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Lisa Schmidla fischt heute nach Gold

Lokalsport: Lisa Schmidla fischt heute nach Gold
Der Doppelvierer der Frauen gewann den Vorlauf mit knapp einer Bootslänge Vorsprung. FOTO: dpa, msc
Olympische. Rudern: Für die Schlagfrau des deutschen Doppel-Vierers steht bei den Olympischen Spielen in Rio um 15.34 Uhr das Finale auf dem Programm. Im Bootshaus des Crefelder Krefeld am E-See werden dann kräftig die Daumen gedrückt. Von Sabine Tschäge und H.-G. Schoofs

Spiele Deutschland tauchte gestern bei den Olympischen Sommerspielen in Rio zum ersten Mal in der Medaillen-Bilanz auf. Mit aller Wahrscheinlichkeit wird heute weiteres Edelmetall dazu kommen. Denn auf der olympischen Ruderstrecke Lago Rodrigo de Freitas fischt die Krefelderin Lisa Schmidla als Schlagfrau des deutschen Doppel-Vierers der Frauen nach einer Medaille. Lisa Schmidla vom Crefelder Ruderclub zog mit ihrem drei Teamkolleginnen in Vorlauf mit der schnellsten Zeit (6:30,8 Minuten) aller sieben Boote in das Finale ein. Unbekannte Größe sind die Ukrainerinnen, die den anderen Vorlauf gewinnen konnten und bisher in dieser Saison noch nicht gegen den DRV Vierer gerudert sind. Eine weitere Unbekannte ist das Wetter in Rio, Samstag und Sonntag noch katastrophale Bedingungen, sind sie am Montag wieder besser geworden, aber leider unbeständig und der unbekannte Faktor.

Einstmals als Kinderruderin beim Crefelder Ruder-Club über die Ruder AG der Gesamtschule Kaiserplatz zum Rudern gekommen, war nicht ab zu sehen, wo es sie einmal sportlich hingehen würde. Schmidla ist eine gereifte Athletin, die sich inzwischen sehr gut selber einschätzen kann. Sie gehört zu den Leistungsstärksten und auch ihre mentale Stärke brachte ihr die Schlagposition ein. "Ich fahre gerne Schlag. Meine Mannschaft in den richtigen Rhythmus zu bringen und sie dann über die Schlagzahl zu puschen, ist ein tolles Gefühl", beschreibt sie ihre Position im Boot, sieht sich aber als Teamplayer, das ist auch die große Stärke im DRV- Vierer. "Den Kopf frei kriegen ist leichter gesagt als getan, das Rennen ist omnipräsent", erzählt Schmidla am Telefon: "Ich hoffe auf ein wenig Ablenkung, so dass wir dann am Mittwoch wieder die nötige Spannung aufbauen können." Sonntag konnten sie nicht aufs Wasser, der Wind war zu stark: "Das war nicht so schlimm, es betrifft ja auch immer alle Gegnerinnen. Wir haben in der Halle auf dem Ruderergometer und Spinningrad trainiert." Montag dann ruderbare Bedingungen, einzig die Wellen der anderen Boote, besonders der trainierenden Achter störten ein wenig. Zusammen haben sie sich dann noch den Hoffnungslauf angeschaut: "Sehr verwunderlich, dass Australien ausgeschieden ist", erklärte Schmidla. Heute früh wird das Quartett gegen 6 Uhr Ortszeit aus dem Olympischen Dorf losfahren. Gut eine Stunde dauert es mit dem Shuttle zur Strecke. Dann wird noch fünf Kilometer auf dem Wasser trainiert, um den Kreislauf in Schwung bringen und einen Eindruck von der Strecke zu bekommen. 90 Minuten vor dem Rennen beginnt die Routine: Boot checken, umziehen. 60 Minuten vorher noch mal letzte Besprechung mit dem Trainer, dann geht es 40 Minuten vorher zum Boot und spätestens 30 Minuten vorher auf das Wasser. Dann endlich läuft das ab, was sie das letzte Jahr immer und immer wieder geübt haben. "Ich bin dann immer froh, wenn wir auf dem Wasser sind, der Moment am Startblock ist noch mal sehr angespannt, aber wenn die Startampel auf Grün umspringt, ist es wie eine Erlösung, dann freue ich mich und habe richtig Bock, wenn das Boot Tempo auf nimmt, ich liebe das", sagt Schmidla. Im Finale rudern sie gegen die Ukraine, Niederlande, Polen, USA und China. Die beiden letztgenannten Boote sollten eher eine Nebenrolle spielen, aber alle anderen Boote sind gefährlich: "Spätestens seit der WM in Frankreich nehme ich keinen mehr auf die leichte Schulte", so Schmidla über ihre Gegnerinnen. Ihr Verein CRC lädt heute alle Mitglieder und Freunde zum Public Viewing ins Boothaus an der Batavastraße ein. Los geht es um 15 Uhr. Auch Schmidlas Familie wird vor Ort sein. Lisa kann an diesem Tag für den CRC schreiben, denn noch nie gab es eine Olympische Medaille. Alle drücken die Daumen und sind im "Lisa-Fieber": Go Lisa Go!

Quelle: RP
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