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Ein großer Tag für den KFC-Präsident

Lokalsport: Ein großer Tag für den KFC-Präsident
Mikhail Ponomarev, Präsident des KFC Uerdingen, istmit der Entwicklung sehr zufrieden. Foto: Schulze FOTO: Thomas Schulze
Krefeld. Mikhail Ponomarev nimmt die nächste Hürde auf dem Weg zur Lizenzerteilung für die dritte Liga. Störfeuer aus dem Umfeld bringen ihn nicht vom Weg ab. Von Thomas Schulze

Gut gelaunt kommt Mikhail Ponomarev gestern um 17.15 Uhr in die Geschäftsstelle des KFC Uerdingen. Das ist wahrlich keine Selbstverständlichkeit, denn er ist bereits seit 8.30 Uhr ausschließlich für den Fußball-Regionalligisten auf Achse. Zudem hätten Querelen und Gerüchte aus dem Umfeld des Vereins seine Laune trüben können. Doch das ist nicht der Fall. "Es war ein sehr wichtiger Tag", begründet er seine gute Laune lächelnd. "Es war der vielleicht wichtigste Tag meiner Präsidentschaft." Er spricht über die Kapitalerhöhung der KFC Uerdingen 05 Fußball GmbH, deren Gesellschafter er ist (mehr dazu auf der Seite C 1). Zudem wurde das Stammkaital der GmbH auf eine Million Euro erhöht und damit die Voraussetzung für die Lizenzerteilung für die dritte Liga geschaffen. "Deshalb bin ich sehr glücklich und zufrieden."

Es war und ist nicht leicht die Voraussetzungen zu schaffen, damit der Lizenzantrag Aussichten auf Erfolg hat. Ponomarev ist aber guter Dinge, dass auch das ihm gelungen ist. "Es sieht so aus, dass wir alle Probleme aktiv gelöst haben", sagt er. "Und wahrscheinlich ist es das erste Mal in der jüngeren Vereinsgeschichte, dass ein Testat von einem unabhängigen Wirtschaftsprüfer erteilt wurde."

Dass der KFC Uerdingen derzeit nicht über ein drittligataugliches Stadion verfügt, ist zwar problematisch, doch liegt das nicht in Ponomarevs Zuständigkeitsbereich. "Es sieht so aus, dass die Stadt alles unternimmt, um die Voraussetzungen zu schaffen", sagt er. "Aber das geht nicht von heut' auf morgen, sondern benötigt Zeit. Wichtig ist nur, dass die Grotenburg am ersten Spieltag den Anforderungen genügt, deshalb müssen den Entscheidungen auch Taten folgen", sagt der KFC-Präsident mit Blick auf die am 14. März anstehende Entscheidung im Finanzausschuss der Stadt.

Mikhail Ponomarev wird aber ernst, als er auf die personellen Veränderungen im Umfeld sowie die Gerüchte über ausstehende Zahlungen angesprochen wird. Teammanager Heiner Essingholt und Jugendleiter Coskun Güneser sind seit dieser Woche nicht mehr für den Verein tätig. "Es ist doch seit langem kein Geheimnis, dass die Jugendabteilung in einem sehr schlechten Zustand ist", gesteht Ponomarev. "Es herrscht Chaos in der Organisation. Deshalb werden wir auch in den kommenden zwei Wochen einen neuen, professionellen Jugendleiter präsentieren." Der KFC-Präsident vermutet, dass die Verhandlungen nicht geheim geblieben sind. "Ich hatte viel Arbeit mit der ersten Mannschaft und wollte mich ab Mai um die Jugend kümmern. Zudem werde ich den Mitgliedern das Konzept vorstellen und eine Mehrheit dafür gewinnen."

Die Trennung von Essingholt stimmt Ponomarev hingegen auch "etwas traurig. Er war viele Jahre für den Verein tätig, und es gab nicht viel Gutes aus der Vergangenheit, weshalb ich ihn geschätzt habe." Jedoch habe es auch immer wieder Kritik an seiner Arbeit gegeben.

Ponomarev vermutet, dass aus Enttäuschung heraus, Gerüchte gestreut worden seien, der KFC habe Januargehälter nicht gezahlt. Das ist so ziemlich der schlimmste Vorwurf, der gegen den Verein erhoben werden kann nach all den wirtschaftlich extrem problematischen Jahren. "Das stimmt einfach nicht, das ist eine gezielte Falsch-Information", sagt Ponomarev. "Es gibt keine vertraglichen Verpflichtungen, die wir nicht eingehalten haben. Ich habe viel Zeit, viel Geld und Emotionen eingebracht, um die Reputation des Verein wieder herzustellen. Warum soll ich mir ausgerechnet am Tag der Ausgliederung solch eine Blöße geben?" Es ist für den KFC-Präsident ein großer Tag - trotzdem.

Quelle: RP
 
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