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Lokalsport
HSG verliert Spitzenspiel und ist Zweiter

Dritte Liga. Handball: Das Duell zwischen dem Ersten aus Fredenbeck und dem Zweiten aus Krefeld entschied sich erst unmittelbar vor dem Schluss. Der Siegtreffer der Gäste zum 27:26 fiel drei Sekunden vor dem Spielende - und war umstritten. Von Heinrich Löhr

Im Spitzenspiel der Weststaffel der Dritten Liga setzte sich der VfL Fredenbeck denkbar knapp mit 27:26 (15:13) bei der HSG Krefeld durch. 550 Zuschauer in der zum zweiten Mal in dieser Spielzeit restlos ausverkauften Sporthalle in Königshof bekamen einen hochklassigen und bis in die Schlusssekunde dramatischen Handballfight zu sehen. Und obwohl es in diesem Duell um nichts Geringeres als die Tabellenführung ging, die jetzt Fredenbeck mit zwei Punkten Vorsprung auf Krefeld für sich reklamieren kann, wurde die Partie äußerst fair geführt. Lediglich vier Zweiminutenstrafen - je zwei hüben wie drüben - zeugen davon.

In dieses Bild passt auch die faire Geste, die Fredenbecks Linksaußen Jürgen Steinscherer in der 37. Minute zeigte. Bei einem Tempogegenstoß war er im Laufduell mit Michael Heimansfeld zu Fall gekommen. Ein Siebenmeterstrafwurf und eine Zweiminutenstrafe gegen Heimansfeld sollten die Folgen sein. Auf Bitten der Krefelder Spieler aber ging Steinscherer zum Schiedsrichter, erklärte, nicht gefoult sondern ausgerutscht zu sein, und der erstligaerfahrene Lutz Pittner revidierte seine Entscheidungen. "Diese Aktion des Fredenbecker Spielers verdient größte Anerkennung", zollte auch HSG-Trainer Olaf Mast seinen Respekt.

Der Coach hatte sich im Vorfeld der Partie über die vom Deutschen Handballbund erfahrene Wertschätzung, die er in der Ansetzung erstligaerfahrener Schiedsrichter in dieser so wichtigen Partie sah, gefreut. Doch als das Duo Christian Moles und Lutz Pittner in der Schlussminute - beim Stand von 26:26 - aber ein angezeigtes Zeitspiel der Fredenbecker sehr lange laufen ließ, wunderte sich Mast schon. "Bei der Aktion 30 Sekunden vor dem Abpfiff sieht man sehr deutlich, dass der Fredenbecker Spieler gar nicht abschließen will. Das müssen die Schiedsrichter abpfeifen, und wir sind in Ballbesitz", sagte HSG-Kapitän Thomas Pannen und drückte damit sein gleiches Empfinden aus. So aber blieb Fredenbeck in Ballbesitz und erzielte drei Sekunden vor dem Abpfiff durch einen Distanzwurf von Maciek Tluczynski den Siegtreffer zum 27:26. Dass dieser Erfolg glücklich war, wollte auch Fredenbecks Trainer Andreas Ott nicht in Abrede stellen. "Wahrscheinlich wäre ein Unentschieden das richtige Ergebnis gewesen", sagte er nach der Partie ehrlich.

Zuvor hatten die Zuschauer - unter ihnen auch 50, die die 380 Kilometer weite Anreise aus Fredenbeck auf sich genommen hatten - ein Spiel auf Augenhöhe gesehen. Weder die 14:10-Führung der Gäste in Spielminute 23 noch die 21:18-Führung der Gastgeber in Minute 43 bedeuteten eine Vorentscheidung. Stets hatte der Gegner eine Antwort parat. Die Dreitoreführung Krefelds egalisierte Fredenbecks Lars Kratzenberg mit drei Treffern in Serie. Und so blieb es bis zum besseren Ende der Gäste in der Schlusssekunde spannend.

Quelle: RP
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