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Lokalsport
Kopfschütteln über neue DEB-Strukturen

Lokalsport: Kopfschütteln über neue DEB-Strukturen
In der roten Gruppe sind die vier best-platzierten Teams gesetzt, in der blauen Gruppe treten die vier Aufsteiger an. Acht weitere Teams ermitteln in Play-off-Spielen noch, in welcher Gruppe sie antreten. Die Gewinner spielen in der roten, die Verlierer in der blauen Gruppe. FOTO: Langen
Krefeld. Jugend-Eishockey: Der Deutschen Eishockey-Bund richtet seine Spielklassen in der Deutschen Nachwuchsliga und der Schüler-Bundesliga neu aus. Künftig soll es zwei Gruppen geben. Nicht alle Vereine sind damit einverstanden. Von Frank Langen

Für großes Kopfschütteln sorgte in der vergangenen Woche bei den meisten Vereinen der Deutschen Nachwuchsliga (DNL) eine Pressemitteilung des Deutschen Eishockey (DEB), der im Zuge einer Umstrukturierung und Neuausrichtung durch das Konzept POWERPLAY 26 den Spielbetrieb der Nachwuchsklassen in der DNL und der Schüler-Bundesliga in der kommenden Saison 2016/17 in einer angepassten Struktur austragen will. So soll die DNL künftig nicht mehr nur aus den zwölf bisherigen Mannschaften bestehen, sondern durch die Teams aus Iserlohn, Dresden, Ingolstadt und Schwenningen erweitert werden.

Dem DEB schwebt vor, die 16 Mannschaften nach sportlicher Leistung in zwei Gruppen (rote Gruppe und blaue Gruppe) zu je acht Teams aufzuteilen. In der roten Gruppe sind Mannheim, Köln, Berlin und Bad Tölz, sowie in der blauen Gruppe die vier Liganeulinge bereits gesetzt. Die Teams der Plätze fünf bis zwölf der Saison 2015/16 spielen zu Beginn der neuen Saison eine Qualifikationsrunde anhand derer die restlichen vier Plätze in der roten und der blauen Gruppe ermittelt werden. Der DNL-Meister wird am Saisonende, wie aus der Vergangenheit bekannt, durch Play-off-Runden ermittelt. Ravensburg, München und Nürnberg werden in der kommenden Saison als "Neulinge" auch am Spielbetrieb der Schüler-Bundesliga teilnehmen. Die Mannschaften werden im Norden und im Süden analog zur vergangenen Saison 2015/16 in jeweils zwei Leistungsklassen eingeteilt. Nach einer regionalen Evaluierungsrunde folgt eine bundesweite Meisterrunde. Die altbekannte Schülermeisterschaft im Turnierformat wird es in der kommenden Saison so nicht mehr geben, denn auch in der Schüler-Bundesliga wird der Meister nach Ende der Hauptrunde von den Plätzen eins bis vier via Play-offs ermittelt.

"Da wurde wieder einmal etwas über die Köpfe der Vereine hinweg entschieden. Da können wir als KEV'81 nicht hinwegschauen, denn das ist auch ein entscheidender Kostenfaktor", sagt KEV-Sportobmann Achim Staudt. Mit Iserlohn, Köln, Düsseldorf und Krefeld haben sich die betroffenen NRW-Vereine schon zu diesem Thema ausgetauscht, denn die Entscheidung bereitet allen Vereinen Bauchschmerzen. Aus deren Sicht ist es eine neue Struktur, die eher kontraproduktiv zu deren Ausbildungsauftrag im Nachwuchsbereich ist. "Wir NRW-Vereine werden uns in den nächsten Tagen und Wochen noch einmal beraten. Ich habe aus dem Süden gehört, dass diese Änderungen bei einigen Vereine dort auch nicht unbedingt auf Zustimmung stoßen", sagt Staudt weiter. Für Gesprächsthemen in der Sommerpause ist also gesorgt, denn nach Informationen unserer Zeitung wollen sich einige Vereine zusammen schließen und gemeinsam gegen die Reformpläne des DEB vorgehen. Angeblich soll sogar ein Verein erwägen, die neue Ausrichtung der Liga durch Nichtteilnahme am Spielbetrieb zu boykottieren.

Einen Grund dazu sieht Ernst Höfner, Cheftrainer Talent- und Vereinsbetreuung im DEB scheinbar nicht. "Wir knüpfen auch im Spielbetrieb der Nachwuchsmannschaften an unsere Vision an und werden in der kommenden Saison 2016/17 den Spielbetrieb der DNL und Schüler Bundesliga in Anlehnung an das Konzept POWERPLAY 26 neuausrichten. Ziel ist es, die Qualität des Spielbetriebs zu steigern und somit Leistungssportstandorte zu entwickeln", sagte Höffner in der Pressemitteilung des DEB.

Quelle: RP
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