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Lisa Schmidla verpasst World-Cup-Sieg

Lokalsport: Lisa Schmidla verpasst World-Cup-Sieg
FOTO: deutscher ruderverband / seyb
Krefeld. Rudern: Der erfolgsverwöhnte deutsche Vierer kam beim Weltcup in Luzern gut anderthalb Sekunden hinter dem Siegerboot aus Polen über die Ziellinie. Bis zu den Olympischen Spielen muss sich ihre Crew noch deutlich steigern. Von Sabine Tschäge und Oliver Schaulandt

Lisa Schmidla hat beim verregneten Weltcup-Rennen in Luzern den angestrebten Sieg mit dem deutschen Frauendoppelvierer überraschend verpasst. Die Krefelderin, die für den Crefelder Ruderclub rudert, belegte mit ihren drei Teamgefährten lediglich den zweiten Rang hinter dem siegreichen Boot aus Polen. Der Ruder-Weltcup auf dem Rotsee galt im Vorfeld als wichtigster Leistungstest vor den Olympischen Spielen in Brasilien. Vielleicht war dies aber auch ein Warnschuss zur rechten Zeit: Bei den Olympischen Spielen in Rio, die in knapp zehn Wochen beginnen, zählt das deutsche Boot, in dem die 24 Jahre alte Krefelderin als Schlagfrau den Takt angibt, schließlich zu den Top-Anwärtern auf eine Medaille - auch die Goldene ist für den Europameister durchaus drin.

Eigentlich ging für den Deutschen Frauendoppelvierer auf dem "Göttersee" in Luzern im Vorlauf alles gut los, doch an diesem Sonntag zum Finale hatten die Götter kein Happy End für den DRV-Vierer vorgesehen, der blieb den Polinnen vorbehalten. Glattes Wasser, aber kalter Regen, so präsentierte sich der Rotsee in Luzern. Bedingungen, die faire Wettkämpfe erlaubten und für die Weltelite des Ruderns eine gute Bühne boten.

Im Vorlauf ging es auch schon direkt gegen die Polinnen, hier hatte der DRV-Vierer aber die Nase vorne. Vom Start an hatten sich die deutschen Damen in Führung geschoben und den Polinnen keine Chance zum direkten Finaleinzug geboten. Den anderen Vorlauf hatten die Niederländerinnen für sich entschieden, die Schmidla auch zu den Mitfavoritinnen zählte. Im Finale dann aber traf der Doppelvierer auf ein stark auffahrendes Boot aus Polen. Direkt vom Start an schafften sie es, ihren Bug in Führung zu schieben. Schmidla trieb ihre Mannschaft immer wieder an. Bugfrau Annekatrin Thiele aus Leipzig, Carina Bär aus Heilbronn und Marie-Catherine Arnold aus Hannover fanden jedoch kein Mittel, zu den Polinnen auf zu schließen. Am Ende waren es 1,6 Sekunden, das entspricht einer 2/3 Bootslänge, dicht gefolgt von den Niederländerinnen, die auf dem dritten Rang ins Ziel kamen.

"Das war nicht gut gemacht von uns, die Polinnen haben uns ausgekontert und ihren Vorsprung bis zum Ziel gut verwaltet", sagte Schmidla nach dem Rennen. "Wir dachten, dass die Polinnen noch einbrechen. Sind sie aber nicht. Wir müssen in den nächsten Wochen noch ordentlich arbeiten."

Sie ärgerte sich schon sehr über das Ergebnis, weiß aber auch, dass es jetzt wichtig ist, besonnen zu bleiben und nicht alles in Frage zu stellen - bis zu den Olympischen Spielen ist es schließlich noch eine Weile hin. Die Verantwortlichen um DRV-Cheftrainer Marcus Schwarzrock müssen sich aber bis Rio noch einiges einfallen lassen, denn insgesamt hat der DRV seine eigene Vorgabe, eine Siegleistung zu erzielen, verfehlt. Lediglich der Deutschlandachter und der Frauen-Doppelvierer erruderten eine Silbermedaille. "Damit sind wir nicht zufrieden. Sicherlich wollten wir eine Siegleistung haben. Wir werden uns jetzt beraten, aber nicht alles in Frage stellen", sagte Cheftrainer Marcus Schwarzrock.

Bundestrainer und Bootstrainer Sven Ueck aus Berlin wird in den nächsten Wochen viel Arbeit haben, will er den DRV-Vierer zurück in die Goldspur führen.

Quelle: RP
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