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KEV-Legenden krönen das Eissport-Jubiläum

Lokalsport: KEV-Legenden krönen das Eissport-Jubiläum
Leider war Schiri-Legende "Jupp" Kompalla (li.) nicht auf dem Eis zu sehen. Den Besuch in der Spielerkabine ließ er sich aber nicht nehmen und freute sich über das Wiedersehen mit seinen ehemaligen polnischen Landsleuten Marek Stebnicki und Franz Kozlik (re.). FOTO: LS
Krefeld. Eishockey: 2250 Zuschauer erlebten am Samstag in der Rheinlandhalle ein stimmungsvolles und unterhaltsames All-Star-Game. Von H.-G. Schoofs

Der Krefelder Eissport erlebte am Samstag in der Rheinlandhalle eine Sternstunde voller Nostalgie, Emotionen sowie jede Menge Gänsehaut und Freude pur. Das Jubiläum 80 Jahre Krefelder Eislaufverein machte deutlich, welche Bedeutung der Eissport in dieser Stadt genießt. Höhepunkt war der Auftritt der KEV-Legenden aus glorreichen Eishockey-Zeiten an der Westparkstraße. In einem für Oldie-Eishockey ansprechenden Match bezwangen sie die Auswahl der Füssener Legionäre vor 2250 Zuschauern mit 3:2. Die Begeisterung und der Jubel kannten nach Spielende auf den Rängen keine Grenzen. Das Geschehen in der altehrwürdigen Arena war für viele KEV-Fans nach acht Heimniederlagen in Folge der Pinguine Balsam für die schwarz-gelbe Seele.

Der Jubiläumstag begann in der Halle kurz nach Mittag mit dem Event "Kids on Ice", bei dem viele Kinder unter Anleitung von Trainern des KEV und des EVK auf dem Eis die ersten Gehversuche auf Schlittschuhen wagten. Anschließend präsentierten die Eiskunstlaufvereine ihre breite Palette dieser eleganten und stimmungsvollen Sportart und bekamen dafür reichlich Anerkennung und Beifall. Zwischenzeitlich waren die KEV-Legenden in der Eisstadion-Gaststätte zur Autogrammstunde eingetroffen. Der Andrang war derart groß, dass die Sicherheitskräfte nach einer Stunde die Türen schließen mussten. Ansonsten wären die Helden vergangener Tage nicht aufs Eis gekommen.

Pinguine-Geschäftshührer Karsten Krippner überreichte den KEV-Meisterspielern von 1952 Hans Georg Pescher, Hans-Werner Münstermann und Karl Bierschel (alle im Bild von rechts) kurz nach Beginn des zweiten Drittels einen Blumenstrauß. FOTO: samla

Gegen 17 Uhr war auf den Tribünen dann schon die Vorfreude auf das All-Star-Game zu spüren. Unter den Zuschauern waren viele KEV-Fans aus vergangenen Tagen anzutreffen, die in ihren alten Fantrikots auf ihren früheren Stammplätzen saßen oder standen. Sänger und Komponist Wolfgang Jachtmann aus Hüls sorgte auf dem Eis live mit seinem zum Kultsong aufgestiegenen "Lied der Pinguine" für die erste Gänsehaut des Abends. Und beim KEV-Walzer schunkelte die ganze Halle mit. Die beiden Stadionsprecher Kristian Peters-Lach und Rolf Frangen riefen die KEV-Legenden einzeln aufs Eis. "Hexer" Karel Lang wurde auf seinem Weg von donnerndem Applaus begleitet, der das Hallendach beben ließ. Auch Scott Langkow, Richard Pavlikovsky und Dusan Milo, die ja zu ihrem versprochenen Abschiedsspiel eingeladen waren, wurden lautstark und herzlich empfangen.

Kurz nach Spielbeginn erhielt die prächtige Stimmung einen kleinen Dämpfer. Denn Torwart Karel Lang musste sich bereits nach 63 Sekunden geschlagen geben. Auch vom zweiten Treffer der Gäste (8.) ließ sich der "Hexer", der zuletzt vor fünf Jahren zwischen den Stangen gestanden hatte, nicht aus der Ruhe bringen und zeigte einige spektakulären Saves. Seine Vorderleute bemühten sich redlich, das Blatt schnell zu wenden. Doch sie taten sich beim Ausnutzen der Torchancen ähnlich schwer wie am Abend zuvor die Pinguine gegen Ingolstadt. Allerdings konnten die Füssener auch auf einen sehr guten Torwart bauen. "Endlich wieder Eishockey", schallte es von der Nordtribüne, nachdem Verteidiger Shayne Wright den Anschlusstreffer erzielt hatte (13.). Als die Uhr im zweiten Drittel bei 19:52 stehen blieb, erschienen mit Hans-Werner Münstermann, Karl Bierschel und Hans-Georg Pescher drei Spieler des KEV-Meisterteams von 1952 auf dem Eis und wurden geehrt. Fünf Minuten später war der Jubel groß, als Andi Raubal, Meister-Stürmer von 2003, den Ausgleich erzielte. "Das wurde auch Zeit. Ich habe in meiner Karriere ja nicht so häufig getroffen", sagte der Garmischer. Mittlerweile stand Scott Langkow im Tor der Legenden und bewies mehrfach seine alte Klasse. Vor zwei Jahren hatte der Kanadier in seiner Heimat seine Karriere beendet und arbeitet jetzt bei einer Gasfirma. Da Andrej Kovalev einen Penalty nicht verwandeln konnte (31.), blieb es spannend. Im letzten Drittel wurde die Uhr bei 19:36 für eine Gedenkminute angehalten. Dabei erinnerten die beiden Stadionsprecher an die verstorbenen Legenden des KEV, wie zum Beispiel Ulli Jansen, Lothar Kremershof oder Robert Müller.

Um ausreichend Nachwuchs muss sich das Krefelder Eishockey keine Sorgen machen. Das zeigten am Samstag die Bambini des Krefelder EV, die mit einem kleinen Vereinsturnier zum Jubiläumsprogramm beitrugen und mit viel Einsatzwillen und Freude aufs Eis kamen. FOTO: Samla

Beide Mannschaften schenkten sich bis zur letzten Sekunde nichts. Shayne Wright brachte die Krefelder mit seinem zweiten Treffer in Führung. Auch als der Füssener Torwart vorzeitig das Eis verlassen hatte, ließen sich die Legenden den Sieg nicht mehr nehmen, die in den letzten beiden Minuten mit stehenden Ovationen gefeiert wurden. Nach Spielende feierten KEV-Fans und Mannschaft gemeinsam diesen geschichtsträchtigen Tag des Krefelder Eishockeys. Ähnlich stimmungsvoll ging es dann bei der After-Game-Party im "Goldenen Hirsch" in Hüls bis nach Mitternacht noch weiter.

Quelle: RP
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