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Lokalsport
HTC Blau-Weiß der Geheimfavorit

Bundesliga. Mit dem Heimspiel gegen den TK Grün-Weiß Mannheim beginnt für den Krefelder Bundesligisten am Sonntag die Saison. Das Stadtwaldteam geht erstmals mit vier Top-100-Spielern ins Rennen. Von H.-G. Schoofs

Auch wenn der HTC Blau-Weiß Krefeld im Vorjahr die hiesigen Tennisfans begeisterte und es lange Zeit so aussah, dass die Mannschaft ihrem Ruf als Favoritenschreck gerecht werden und sogar um Platz eins mitspielen kann, war der Titelgewinn im Vorfeld nur ein Traum. Aber am Ende sprang mit Platz vier das beste Ergebnis in der langen Bundesligageschichte des Klubs heraus. Wenn das neuformierte Team am kommenden Sonntag im Heimspiel gegen Grün-Weiß Mannheim in die Saison startet, dann könnte das im Stadtwald der Beginn eines schönen Sommermärchens sein. Denn so viele Hauptdarsteller gehörten noch nie zum Aufgebot des HTC. Alleine vier Top-100-Spieler schlagen für die Blau-Weißen auf. Und sollte ihnen in dieser "Weltklasse-im-Club-Liga" bei der wöchentlichen Aufstellungs-Lotterie das große Glück zur Seite stehen, dann könnten sie bei der Titelvergabe vielleicht ein Wörtchen mitreden. Für die Konkurrenz gelten sie schon vor dem ersten Spieltag als Geheimfavorit. Dank der Unterstützung treuer Sponsoren und Mitgliedern des "Freundeskreis Bundesliga" ist der Saisonetat, der gegenüber dem Vorjahr unverändert ist, schon vor dem ersten Spieltag gesichert. Klubchef Hajo Ploenes hofft, dass sich die Zuschauer an die Heimspiele des Vorjahres erinnern und die Mannschaft erneut wieder so zahlreich unterstützen. Denn es waren Festtage aller erster Güte, die der HTC Blau-Weiß den hiesigen Tennisfans 2015 im Stadtwald bot. Dabei ragte das Heimspiel gegen Meister Kurhaus Aachen heraus. Mit 1600 Zuschauern war die Anlage zum ersten Mal in der traditionsreichen Vereinsgeschichte ausverkauft. Mit etwas mehr Glück hätten die Gastgeber dem Meisterschaft-Favoriten ein Bein stellen können. Denn zwei Einzel gingen unglücklich im Champions-Tiebreak verloren. Doch auch trotz der 2:4-Niederlage war schon nach dem zweiten Spieltag klar, dass Krefeld im Oberhaus diesmal nicht zu den Abstiegskandidaten zählen wird. Und so kam es dann auch. Es folgte ein nie erwarteter 6:0-Sieg in Mannheim. Dadurch gewinnt das Auftaktspiel am Sonntag gegen die Grün-Weißen aus der Kurpfalz eine zusätzliche Brisanz. Denn die Gäste wollen sich natürlich für diese Schmach revanchieren. In dieser Saison werden die Mannheimer von vielen Experten als Meisterschaftsfavorit gehandelt. Ihr Spitzenspieler Dominic Thiem aus Österreich sorgt momentan auf allen Turnierplätzen der Welt für Furore und ist in der ATP-Rangliste auf Platz acht vorgerückt.

Insgesamt verspricht die Saison so viele Duelle von Top-Spielern wie selten zuvor in der Bundesliga. Selbst Aufsteiger TC Bruckmühl-Feldkirchen, bei dem die Krefelder ihr erstes Auswärtsspiel bestreiten, bietet gleich fünf Top-100-Akteure auf. Krefelds Nachbarschaftsrivale Gladbacher HTC hat sich im zweiten Jahr nach dem Aufstieg Deutschlands Nummer 1 Philipp Kohlschreiber vom Vize-Meister Kurhaus Aachen geangelt und sich auch sonst hochkarätig verstärkt. "Die Liga ist so ausgeglichen wie nie", sagt Olaf Merkel. Der Teamchef des HTC Blau-Weiß geht davon aus, dass der ewige Zweikampf zwischen Blau-Weiß Halle und Kurhaus Aachen jetzt enden wird: "Vieles wird natürlich von den Aufstellungen abhängen. Aber jeder Verein, der seine besten vier Spieler aufbietet, kann den jeweiligen Gegner schlagen." Die Krefelder gelten deshalb als Geheimfavorit, weil sie in der Breite so gut aufgestellt sind wie kaum ein anderes Team und an den hinteren Positionen über echte Bundesliga-Spezialisten verfügen. Besonders Pablo Galdon und Ruben Ramirez Hidalgo werden von der Konkurrenz gefürchtet.

Der Spielmodus im Oberhaus des deutschen Tennis bleibt unverändert. Die beiden Tabellenletzten der insgesamt zehn Teams steigen in die 2. Bundesliga ab. Pro Spieltag kann jede Mannschaft nur einen Nicht-EU-Akteur aufbieten. Bei den Krefeldern zählt deren neue Nummer eins Guido Pella dazu. Ob der Argentinier Sonntag sein Debüt geben kann, hängt von seinen Auftritten in Wimbledon ab, wo er im Einzel sowie im Doppel an der Seite seines ebenfalls für Blau-Weiß aufschlagenden Landsmannes Horacio Zeballos gemeldet ist. Zeballos besitzt auch einen deutschen Pass.

Quelle: RP
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