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Lokalsport
HTC Blau-Weiß bleibt zu Hause eine Macht

Bundesliga. Tennis: Der Bundesligist gewann gestern vor 1150 Zuschauern das Niederrheinderby gegen den Rochusclub Düsseldorf mit 4:2. Von H.-G. Schoofs

Mit einem 4:2-Erfolg über den Niederrheinrivalen Rochusclub Düsseldorf bleibt der HTC-Blau-Weiß in dieser Saison auf eigenem Platz weiter ungeschlagen. Vor 1150 Zuschauern wurde das Stadtwaldteam erneut seinem Ziel, den hiesigen Tennisfans immer ein schlagkräftiges Team und Spitzentennis präsentieren zu wollen, gerecht. Krefeld beendete das Niederrheinderby als verdienter Sieger und kletterte damit auf Platz drei der Tabelle. Am kommenden Wochenende sind die Blau-Weißen spielfrei. Am Sonntag, 13. August, steigt dann mit dem Gastspiel des Meisterschafts-Mitfavoriten TK Kurhaus Aachen das diesjährige Finale im Stadtwald. Zum Saisonausklang geht es für den HTC eine Woche später noch zum Aufsteiger TC Weinheim.

Krefelds Heimsieg am Freitag gegen Blau-Weiß Aachen war eine gute Werbung für den gestrigen Klassiker gegen den langjährigen Rivalen von der anderen Rheinseite. Denn die Ränge waren bereits früh sehr gut besetzt. Die Vorzeichen sprachen für einen Sieg der Blau-Weißen. Denn Düsseldorf trat mit dem vermeintlich letzten Aufgebot an. Dagegen boten die Blau-Weißen mit Paolo Lorenzi überraschend ihre Nummer eins auf. Denn der Italiener war am Freitag nach seinem Krimi-Sieg gegen den Aachener Renzo Olivo zum Turnier nach Kitzbühel geflogen. Dort erfuhr er dann am Samstag, dass er bei dem ATP-Turnier, das er im Vorjahr gewann, an Nummer drei gesetzt ist und erst am Mittwoch spielen muss. Nach einem Training packte er seine sieben Sachen und machte sich auf den Weg an den Niederrhein. Damit bestätigte die Nummer 36 der Weltrangliste mal wieder seinen Teamgeist und sein Herz für den HTC.

Im Auftaktmatch machte der Italiener Marco Cecchinato relativ kurzen Prozess mit seinem Gegner Tom Schönenberg. Lediglich im zweiten Satz konnte der Deutsche einigermaßen gut mithalten. Genau anders herum lief es auf dem Nebenplatz, wo der Spanier Ruben Ramirez-Hidalgo gegen den Niederländer Matwe Middelkoop etwas überraschend das Nachsehen hatte. Völlig chancenlos war der Düsseldorfer Bijan Mokhaberi gegen Maximo Gonzales. Der Argentinier fegte seinen Kontrahenten, der zum ersten Mal in der Bundesliga antrat, im Eiltempo vom Platz.

Als klarer Favorit traf Paolo Lorenzi im Spitzeneinzel des Tages auf den Slowaken Filip Horansky, der in der ATP-Rangliste derzeit nur auf Rang 498 platziert ist. Vielleicht unterschätzte der Italiener deswegen seinen Gegner ein wenig. Denn er bekam das Match im ersten Satz nie unter Kontrolle und verlor 4:6. Doch der 35-jährige Sandplatzspezialist aus Rom zeigte mal wieder seinen großartigen Kampfgeist. Im zweiten Satz agierte er druckvoller und bewies bei den langen Ballwechseln die notwendige Geduld. Bei seiner 5:1-Führung machte er es zwar noch einmal etwas spannend, setzte sich am Ende aber sicher mit 6:3 durch. So musste er wie schon am Freitag gegen Blau-Weiß Aachen die Kohlen wieder im Match-Tiebreak aus dem Feuer holen. Das gelang ihm mit Unterstützung der Krefelder Fans erneut eindrucksvoll und sicherte den Hausherren damit eine 3:1-Führung nach den Einzeln. Die Zuschauer feierten Lorenzi, der sichtlich erleichtert wirkte. Denn wie Blau-Weiß-Trainer Tommy Hunold während des Spiels im Gespräch mit unserer Zeitung berichtete, war der Italiener mit einem unguten Gefühl ins Spiel gegangen: "In Kitzbühel hatte er am Samstag in der Höhenluft mit den ATP-Bällen trainiert, die leichter sind als die Bälle für die Bundesligaspiele. Dazu steckten ihm noch die Spiele vom Turnier in Gstaad und gegen Blau-Weiß Aachen in den Beinen."

An der Seite seines Landsmannes Cecchinato sicherte Lorenzi den Blau-Weißen im Doppel dann auch noch den siegbringenden vierten Punkt. Gegen das Düsseldorfer Duo Horansky/Mokhaberi hatten die Krefelder Azzuri relativ leichtes Spiel und setzten sich mit 6:3 und 6:2 durch. Dagegen tat sich auf dem SWK-Centercourt das Doppel Gonzales/Ramirez-Hidalgo gegen Schönenberg/Middelkoop überraschend schwer und musste sich im ersten Satz deutlich geschlagen geben. Ausgeglichen verlief Durchgang zwei. Doch am Ende hatten die Gäste im Tiebreak das Glück auf ihrer Seite. Der guten Stimmung im Lager der Blau-Weißen tat das allerdings keinen Abbruch.

Quelle: RP
 
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