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KFC will Profiabteilung ausgliedern

Lokalsport: KFC will Profiabteilung ausgliedern
Der Vorsitzende des Verwaltungsrates des KFC Uerdingen, Andreas Galland (links neben KFC-Boss Lakis und Verwaltungsrat Stefan Kaiser), hat eine Diskussion angestoßen, dass sich die Profiabteilung aus dem Restverein in eine Kapitalgesellschaft ausgliedern könnte. Das müssten allerdings die Mitglieder entscheiden. Eine Grundvoraussetzung dazu ist allerdings der Aufstieg in die Regionalliga - das fordern die Statuten des Fußballverbandes. FOTO: Thomas Lammertz
Fußball. Der Oberligist erwägt, die Erste Mannschaft vom Gesamtverein zu lösen und in eine Kapitalgesellschaft auszugliedern. Das gab es in Krefeld schon zwei Mal: im Eishockey bei den Pinguinen und im Handball beim TV Oppum. Von Heinrich Löhr

An diesem Wochenende pausiert die Oberliga Nordrhein, und so kann auch der KFC Uerdingen seine sportliche Situation als aktuell Tabellenvierter nicht verbessern. Dennoch beschäftigen sich die Vereinsverantwortlichen in diesen Tagen wieder einmal mit ihren Visionen von der Rückkehr der Uerdinger in den Profifußball, dem Anknüpfen an die großen Erfolge der achtziger und neunziger Jahre des vorigen Jahrhunderts. Gründung einer Kapitalgesellschaft und Ausgliederung mindestens der Ersten Mannschaft in diese heißen dabei die Zauberworte.

Angestoßen hat die Diskussion der Vorsitzende des Verwaltungsrates, Andreas Galland. "Um mittelfristig nicht in der Bedeutungslosigkeit zu versinken, ist eine Diskussion über die Öffnung des KFC für strategisches Kapitalinvestment und sportlicher Erfolg in der laufenden Saison unverzichtbar", schrieb der hauptberuflich bei der Stadt Neuss beschäftigte Jurist in der Uerdinger Stadionzeitung, die zum Spiel gegen Germania Ratingen heraus gegeben wurde.

Galland will das Ganze nicht Ad hoc umsetzen und insbesondere die Vereinsmitglieder mitnehmen. Voraussichtlich am 26. November diesen Jahres wird der KFC Uerdingen seine nächste turnusmäßige Jahreshauptversammlung abhalten, und bei der soll das Konstrukt - Galland denkt an eine einfache Gesellschaft mit beschränkter Haftung - den Mitgliedern vorgestellt werden. Die Abstimmung hierüber wäre einer weiteren, eventuell außerordentlichen Versammlung vorbehalten.

Gegen eine sofortige Umsetzung sprechen allerdings die Statuten des Fußballverbandes, der Kapitalgesellschaften erst ab der Regionalliga aufwärts zulässt. "Aber genau dahin wollen wir ja wieder zurück und dann eine bessere Rolle als in den beiden bisherigen Spielzeiten spielen", sagt Galland und könnte sich dabei als Termin dieser außerordentlichen Versammlung ein Datum parallel zum angepeilten Aufstieg vorstellen.

Erfahrung mit Kapitalgesellschaften im Sport haben in Krefeld die Pinguine GmbH, die am Spielbetrieb der Deutschen Eishockey-Liga teilnimmt, und der TV Oppum. Der Altmeister hatte Ende der neunziger Jahre des vorigen Jahrhunderts seine damals drittklassig spielende Erste Mannschaft in eine eigens gegründete Handballbetriebs GmbH ausgegliedert. Mit dem Abstieg der Mannschaft wurde diese GmbH dann aber wieder liquidiert.

Verfechter dieser Idee ist auch der neue zweite Vorsitzende und aktuelle Trikotsponsor des KFC Uerdingen, Mikhail Ponomarev. Der russische Geschäftsmann verweist darauf, dass eine Ausgliederung nicht nur den eingetragenen Verein von Haftungsrisiken befreit, sondern Unternehmen und Investoren zudem die Möglichkeit bietet, Geld zu investieren - Geld, das für höherklassigen Fußball unabdingbar ist und das in der benötigten Höhe allein von Gönnern oder Mäzenen dauerhaft nicht aufgebracht werden kann. "Sicherlich wird es eine Mindesteinlagenhöhe geben, aber die wird nicht so hoch sein, dass sich nicht auch 'kleinere' Sponsoren oder Gönner beteiligen können", sagt Galland und erteilt damit einer "geschlossenen Gesellschaft" eine Absage.

Quelle: RP
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