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Lokalsport
Mitgliederschwund in den Handballclubs

Handball. Beim Kreistag des Handballkreises Krefeld-Grenzland wies der Vorsitzende Reinhard Wille auf eine besorgniserregende Entwicklung hin. Der scheidende Geschäftsführer Günter Maritzen erhielt für seine Verdienste die Goldene Ehrennadel Von Frank Langen

Nur alle drei Jahre finden sich die Handballvereine des Kreises Krefeld-Grenzland zu einem ordentlichen Kreistag zusammen. Am Montagabend war es dann mal wieder soweit, und so war es kein Wunder, dass der Kreisvorsitzende Reinhard Wille aus Kempen sehr viele Delegierte im Saal der Hausbrauerei Schmitz-Mönk in Anrath begrüßen durfte. Wille begann den Abend allerdings mit einer nüchternen Betrachtung der aktuellen Lage. In seinem Bericht teilte er mit, dass der Kreis Krefeld-Grenzland erfreulicherweise bei der Anzahl der gemeldeten Jugend- und Seniorenteams mit 369 noch die größte Meldezahl im Handballverband Niederrhein hat. Allerdings auf die zurückliegenden Jahre gesehen ist es eine besorgniserregende Zahl. In den Jahren 2011 (422) und 2013 (396) wurden mehr Teams gemeldet. "Wie verzeichnen in einem Zeitraum von vier Jahren einen Rückgang von rund 12,5 Prozent.

Im Jugendbereich steigt diese Zahl sogar auf beunruhigende 17,4 Prozent", sagte Wille, der die Ursachen mit den Auswirkungen der demografischen Entwicklung und der Konkurrenz anderer Sportarten ausgemacht hat. Dass hier kaum Einfluss genommen werden kann, stehe außer Frage. Umso so wichtiger hält Wille es, dass im Handballsport die vorhandenen Ressourcen genutzt und die Interessen des Handballsports mehr in den Blick rücken als nur das pure Vereinsinteresse. Im Kreis selber finden sich solche Blickweisen in Form von Spielgemeinschaften wieder oder Spielklassen werden so gestaltet, dass diese einen attraktiven Spielbetrieb bilden.

Im Falle der Flüchtlingssituationen haben viele Vereine durch die Organisation des Kreises ein hohes Maß an Solidarität und Verständnis bewiesen. Der Kreis möchte seine Vereine künftig stärker mit in die Entscheidungsprozesse einbinden. Ein bisschen Wehmut kam dann bei den Vorstandswahlen auf. Mit Kassierer Klaus Wienands, der neun Jahre lang verantwortungsvoll und sparsam das Finanzielle regelte, sowie der Krefelder Günter Maritzen, der als Geschäftsführer über ein Jahrzehnt quasi die Seele des Handballkreises war, stellten zwei Amtsinhaber ihre Posten für frisches Blut zur Verfügung. Wolfram Gerlach (VT Kempen) wurde als neuer Kassierer ebenso einstimmig gewählt, wie auch Monika Anstötz (Turnerschaft Grefrath), die in die großen Fußstapfen des Geschäftsführers tritt. Da Anstötz vorher Frauenwartin war, wurde mit Nina Hubrach (Adler Königshof) eine passende Nachfolgerin gefunden. Weiterhin im Amt verbleiben Reinhard Wille (Vorsitzender), Günter Blank (Stellv. Vorsitzender) und Klaus Schwelm (Rechtswart).

Zum Abschluss galt es die scheidenden Vorstandsmitglieder noch zu ehren. Wienands erhielt die Silbernadel mit Urkunde des Handballverbandes. Maritzen wurde neben der Kreisehrennadel in Gold noch unter stehenden Ovationen zum Ehrenmitglied des Handballkreises gewählt.

Quelle: RP
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