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Die Pinguine verlieren ein Torfestival

Lokalsport: Die Pinguine verlieren ein Torfestival
Bei Tommy Kristiansen platzte gestern endlich der Knoten. Der norwegische Stürmer, der hier vom Schwenninger und Ex-Krefelder Kyle Sonnenburg attackiert wird, erzielte beim wichtigen Krefelder Ausgleich zum 4:4 seinen ersten DEL-Treffer. FOTO: Lothar Strücken
Del. Eishockey: Die Krefelder mussten sich gestern Abend im Heimspiel gegen Schwenningen vor nur 3233 Zuschauern in der letzten Minute mit 4:5 geschlagen geben. Pietta erzielte seinen 500. Scorerpunkt. Erster DEL-Treffer von Kristiansen. Von H.-G. Schoofs

So wird das nichts aus einer positiven Heimbilanz der Pinguine: Beim Torfestival im König-Palast kassierten die Pinguine eine bittere 4:5-Niederlage, die erst 59 Sekunden vor dem Ende besiegelt wurde. Nach einem Blitzstart waren sich die Pinguine für kurze Zeit ihrer Sache zu sicher und mussten lange einem Rückstand hinterherlaufen. Auch wenn Einsatz und Kampf wieder stimmten und die KEV-Fans insgesamt von ihrem Team angetan waren und daher für die notwendige Unterstützung von den Rängen sorgten, durfte dieses Match vor den kommenden drei Auswärtsspielen nie verlorengehen. Den Unterschied machten die Torhüter aus. Diesmal hatten die Schwenninger mit Strahlmeier den besseren Mann zwischen den Stangen. Für die Schwarz-Gelben gilt es jetzt, diese bittere Pille schnell zu verdauen. Denn morgen warten auf sie in Ingolstadt ganz gefährliche Panther, was sie gestern bei ihrem Sieg in Köln unter Beweis stellten.

Durch den Sieg der Iserlohner am Donnerstag gegen Bremerhaven waren die Pinguine auf Platz 13 abgerutscht. Dadurch erhöhte sich der Druck, unbedingt gewinnen zu müssen. Daher passte den Krefeldern ihr Blitzstart eigentlich prima ins Konzept. Nach 18 Sekunden fälschte Jordan Caron einen Distanzschuss von Daniel Pietta unhaltbar zur Führung ab. Für Pietta war das laut internationaler Statistik der 500. Scorerpunkt. Dieser Treffer wirkte sich bei den Schwarz-Gelben wie eine lähmende Giftspritze aus, besonders im eigenen Drittel, Innerhalb von nur fünf Minuten gingen die Schwenninger mit 3:1 in Führung. Zweimal war Torwart Andrew Engelage bei Distanzschüssen die Sicht versperrt. Beim dritten Treffer stand Rech völlig frei. Die Pinguine kamen durch Pietta sehr schnell zum Anschlusstreffer. Doch nur 98 Sekunden später schlug es erneut unhaltbar hinter Engelage ein. Die Krefelder Volksseele kochte, weil Kurt Davis zuvor mit einem Foul von den Beinen geholt worden war.

Auch im Mitteldrittel gelang den Pinguinen ein Blitzstart. Diesmal dauerte es 36 Sekunden, ehe Davis mit einem Schlagschuss traf. Caron stand genau im Slot und hatte Torwart Strahlmeier die Sicht versperrt. Diesmal war der frühe Treffer kein Gift für Gastgeber, im Gegenteil. Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch mit vielen Torszenen auf beiden Seiten. Und ausgerechnet Tommy Kristiansen, der vor dem Spiel wegen seiner Ladehemmung in aller Munde war, sorgte mit einem herrlichen Treffer für den Ausgleich. Entsprechend groß war sein Jubel, als er in die Knie ging und auf dem Weg zur Bank auf dem Eis mit der norwegischen Säge feierte. Auch auf der Bank dauerte die Gratulationsphase ungewöhnlich lange. Von Marcel Müller gab es abschließend noch ein Sonderlob. Beinahe wären die Krefelder noch mit einer Führung in die zweite Pause gegangen. Doch Torwart Strahlmeier verhinderte mit einem tollen Save den Treffer von Diego Hofland, der für den leicht angeschlagenen Philipp Kuhnekath in die vierte Sturmreihe gerückt war.

Im Schlussdrittel drängten beide Mannschaften mit offenem Visier auf den Siegtreffer. Die erste Großchance hatten die Gäste, aber Engelage war gegen Bender zur Stelle. Dann scheiterte Justin Feser an Torwart Strahlmeier. Es ging weiter hin und her. Engelage verhinderte gegen Poukkula einen Rückstand (54.). Fast im Gegenzug hätte Müller zum Matchwinner werden können, als er gleich zweimal innerhalb von wenigen Sekunden am Schwenninger Torwart scheiterte. Die größte Möglichkeit zur Krefelder Führung hatte Mathias Trettenes. Denn er bekam nach Foul von Kajomma einen Penalty zugesprochen. Doch diesmal scheiterte der Norweger am Torwart. Die Pinguine drängten in der Schlussphase mehr auf die Entscheidung als die Wild Wings. Doch der Schuss ging 59 Sekunden vor dem Ende nach hinten los. Ausgerechnet nach einem verlorenen Zweikampf von Patrick Seifert, der zuletzt einer der besten Verteidiger war, setzte Torjäger Acton, von dem bis dahin so gut wie nicht zu sehen gewesen war, den Puck unter die Querlatte in die Maschen. Trainer Rick Adduono nahm sofort seine Auszeit und Torwart Engelage vom Eis. Doch an der bitteren Niederlage gab es in den verbleibenden Sekunden nichts mehr zu rütteln.

Quelle: RP
 
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