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Lokalsport
HTC Blau-Weiß: Traum statt Albtraum

Bundesliga. Tennis: Beim Krefelder Bundesligisten war die Begeisterung nach dem Kantersieg gegen Grün-Weiß Mannheim groß. Teamchef Olaf Merkel sieht den kommenden Aufgaben aber realistisch entgegen. Freitag geht es zum Aufsteiger. Von H.-G. Schoofs

Auch wenn der grandiose 6:0-Erfolg über den Meisterschaftsmitfavoriten Grün-Weiß Mannheim nicht ganz zur Tabellenführung reichte, sorgte der HTC Blau-Weiß Krefeld zum Auftakt der Bundesliga-Saison 2016 für einen Paukenschlag. Obwohl das Stadtwaldteam im Vorfeld von vielen Experten als Geheimfavorit gehandelt wurde, war der Sieg in dieser Höhe überraschend. Entsprechend groß war hinterher die Begeisterung im Lager der Blau-Weißen. Verantwortliche und Spieler genossen den Triumph bei einem gemeinsamen Abendessen.

Angesichts der großen Erwartungshaltung war im Klaubhaus neben der Begeisterung auch Erleichterung zu spüren, besonders bei Olaf Merkel. "Man träumt im Vorfeld ja davon, was so alles passieren kann. Es ist schon ungewöhnlich, wie toll es für uns gelaufen ist. Unsere Spieler haben großartig gekämpft. Sie verstehen sich untereinander sehr gut", sagte der Teamchef. Mit dem zweiten 6:0-Sieg in Folge über Mannheim ging für den "Mister Tennisbundesliga" in Krefeld ein schöner Traum in Erfüllung. Sein Albtraum handelte natürlich von einem Fehlstart, der angesichts der Aufstellung der Gäste durchaus möglich gewesen wäre. Schließlich standen die gewonnenen Einzel von Inigo Cervantes und Horacio Zeballos auf der Kippe. Bei einem 2:2-Unentschieden wäre es für die Blau-Weißen in den beiden Doppeln sicher schwerer geworden.

Mannheims Teamchef Gerald Marzenell verließ am Sonntag ziemlich geknickt den Stadtwald. Denn er hatte sich angesichts seiner Aufstellung einiges ausgerechnet. Seine Meinung, an diesem Sonntag hätten die Grün-Weißen und die Krefelder jede andere der zehn Mannschaften geschlagen, kann Olaf Merkel teilen: "Es ist erschreckend, wie schwach einige Mannschaften besetzt waren. Ich verstehe die Teamchefs manchmal nicht, warum sie Kosten sparen wollen. Zum Beispiel hätte Neuss mit allen guten Spielern gegen Gladbach gewinnen können."

Dass die Blau-Weißen nach dem Kantersieg bereits vom Geheim- zum Mitfavoriten geworden sind, hält Olaf Merkel für übertrieben: "Den Titel kann man nicht planen. Wir müssen auch mit Niederlagen rechnen. Wenn Aufsteiger Bruckmühl-Feldkirchen Freitag seine Topspieler aufbietet, wird es sehr schwer für uns, dort zu punkten." Wer in der Nähe von Rosenheim für Krefeld aufschlagen wird, steht noch nicht ganz fest. Überraschend meldete sich am Montag Maximo Gonzales und traf bereits gestern im Stadtwald ein. Auch Paolo Lorenzi ist fest eingeplant. Der Italiener reist aus Rom an, wo er in dieser Woche einen medizinischen Test für seine Olympia-Teilnahme absolvieren muss. Auch Jürgen Melzer gehört zum Team. Der Österreicher freute sich Sonntag riesig über seinen ersten Sieg nach zehnmonatiger Verletzungspause. Seinen jüngeren Bruder Gerald musste er nach dessen Niederlage gegen Cervantes ein wenig trösten, denn er hatte sich mit dem Spanier ein hochklassiges Match geliefert. Wer als vierter Spieler für das erste Auswärtsspiel der Saison zur Verfügung steht, wird sich spätestens morgen entscheiden. In Frage kommen Neuzugang Ruben Ramirez-Hidalgo, der am Wochenende in der Türkei ein Future-Turnier gewann, Federico Gaio oder Antal van der Duim. Cervantes spielt in dieser Woche beim Turnier in Braunschweig. Olaf Merkel rechnet nicht damit, dass der Spanier früh ausscheidet, hofft aber, dass er am Sonntag beim nächsten Leckerbissen im Stadtwald dabei ist. Dann ist ab 11 Uhr der Deutsche Meister Blau-Weiß Halle zu Gast.

Quelle: RP
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