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Krefelds weltmeisterliche Sportler

Lokalsport: Krefelds weltmeisterliche Sportler
Derya Saki holte sich in Hamburg ihren kampflos abgegebenen Gürtel als Boxweltmeisterin des Verbandes GBC zurück.
Derya Saki. Für Ringerin Aline Focken, Boxerin Derya Saki und die beiden Ruderer Jonathan Rommelmann und Lisa Schmidla geht ein erfolgreiches Jahr zu Ende. Rommelmann wird U23-Weltmeister, Schmidla Europameisterin und Zweite bei der WM, Focken holt Bronze bei Europaspielen und der WM, und Saki wird Box-Weltmeisterin.Von Oliver Schaulandt

 

Lisa Schmidla nimmt Jonathan Rommelmann auf den Rücken. Die beiden Ruderer sind Welt- und Europameister und ein heißer Olympiakandidat. FOTO: crc

Zu einem Start-Ziel-Sieg ruderten Jonathan Rommelmann vom Crefelder Ruderclub und sein Mainzer Partner im leichten Doppelzweier und kürten sich so bei den Weltmeisterschaften im bulgarischen Plodiv zum U23-Weltmeister. Um 0,3 Sekunden verpasste Rommelmann außerdem im deutschen Leichtgewichtsvierer im Finale der Weltmeisterschaften der Senioren auf dem Lac d'Aiguebelette die Goldmedaille. Schneller war nur das Gefährt aus Frankreich, das Rommelmann und seine Gefährten Philipp Grebner (Mainz), Daniel Lawitzke (Berlin) und Roman Acht (Limburg) auf den zweiten Platz verwies. "Erst habe ich mich geärgert. Wir waren so nah dran an Gold", sagte Rommelmann "aber nach einer Sekunde habe ich mich sehr über das gewonnene Silber gefreut."

 

Es war zwar nicht ganz der erhoffte Ausgang für den deutschen Frauen-Doppelvierer mit Lisa Schmidla vom Crefelder Ruder-Club an Bord. Zwar ging das Boot bei der Ruderweltmeisterschaft in Aiguebelette in Frankreich als Titelverteidiger ins Rennen, und zwar war das deutsche Boot bislang im Weltcup noch ohne jegliche Niederlage, doch mit der erhofften Goldmedaille wurde es nichts: Das Boot aus dem USA holte sich Gold, das deutsche Boot folgte dahinter. Dennoch: Vize-Weltmeister zu sein, das muss man erst einmal schaffen, und Lisa Schmidla schaffte nicht nur das, sondern noch mehr: Mit der Silbermedaille hat der Doppelvierer ungefährdet das Olympiaticket gezogen und das Boot für Rio 2016 qualifiziert. Außerdem sammelt Lisa Schmidla noch weitere Erfolge. Auch Europas Nummer 1 im Frauen-Doppelvierer kommt aus Krefeld: Mit ihrer Crew fuhr Lisa Schmidla beim EM-Finale einen ungefährdeten und von allen erwarteten Sieg mit ihrer Crew auf dem Maltasee in Poznan /Polen heraus. Zuvor hatte das Boot bereits alle Saisonrennen des World-Cups für sich entschieden.

 

Aline Focken hat sich ihren großen und lang gehegten Traum von der Teilnahme an den Olympischen Sommerspielen im kommenden Jahr in Rio erfüllt. Offiziell hat sie zwar nur Deutschland einen Olympia-Startplatz in der Gewichtklasse bis 69 Kilogramm gesichert. Aber wenn nichts Gravierendes dazwischenkommt, dann wird die 24-Jährige den deutschen Startplatz einnehmen. Das Olympia-Ticket sicherte sich die Krefelderin mit dem Gewinn der Bronzemedaille bei den Ringer-Weltmeisterschaften in Las Vegas. Bereits der Einzug ins Halbfinale war gleichbedeutend mit der Qualifikation für Rio. Einer Titelverteidigung stand im Halbfinale die spätere Weltmeisterin Natalja Worobiewa aus Russland im Weg, die Focken nach 1:19 Minuten schulterte. Zuvor hatte Aline Focken noch einen weiteren Erfolg eingefahren: Sie holte im Ringer-Wettbewerb bei den ersten Europaspiele, die in Baku/Aserbaidschan, ausgetragen wurden, ebenfalls Bronze.

 

Krefeld hat wieder ein Box-Weltmeisterin: Derya Saki holte sich in Hamburg ihren Titel als beste Boxerin der Welt mit einem Sieg nach Punkten gegen Miss Schleswig Holstein, Alicia Melina Kummer, zurück. Damit ist die 27-Jährige zum zweiten Mal Weltmeisterin im Leichtgewicht gemäß des Verbandes GBC (Global Boxing Coucil), nachdem sie ihren 2014 errungenen Titel zunächst kampflos abgeben musste. Trotz aller Bemühungen hatte sich binnen eines Jahres keine Gegnerin für die türkischstämmige Boxerin gefunden, und in diesem Fall schreiben die Statuten vor, dass sie ihren Gürtel zurückgeben muss. Jetzt will Derya Saki künftig verstärkt in den USA oder Südamerika Kämpfe bestreiten. Dazu hat sie auch beantragt, die deutsche Staatsbürgerschaft annehmen zu dürfen, weil laut ihres Coaches Manni Faber einige Promoter wohl auch aufgrund ihrer Nationalität Kämpfe nicht zugelassen hätten.

(Boxen)
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