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KFC droht Schlammschlacht ums Geld

Lokalsport: KFC droht Schlammschlacht ums Geld
Der ehemalige KFC-Vorsitzender Lakis hofft, eine Schlammschlacht vermeiden zu können. Wie hoch die Verbindlichkeiten des Clubs gegenüber der Lakis Group sind, müssen möglicherweise die Gerichte klären. FOTO: Lammertz
Oberliga. Fußball: Ex-Vorsitzender Lakis soll zwei Millionen Euro fordern. Die will der Club aber nicht zahlen. Vielleicht muss er das auch gar nicht, sagt der frühere Verwaltungsrat Uwe Vohwinkel, weil es kaum schriftliche Vereinbarungen gebe. Von Oliver Schaulandt

Als Agissilaos "Lakis" Kourkoudialos seinen Rücktritt als Vorsitzender des KFC Uerdingen kundgetan hatte und der Verwaltungsrat Mikhail Ponomarev als Nachfolger präsentierte, da tat sich die Frage auf: Wie hoch sind die Außenstände, die der KFC gegenüber Lakis bzw dessen Unternehmensgruppe noch offen hat? Und, was noch wichtiger ist: Was passiert damit? Die Antwort liegt nun auf dem Tisch: Der ehemalige KFC-Boss fordert offenbar bis zu zwei Millionen Euro zurück. Viel zu viel, heißt es im Verein. Ponomarev soll angeblich 500.000 Euro geboten haben, im Gegenzug solle Lakis von allen weiteren Forderungen Abstand nehmen. Viel zu wenig, soll es angeblich von Lakis' Seite heißen. Ein Rechtsstreit droht, vielleicht sogar jene öffentliche Schlammschlacht, die doch beide Seiten eigentlich hatten vermeiden wollen. Welche Seite letztlich Recht hat, diese Frage ist äußerst schwer zu beantworten. Nicht ausgeschlossen ist, dass es demnächst vor Gericht geht, wenn ansonsten keine Einigung möglich ist. "Ich werde versuchen, mit Herrn Ponomarev eine gütliche Einigung zu treffen", sagte Lakis gestern.

Jetzt hat sich ein früheres Mitglied des Vorstands und Verwaltungsrates zu Wort gemeldet: Uwe Vohwinkel. Er glaubt, dass die Forderungen von Lakis zumindest in dieser Höhe utopisch seien - weil es in seinen Amtszeiten so gut wie keine schriftlichen Vereinbarungen zwischen Lakis und dem Club gegeben haben soll. "In meiner Zeit als Vorstandsmitglied (Februar 2008 bis Dezember 2009, die Red.) und als Verwaltungsratsmitglied (Januar 2010 bis November 2012, die Red.) gab es weder einen Sponsorenvertrag noch sonst einen Nachweis über Zuwendungen von Seiten Lakis' gegenüber dem KFC. Das einzige, was seinerzeit zwischen dem KFC und Lakis schriftlich fixiert wurde, ist ein Darlehensvertrag über 100.000 Euro aus dem Jahre 2008. Dieses Darlehen wurde wenige Wochen später aus den Erlösen des Spiels gegen Eintracht Frankfurt beglichen", sagt Vohwinkel.

Im Anschluss daran habe Lakis von den Werbemöglichkeiten, die der Club bietet, Gebrauch gemacht, wie etwa von Bandenwerbung oder dem Schriftzug auf dem Trikot. Eine schriftliche Gegenüberstellung, wie hoch die Zuwendungen von Lakis waren und welcher Betrag davon eben durch die Nutzung der Werbeflächen abgegolten wurde, habe es zumindest in der Zeit Vohwinkels im Amt nicht gegeben.

Lakis selbst wollte gestern am liebsten gar nichts dazu sagen, bestätigte aber, dass es tatsächlich so gut wie keine Vereinbarungen schriftlicher Natur gegeben habe. Aber: Bei nahezu allen Mitgliederversammlungen der jüngeren Vergangenheit hatte der Verwaltungsrat stets von noch offenen Forderungen seitens der Lakis Group berichtet - 2011 sollen es 1,3 Millionen Euro gewesen sein, bei der jüngsten Versammlung war von 1,5 Millionen Euro zum Ende des Geschäftsjahres 2014 die Rede. Seinerzeit habe Lakis eine Deckungslücke im Etat von rund 200.000 Euro beglichen, hieß es damals seitens des Verwaltungsratsvorsitzenden Andreas Galland. Und da dies ja Zahlen sind, die öffentlich kundgetan und den Mitgliedern als höchstes Gremium des Vereins so vorgestellt wurden, werden sie ja vermutlich auch begründet sein. Zwar habe Lakis schon frühzeitig einen Rangrücktritt angeboten, das heißt aber nicht, dass er auf sein Geld verzichten würde, sondern lediglich, dass er im Ernstfall der letzte ist, an den Geld zurückgezahlt werden muss.

Quelle: RP
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