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"Werden wir Zweiter, ist das Ziel verfehlt"

Lokalsport: "Werden wir Zweiter, ist das Ziel verfehlt"
Michael Boris (rechts) bei seinem ersten Training. Noch sind eine ganze Reihe von Testspielern dabei, weil der Kader noch nicht endgültig steht. Das soll sich aber in den kommenden Tagen ändern. FOTO: Thomas Lammertz
Fußball. Michael Boris soll den KFC Uerdingen auf direktem Weg zurück in die Regionalliga führen. Gestern bat er seine Mannschaft zum ersten Training. Der Kader steht allerdings noch nicht. Zahlreiche Testspieler sind deshalb mit dabei. Von Oliver Schaulandt

Nein, große Hitze macht Michael Boris nichts aus. "Ist doch Superwetter, um Fußball zu spielen. Da gibt es doch nichts besseres", sagte der neue Trainer des KFC gestern Nachmittag, als er gestern Nachmittag bei gut 34 Grad seine neue Mannschaft zum leichten Aufgalopp für die neue Saison bat. Elf Spieler haben die Uerdinger inzwischen im Kader, seit gestern gehört auch Kai Schmidt dazu. Der Angreifer, der von Werder Bremen kommt, unterschrieb gestern seinen Vertrag (siehe neben stehenden Text). Darauf hoffen auch noch die zahlreichen Testspieler, die sich ebenfalls auf dem Trainingsplatz der Grotenburg tummelten, ehe es dann zum Laufen weiter ging.

"Die Spieler werden nach zehn Tagen wissen, dass ich nicht deren bester Kumpel bin. Es wird für sie sicherlich witzigere Zeiten geben als die Vorbereitung unter Boris. Ich bin nicht ihr bester Kumpel", hatte der neue Coach bei seiner Vorstellung in der vergangenen Woche schon gesagt, und gestern gab es darauf nun den ersten Vorgeschmack. Wie akribisch er in die Vorbereitung einsteigt, zeigt auch folgendes Beispiel: Gestern vor dem Training hatte er sich in der Umgebung der Grotenburg sogar eine entsprechende Laufstrecke abgemessen. Das muss er vielleicht auch so machen. Denn seine Mission ist klar: Er soll den KFC zurück in die Regionalliga führen. "Werden wir Zweiter, ist das Ziel verfehlt", sagt der 40-Jährige auch klipp und klar.

Natürlich sind das ziemlich große Worte, die erst einmal unter Beweis gestellt werden müssen - zumal bislang noch nicht mal der Kader endgültig steht. "Da hinken wir hinter dem Zeitplan zurück, keine Frage", sagt Boris, unterbricht kurz und lauscht. Hinter dem Stadion gibt ein Seehund Laut. "Das ist ja klasse hier, dass man die Tiere aus dem Zoo sogar hören kann. Da werde ich demnächst bestimmt mal mit meinem Sohn hingehen", sagt er und schmunzelt, ehe er dann wieder zur Sache kommt. "Bei einigen Spielern hängen ja noch andere Dinge mit dran, wie etwa ein Ausbildungsplatz. Das kann dann eben nicht immer sofort gehen."

Dennoch ist er überzeugt, eine schlagkräftige Mannschaft formen zu können, die dann in sein Lieblingsschema 4-2-3-1 passen. "Und dann sind wir erst einmal in der Bringschuld gegenüber den Fans. Bislang haben wir geredet, dem müssen wir auch die entsprechenden Taten folgen lassen. Und wir dürfen keinen unserer Gegner unterschätzen. Für viele Spieler aus anderen Clubs wird es schon das Spiel ihres Lebens werden, wenn sie mal in der Grotenburg spielen dürfen. Allerdings werden wir sicherlich nicht so eine Serie hinlegen wie vor zwei Jahren. Wir werden sicherlich auch mal verlieren und eine Durststrecke haben. Die darf allerdings nur ganz kurz sein." Natürlich seien auch Teams dabei, die ganz oben mitspielen werden und gegen die es ganz besonders schwer wird. "Wuppertal, MSV Duisburg U23, 1. FC Bocholt, vielleicht noch Oberhausens U23" zählt er zu den Top-Anwärtern auf den Aufstieg.

Täglich um 16 Uhr will er fürs Erste trainieren, ab und an auch mal Einheiten am Vormittag einlegen. Ein Trainingslager soll es aber wenn dann erst im Winter geben. "Die Bedingungen hier sind doch ideal", sagt er. Wie gesagt: Hitze macht ihm wohl nichts aus.

Quelle: RP
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