat bei der Elf um Spielmacher Miguel Oreja in erster Linie Trainer Stefan Trienekens. Schon in Grefrath und Süchteln hat der 47-Jährige gezeigt, dass er eine Mannschaft formen kann bzw. auch mit den Widrigkeiten und Eigenheiten eines Clubs bestens umgehen kann. "Wenn mir jemand vor der Spielzeit gesagt hätte, wir haben im Winter 27 Punkte auf dem Konto, den hätte ich in das Reich der Illusionen verwiesen. Nur der Klassenverbleib bleibt weiter unser Ziel und das Heranführen eigner Nachwuchskräfte an das aktuelle Niveau", gibt Teammanager Gregor Stirken, dessen Sohn Leon zur Stammformation gehört, zu verstehen.

Vor den auf Platz elf rangierenden Tönisbergern stehen mit Twisteden und Kleve II zwei Teams, die die Erwartungen bisher durchaus erfüllten. Dies gilt mit Abstrichen auch für die Himmelmann-Truppe. Mit Abstrichen deshalb, weil es zuletzt kaum noch Punkte gab, was allerdings auch dem Wetter geschuldet ist. Es konnte nicht nur regelmäßig trainiert werden, sondern es gab auch Heimspielausfälle, wodurch die Rot-Weißen ziemlich aus dem Rhythmus kamen. Aber eins bleibt ihnen, dem neuen Coach "Kalli" Himmelmann und Manager Marcus Bister unbenommen: Sie haben es geschafft, aus einem Restkadertorso mit vielen neuen, meist jungen Akteuren, wieder eine konkurrenzfähige Mannschaft aufzubauen. Dies haben ihnen im letzten Sommer nur wenige zugetraut. In dem Wilicher Lars Lindmüller, der aus dem Nachwuchs des VfR Fischeln stammt und oft durch Verletzungen arg zurückgeworfen wurde, soll ein neuer Angreifer kommen. Er würde damit seinem Bruder Leon an die Schaephuysener Straße folgen. Ein echter Verlust für den VfL war, dass in Robin van Radecke und Cedrik Sprenger zwei Spieler ihrer Abenteuerlust freien Lauf ließen und in Australien weilen - und das seit Mitte Oktober. Rückkehr offen.

Budberg und Broekhuysen, die durchaus im Soll liegen, folgen in der Tabelle dahinter. Dann der VfB Uerdingen, der damit noch über dem Strich liegt, aber doch viel mehr wollte. Eher überraschend, wiegt man die Zu- und Abgänge des vergangenen Sommers gegeneinander auf. Unter die ersten Fünf, so lautete damals das Saisonziel, wovon die Blau-Gelben aktuell ziemlich weit entfernt sind. Die große Verletztenmisere anzuführen, ist fraglos ein Grund, aber nicht für alles. Vieles spricht dafür, dass man sich zu sehr auf die zweite Hälfte der Hinrunde verlassen hat, wo die Gegner augenscheinlich schwächer waren und der ein oder andere Spieler zurück kam. Aber zurück kommen und gleich wieder an die alte Leistungsstärke anknüpfen, sind zwei Paar Schuhe.

Mit Aldekerk und Sevelen liegen zwei Kontrahenten dahinter, wovon ausgegangen werden konnte. Der Verlust von Torjäger Jannis Altgen, der zum 1. FC Kleve ging, schlug bei Aldekerk schwer zu Buche. Walbeck, aber vor allen Dingen der MSV Moers, können eigentlich schon für die Kreisliga A planen. Ihr Rückstand ist selbst bei einer optimalen Rückrunde kaum zu kompensieren.

Quelle: RP
 
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