| 00.00 Uhr

Lokalsport
Fortuna muss teure Profis loswerden

Fussball. Da der Etat des Fußball-Zweitligisten erheblich gesenkt wird, muss die Klubführung hoch dotierte Verträge auflösen. Kandidaten sind Ya Konan, Sararer, Haggui, Strohdiek, Van Duinen und Unnerstall. Von Bernd Jolitz

Fortunas Mannschaft wird ihr Gesicht verändern. Das dürfte jedem nach der schwer verdaulichen Zweitligasaison 2015/16 klar sein. Denn trotz des erfolgreichen Finales mit Siegen gegen FSV Frankfurt (1:0) und Eintracht Braunschweig (2:0) und des daraus resultierenden Klassenerhalts, genügten die Leistungen der Profis unterm Strich nicht den Ansprüchen. Hinzu kommt, dass der Vorstandsvorsitzende Robert Schäfer, Sportdirektor Rachid Azzouzi und Trainer Friedhelm Funkel darauf hinarbeiten, den Kader zu verjüngen. "Wir werden eine Mannschaft aufbauen, mit der sich unsere Anhänger voll identifizieren können", sagt Schäfer.

Zum einen ist das der Wunsch der drei Kaderplaner, zum zweiten eine wirtschaftliche Notwendigkeit. Fortuna steht aufgrund des schlechten Abschneidens mit dem 14. Platz in der Abschlusstabelle künftig deutlich weniger Fernsehgeld zur Verfügung - 7,3 statt 8,5 Millionen Euro. Ein empfindlicher Einschnitt, der durch den Zuschauerrückgang (im Schnitt 25.897 gegenüber 29.947 in der Vorsaison) noch verschärft wird.

Weil sicherlich nicht mehr wie zuletzt 17.500 Dauerkarten abgesetzt werden, ist eine Senkung des Etats unumgänglich. Zwölf Millionen Euro waren es für die abgelaufene Saison, zukünftig werden es kaum mehr als zehn Millionen sein. Fortunas Kader muss also nicht nur jünger, sondern auch viel billiger werden.

In einigen Fällen fielen die Einsparungen leicht, da Verträge ausliefen und die Gehälter somit eingespart werden können - bei den Leihspielern Kerem Demirbay, Joel Pohjanpalo und Nikola Djurdjic ebenso wie bei Sergio Pinto, Mathis Bolly, Tugrul Erat und Christopher Avevor. Aber um die Personalausgaben wirklich einschneidend zu senken, muss es Fortunas Führung gelingen, einige höher dotierte Kontrakte aufzulösen.

Zuvorderst sind da zwei Angreifer zu nennen, die die Erwartungen viel zu selten erfüllen konnten, aufgrund ihrer Erstliga-Vergangenheit aber zu den Besserverdienenden im Kader gehören: Sercan Sararer und Didier Ya Konan. Sararer ließ seine Fähigkeiten zwar auch nur punktuell aufblitzen, dürfte aber mit seinen erst 26 Jahren dennoch eher weiterzuvermitteln sein als Ya Konan. Der Ivorer ist zwar entgegen anderslautender Gerüchte kein Sportinvalide, hat aber schon 32 Lenze auf dem Buckel und im Fortuna-Dress keinerlei Eigenwerbung betrieben.

Mit beiden wird sich die Klubführung über eine gütliche Trennung einigen müssen, denn ihre Verträge laufen noch ein (Ya Konan) beziehungsweise zwei Jahre. Gespräche über eine Vertragsauflösung wird es auch mit Kapitän Karim Haggui geben, denn für eine Rolle als Ersatzspieler ist der Innenverteidiger mit dem Vernehmen nach mehr als 400.000 Euro Jahresgehalt einfach zu teuer. Weitere Kandidaten neben dem einstigen Bundesligaprofi sind Christian Strohdiek (Vertrag bis 2018), der zuletzt nach Kerkrade ausgeliehene Mike van Duinen (2019) und Ersatztorhüter Lars Unnerstall (2017), der freilich schon selbst signalisiert hat, unbedingt wieder spielen und daher den Verein verlassen zu wollen.

Viel Arbeit für Sportdirektor Azzouzi - in einer für ihn schwierigen Gemengelage. Obwohl er fast den kompletten Kader bei seinem Amtsantritt schon vorgefunden und als Fehlgriffe im Grunde nur den erfolglosen Trainer Marco Kurz und van Duinen zu verantworten hat, machen viele den 45-Jährigen zum Sündenbock für Fortunas schwaches Abschneiden. Ein Sportvorstand wird ohnehin gesucht (siehe nebenstehenden Artikel). Gut möglich, dass Azzouzi in der neuen Saison gar nicht mehr im Amt ist - planen muss er sie trotzdem.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Lokalsport: Fortuna muss teure Profis loswerden


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.