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Musculus trifft in Wattenscheid zwei Mal

Lokalsport: Musculus trifft in Wattenscheid zwei Mal
Lucas Musculus trifft den Ball perfekt, sein Schuss geht zur 2:1-Führung ins lange Eck. FOTO: Samla
Krefeld. Doch das reicht nicht. Der KFC Uerdingen führt sogar ein drittes Mal, muss sich aber am Ende mit einem 3:3 begnügen, was sich wie eine Niederlage anfühlt. Aber die rund 300.000 Fernsehzuschauer haben ihre helle Freude. Von Thomas Schulze

Michael Wiesinger hatte angekündigt, dass am Sonntag Nachmittag zwei Profimannschaften aufeinander treffen. Mit Blick auf die Live-Übertragung bei Sport1 meinte er, das sei ein Pflichttermin für einen Fußballfan. Tatsächlich sollten die rund 300.000 Zuschauer, die trotz des schönen Wetters vor dem Fernseher saßen, es nicht bereuen. Sie sahen ein gutes, vor allem aber extrem unterhaltsames Regionalligaspiel mit sechs Toren. "Für die Zuschauer war das toll, aber die Trainer sind nicht zufrieden", meinte Farat Toku, der Coach der SG Wattenscheid 09. Damit lag er natürlich goldrichtig. Doch nicht nur die beiden Trainer waren nach dem 3:3 (1:2) zwischen Wattenscheid und Uerdingen nicht zufrieden, sondern auch die Spieler und Anhänger des KFC. Der hatte nämlich drei Mal geführt, doch jedes Mal den Ausgleich hinnehmen müssen. So fühlte sich der Punktgewinn nach dem Spiel doch eher an wie eine Niederlage, zumindest aber wie zwei verlorene Punkte.

"Natürlich bin ich enttäuscht, wenn wir drei Mal führen und das Ding nicht über die Zeit bringen. Wir müssen das vierte Tor machen, dann wäre es das gewesen", sagte Michael Wiesinger. "Aber es war ein intensives, abwechslungsreiches Spiel mit vielen Fehlern in der Defensive."

Das war die große, unangenehme Überraschung. In 19 Meisterschaftsspielen zuvor hatte der KFC nur elf Gegentore kassiert und diesmal drei in 90 Minuten - unvorstellbar. Zumindest einer der Gründe lag auf der Hand: Mario Erb war wegen seiner Roten Karte im Pokalspiel gegen Rot-Weiß Oberhausen (0:2) gesperrt. Der Kapitän, der ansonsten mit Christopher Schorch das Herzstück der Viererkette bildet, fehlte an allen Ecken und Kanten. "Aber wir dürfen das nicht auf eine Person runterbrechen", meinte Torhüter Rene Vollath. "Wir haben schlecht verteidigt, waren nicht konsequent, und dann scheppert es."

Es gab aber auch eine positive Überraschung, denn drei Tore hatte der KFC erst ein einziges Mal in dieser Saison erzielt: beim 3:1 gegen das Schlusslicht Rhynern. Und es waren drei sehenswerte Treffer. Zunächst brachte Kapitän Christopher Schorch nach einem Freistoß von Jan Holldack die Blau-Roten mit einem Kopfball in Führung. Eine Lücke in der KFC-Abwehr zwischen Alexander Bittroff und Schorch nutzte der Ex-Uerdinger Nico Buckmaier, inzwischen Kapitän in Wattenscheid, zum Ausgleich. Eine schöne Kombination brachte die erneute Führung für die Gäste. Nach Zuspiel von Florian Rüter flankte Dennis Chessa hart in den Strafraum. Lucas Musculus nahm den Ball an und schoss ihn im Stile eines echten Torjägers aus der Drehung ins lange Eck.

Nach dem Wechsel drängten den Gastgeber energisch auf den Ausgleich und belohnten sich nach nur sieben Minuten. Torjäger Joseph Boyamba köpfte zum wenig überraschenden Ausgleich, denn der KFC hatte sich in den Minuten einschnüren lassen und nicht befreien können. Doch die Uerdinger zeigten sofort eine Reaktion und gingen durch Musculus ein drittes Mal in Führung. Dann hatte Maximilian Beister seine erste große Szene und die Möglichkeit zur Vorentscheidung, doch scheiterte er an Torhüter Steffen Scharbaum. So kam es zur gerechten Punkteteilung.

Ein Punkt gewonnen oder zwei verloren - das wird man erst am Ende der Saison wissen. Zunächst einmal hat der KFC die Tabellenführung übernommen. Da darüber konnte sich gestern niemand so recht freuen. Aber vielleicht kommt das ja noch.

Quelle: RP
 
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