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Nach 1173 Siegen: Radler Nepp schreibt Biografie

Lokalsport: Nach 1173 Siegen: Radler Nepp schreibt Biografie
Manfred Nepp mit seiner Biografie "Ein Sir auf zwei Rädern": Der 74 Jahre alte ehemalige Radrennsportler stellt das Buch jetzt auf der Buchmesse in Frankfurt vor. FOTO: Lothar Strücken
Radsport. "Ein Sir auf zwei Rädern" heißt das 602 Seiten starke Buch, das der 74 Jahre alte Krefelder Radrennfahrer Manfred Nepp auf der Buchmesse in Frankfurt vorstellen wird. Von Oliver Schaulandt

Wenn Manfred, genannt "Manni", Nepp über seine Karriere erzählt, dann muss man schon eine ganze Menge an Zeit mitbringen. 60 Jahre lang hat der inzwischen 74 Jahre alte Krefelder auf dem Sattel seines Rennrades gesessen, unzählige Rennen ist er in dieser Zeit gefahren - und hat dabei insgesamt sagenhafte 1173 Siege davon geragen. "Meine ganze Kellerbar steht voll mit Pokalen und Trophäen", erzählt Manfred Nepp. Zusammen mit seinem ebenfalls aus Krefeld stammenden Kollegen Rudi Christ hat Nepp nun über seine Karriere ein Buch veröffentlicht. 602 Seiten umfasst es, darin enthalten sind hauptsächlich Fotos und Zeitungsausschnitte aus Nepps langer Karriere.

"Ich hätte nie gedacht, dass ich mal ein Buch schreiben würde", erzählt Nepp. "Auf die Idee dazu hat mich dann Rudi Christ gebracht." Christ, der ebenfalls leidenschaftlicher Radsportler ist, aber auch als Bildhauer und Bergsteiger aktiv ist, hatte im Bücher veröffentlichen schon mehr Erfahrung. Sechs Werke sind von ihm bereits im Handel, jetzt kommt sein neuestes mit dem Titel "Atemlos - Ruhelos - Kreativ" auf den Markt. Die beiden werden dazu morgen nach Frankfurt fahren; auf der dortigen Buchmesse werden die Autoren ihre beiden Werke dort vor Fachpublikum präsentieren - auf Einladung des Verlages, der Edition Winterwerk.

Ein halbes Jahr hat Manfred Nepp gebraucht, um sein Buch fertig zu stellen. "Dreimal in der Woche habe ich mich für drei Stunden mit Rudi getroffen. In der Zeit haben wir dann alte Alben gewälzt, wo ich Zeitungsausschnitte und alte Fotos aufbewahrt habe", erzählt Nepp. Von jedem Jahr sei es eins gewesen, im Buch nun sind nur ausgewählte Stücke erschienen, "sonst hätte es noch mehr Seiten umfasst", sagt Nepp, dem einst der ehemalige RP-Journalist Wilfried Tokarski den Beinamen "Sir" verpasste.

Mit 18 Jahren stieß Manni Nepp zur Bahnnationalmannschaft. Zehn Jahre später spezialisierte er sich dann auf Straßenrennen, die er später in seiner Karriere gemeinsam mit seinem Sohn Uwe fuhr. Unter seinem Trainer, dem legendären Radsportler Rudi Altig, bezwang er bei der Norwegen-Rundfahrt im Einzelfahren sogar den damaligen Weltrekordler Knut Knudsen. Insgesamt gewann Nepp 1173 Rennen, sammelte dabei über 40 Weltmeisterschaftsmedaillen, 13 Welt- und Europamasterssiege. Außerdem siegte er jeweils sieben Mal bei der Mexico- und der Cote D'Azur-Rundfahrt, vier Mal bei der Rundfahrt durch Südafrika und wurde mehrfacher Sieger bei der Bahnweltmeisterschaft in San Diego - die genaue Auflistung seiner Erfolge gibt es im Buch an.

Mittlerweile sitzt der inzwischen 74-Jährige nur noch sporadisch im Sattel. Vor drei Jahren hatte ihn bei einem Trainingslauf eine Frau mit dem Auto angefahren; Nepp hatte sich dadurch so schwer verletzt, dass eine Fortsetzung seiner Karriere nicht mehr möglich war. Noch heute leidet er unter den Folgeerscheinungen des Unfalls. "Radfahren geht jetzt eben nur noch langsam, aber ich möchte mich auch nicht unterkriegen lassen", sagt Nepp.

Quelle: RP
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