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Lokalsport
Erfolgreichstes Jahr der HTC-Vereinsgeschichte

Krefeld. Tennis-Bundesligist Blau-Weiß Krefeld bot den Zuschauern im Stadtwald viele Leckerbissen und belegte in der Tabelle den vierten Platz Von H.-G. Schoofs

Wenn die hiesigen Tennisfans vom 10. Juli 2015 sprechen, dann geraten sie auch jetzt noch ins Schwärmen. Das Heimspiel des Bundesligisten HTC Blau-Weiß gegen den TK Kurhaus Aachen war der Höhepunkt des Krefelder Tennisjahres. Mit 1600 Zuschauern war die Anlage im Stadtwald zum ersten Mal in der traditionsreichen Vereinsgeschichte ausverkauft. Und die erlebten spannende und hochklassige Duelle. Dabei ragte das Match zwischen Wimbledon-Doppelsieger Jürgen Melzer und Florian Meyer heraus, dass der für Krefelder aufschlagende Österreicher mit 6:3, 7:5 gewann. Mit etwas mehr Glück hätten die Gastgeber dem Meisterschaft-Favoriten ein Bein stellen können. Denn zwei Einzel gingen unglücklich im Champions-Tiebreak verloren. Doch auch trotz der 2:4-Niederlage war schon nach dem zweiten Spieltag klar, dass Krefeld im Oberhaus diesem nicht zu den Abstiegskandidaten zählen wird. Das bestätigte sich dann auch 48 Stunden später, als die Blau-Weißen für die größte Überraschung der Liga sorgten und in Mannheim mit 6:0 gewannen. "Ein schöneres Tennis-Wochenende habe ich noch nie erlebt", sagte Clubchef Hajo Ploenes nach der Rückkehr aus Mannheim.

Am vierten Spieltag fegten die Blau-Weißen den Niederrhein-Rivalen Gladbacher HTC mit 6:0 aus dem Stadtwald. Bereits nach diesem Sieg war der Klassenerhalt in trockenen Tüchern. Krefeld stand zu diesem Zeitpunkt auf Platz zwei und durfte sogar ein wenig vom Titelgewinn träumen. Nach einem weiteren Erfolg in Nürnberg wurde dieser Traum zwei Tage später in Halle beendet. Nach den Einzeln lag die nächste große Überraschung der Liga in der Luft, denn es stand 2:2. Doch der große Favorit, der am Ende dann auch Meister wurde, setzte sich in beiden Doppeln durch. Als Tabellenvierter endete für den HTC Blau-Weiß das erfolgreichste Bundesligajahr der Vereinsgeschichte. Leider fiel das letzte Heimspiel gegen Düsseldorf ins Wasser und musste in die Halle verlegt werden. Trotzdem konnte sich der Zuschauerschnitt (1400) sehen lassen.

Die Konkurrenz aus Gladbach, Neuss, Düsseldorf oder Köln schaute mit Neid Richtung Krefeld. "Wir sind schon vor der Saison gefragt worden, ob wir vielleicht irgendwo eine Ölquelle aufgetan hätten", sagt Olaf Merkel. So viel Glück hatte der Teamchef nicht. Doch mit dem "Freundeskreis Bundesliga" konnte die finanzielle Basis auf breitere Füße gestellt werden. "Die Spieler bei uns bekommen eine kleine Grundprämie und Siegprämien. Die sind aber nach wie vor deutlich geringer als bei anderen Vereinen", sagt Merkel.

Dementsprechend viel Arbeit hatte der Coach im Vorfeld in den Kader investiert und Spieler, die er schon lange kennt und beobachtet, für den HTC begeistert. Allen voran Jürgen Melzer, der einst als junger Spieler schon für die Blau-Weißen aufschlug, zu einem Freundschaftspreis antrat und schon seine feste Zusage für das kommende Jahr gegeben hat: "Jürgen wird wohl solange er noch aktiv auf der Tour ist, für uns spielen", sagt Merkel. Doch auch die anderen Spieler, wie zum Beispiel Paolo Lorenzi (der ebenfalls fürs kommende Jahr schon mündlich zugesagt hat), haben durch die Bank weg überzeugt. "Alle haben das gebracht, was ich mir erhofft hatte -und einige sogar noch ein bisschen mehr", sagt Merkel. Der "Mister Bundesliga" bastelt bereits kräftig am Kader für 2016. Im Januar besucht er wieder die Australien Open, wo einige seiner Schützlinge am Start sind.

Quelle: RP
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