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Krefeld Pinguine
Verheizt Adduono seine Stars?
Krefeld Pinguine: Verheizt Adduono seine Stars?
FOTO: Lammertz
Die Krefeld Pinguine gehen angesichts der großen Verletzungsmisere auf dem Zahnfleisch. Bei der 0:5-Niederlage gegen Hamburg wurde der Kräfteverschleiß besonders deutlich. Das mangelnde Zuschauer-Interesse bereitet den Verantwortlichen große Sorgen. Von H.-G. Schoofs

Die Enttäuschung der KEV-Fans hielt sich am Dienstagabend nach der 0:5-Niederlage gegen Hamburg in Grenzen. Das Stammpublikum der Pinguine besitzt ein gutes Gespür dafür, warum ihr Team den erhofften Sprung auf einen Pre-Play-off-Platz verpasste. Denn an Moral und Kampfgeist hatte es dem Mini-Aufgebot der Krefelder wahrlich nicht gefehlt. Entsprechend verabschiedeten die Fans ihre Lieblinge mit viel Applaus. Das wird der Mannschaft helfen, sich bis zum nächsten Match am Samstag in Düsseldorf wieder aufrichten zu können.

"Lizenz verkaufen statt Konkurs"

Mehr als auf ihre Stammkundschaft können die Pinguine derzeit nicht bauen. Stadion-Sprecher Kristian Lach quittierte den schwachen Besuch gegen die Freezers mit Humor: "Wahrscheinlich herrscht derzeit auch bei den Zuschauern das Verletzungspech." Viel ernster sehen dagegen die Verantwortlichen der KEV Pinguine GmbH den dramatischen Besucherrückgang. Ein Gesellschafter ließ seinen Gedanken in der ersten Drittelpause freien Lauf und sprach davon, ob es nicht sinnvoll sei, die DEL-Lizenz zu verkaufen, bevor die GmbH Konkurs anmelden muss. So bedrohlich ist die Lage sicher noch nicht. Doch angesichts der jüngsten Zuschauerzahlen im König-Palast muss man sich um die Motivation der Gesellschafter, das Krefelder Eishockey weiter zu unterstützen, große Sorgen machen.

Auch in Sachen Verstärkung für das Team dürfte den Entscheidungsträgern aufgrund des mangelnden Zuschauerinteresses die Motivation fehlen. Dabei müsste man wegen der langen Ausfälle eigentlich reagieren. Mit einem Mini-Team dürften die Pre-Play-offs nicht zu erreichen sein. Dafür bündelt Rick Adduono auch zu sehr seine wenigen Kräfte. Verheizt er gar seine Stars? Gegen Hamburg rächte es sich, dass der Coach 48 Stunden zuvor beim Kampfspiel in Hannover ab der 30. Minute fast nur mit sechs Stürmern und vier Verteidigern agierte. Spieler wie Fahey, Rourke, Blank oder Vasiljevs standen Sonntag weit über 40 Minuten auf dem Eis. Das war ihnen Dienstag beim Spiel gegen die Freezers deutlich anzumerken. Vielleicht auch, weil am Montag noch trainiert wurde.

Dagegen hatte Hannovers Coach Hans Zach seinem Team am Montag einen freien Tag gegönnt. Dienstag gewannen die Scorpions in Iserlohn. Das allein ist sicher nicht der Grund für die erste zu Null-Heimniederlage in dieser Saison. Die Schuss-Statistik von 41:22 für Krefeld macht deutlich, dass Freezers-Goalie Goepfert einen Sahne-Abend erwischte. Das allerdings mit viel Glück. Denn irgendwie schien ein Hartgummi-Magnet in seiner Ausrüstung zu stecken.

"Ich hoffe, bis Samstag bekommen wir wieder mehr Qualität in den Angriff. Aber ich denke, dass Daniel Pietta wieder spielen kann", sagte Vasiljevs nach dem 0:5. Der Kapitän gab schon zu, dass er und seine Mannschaftskameraden "platt" waren: "Das passiert, wenn man in zwei Spielen innerhalb von nur zwei Tagen so wenig Leute hat."

Der Kanadier Serge Payer brennt nach neun Wochen Pause drauf, dem Team so schnell wie möglich wieder helfen zu können: "Gerade jetzt, wo so viele Stürmer verletzt sind, braucht das Team jeden Mann. Ich gehe davon aus, dass ich nächste Woche im Training die Belastung erhöhen und dann in Iserlohn mitmischen kann."

Quelle: RP
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