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KFC Uerdingen
Aufbruchstimmung beim KFC Uerdingen

KFC Uerdingen: Aufbruchstimmung beim KFC Uerdingen
Die neue Führungsriege beim KFC Uerdingen, v.l.: Vorsitzender Mikhail Ponomarev, die drei Verwaltungsratsmitglieder Andreas Galland, Harald Grassen und Mustafa Ertürk, der neue Zweite Vorsitzende und hauptamtliche Geschäftsführer Nikolas Weinhart und der neue Trainer André Pawlak. FOTO: samla
Fußball. Gut 200 Anhänger besuchten das erste Fan-Treffen unter dem Vorsitz von Mikhail Ponomarev. Die befürchtete Schlammschlacht nach Lakis' Rücktritt blieb aus. Stattdessen gab es ein Einschwören auf die neue Spielzeit. Von Oliver Schaulandt

Manchmal muss es gravierende Veränderungen in einem Verein geben, damit eine neue Aufbruchstimmung entsteht. Beim KFC Uerdingen gab es nun das erste Fan-Treffen nach dem Rücktritt des Vorsitzenden Lakis und der "Inthronierung" dessen Nachfolgers Mikhail Ponomarev. Der russische Unternehmer, vor allem aber auch der neue Trainer André Pawlak schafften es, die zuletzt so zerstrittenen Fans auf das große Ziel, den Aufstieg in die Regionalliga, einzuschwören. Wie nachhaltig dieser neue Zusammenhalt sein wird, das wird sich freilich noch zeigen. Aber: Ein erster Schritt dazu ist gemacht.

Wer nun die große Schlammschlacht erwartet hatte zwischen Lakis' Anhängern und Gegner, der war auf der falschen Versammlung. Das Thema Lakis, also warum der Verwaltungsrat ihn abberufen wollte, wie hoch die Verbindlichkeiten des Clubs gegenüber dessen Unternehmen sind und wie diese zurückgezahlt werden sollen, hatte Verwaltungsratsvorsitzender Andreas Galland geschickt abgewendet: Weil das Themen sind, die ja eigentlich nur Vereinsmitglieder angehen, wurde dieser komplette Schwerpunkt auf die Mitgliederversammlung vertagt, die wohl im Oktober abgehalten werden soll. Immerhin: Lakis soll noch anständig verabschiedet werden, kündigte Galland an, ohne allerdings konkret zu werden - vermutlich wird er zum ersten Heimspiel der kommenden Saison eingeladen.

Stattdessen nutzten die neuen Verantwortlichen die Gelegenheit, reichlich Werbung für die eigene Sache zu betreiben. Mikhail Ponomarev, der neue Vorsitzende, kündigte an, binnen der kommenden zwei Wochen sein Vorstandsteam zu benennen. Gestern Abend gab der Club bekannt: Auf Vorschlag des Vorsitzenden hat der Verwaltungsrat des KFC Uerdingen Nikolas Weinhart als zweiten Vorstand des Vereins bestellt. Der bisherige Geschäftsstellenleiter wird damit künftig als hauptamtliches Vorstandsmitglied für die Bereiche Marketing, Sponsoring, Catering Verantwortung tragen.

Pomomarev versprach auch sonst, dass der KFC mit einem neuen Gesicht auftreten werde. "Es war nicht einfach, Spieler zu uns zu holen. Dazu waren einfach zu viele Fragezeichen in der Vorbereitung. Aber wir haben alle wichtigen Spieler halten können, das ist auch ein Zeichen, dass wir auf Konstanz setzen wollen. Jeder Spieler wird für den anderen kämpfen, und wir werden unser Bestes versuchen, um unseren Traum von der Regionalliga wahr zu machen", sagte Ponomarev, der seine Rede auf Englisch hielt ("aus Respekt vor der deutschen Sprache"). Neue Sponsoren gebe es bislang indes noch nicht. "Wir wollen möglichst viel Umsatz mit Fan-Artikeln, Catering und den Eintrittspreisen machen, und den Rest bezahle ich", versprach Ponomarev, um augenzwinkernd zu ergänzen: "Aber ich hoffe, dass das so wenig wie möglich sein wird."

Um die Zuschauer ins Stadion zu holen, ist natürlich Erfolg bitter nötig - aber die große Resonanz beim Fan-Treffen war schon mal ein gutes Zeichen. Dementsprechend beeindruckt zeigte sich auch der neue Trainer André Pawlak. "Es ist überwältigend, wie viele Fans heute Abend hier sind. Das sind ja mehr als beim Heimspiel in Velbert", mit diesen Worten eröffnete der Lehrer seine Vorstellung und hatte die Lacher auf seiner Seite. Pawlak wolle nicht nach hinten schauen, sondern nach vorne, und er appellierte, dass dies doch auch die Fans tun mögen. "Wir haben einen Kader, der in der Lage ist, die Liga zu gewinnen. Vielleicht kommen noch zwei Spieler. Aber wir müssen Ruhe in den Verein bekommen. Wir müssen den Verein wieder vereinen. Grabenkämpfe dürfen wir nicht schaffen. Ich möchte nicht versprechen, dass wir jetzt jedes Spiel gewinnen. Aber ich kann versprechen, dass wir alles dafür geben werden."

Keinen Platz im neuen KFC gibt es hingegen mehr für Ex-Profi Mo Idrissou. Er habe zwar noch einen gültigen Vertrag, aber "ich erwarte ihn nicht am Montag zum Trainingsauftakt. Und wenn er doch kommt, machen wir eine Trainingsgruppe B auf", kündigte Pawlak an, der sein Team für Montag, 17.30 Uhr, zum ersten Training einbestellt hat.

Unfreiwillig fehlen wird dabei übrigens Sebastian Hirsch. Der Außenverteidiger muss sich heute einer Leistenoperation unterziehen und fällt auf unbestimmte Zeit aus. Darum suchen die Uerdinger auch noch Ersatz für die linke Seite.

Quelle: RP
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