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Lokalsport
Nimczyk verpasst die Traber-Krone

Trabrennen. Der Deutsche Meister aus Schiefbahn wurde beim 122. Deutschen Derby auf der Bahn von Berlin-Mariendorf mit seinem Hengst "Tom&Jerry Diamant" disqualifiziert. Auch Favorit Roland Hülskath aus Krefeld erreichte das Ziel nicht. Von H.-G. Schoofs

Michael Nimczyk bleibt auch nach dem 122. Deutschen Derby ein ungekrönter Traberkönig. Der Deutsche Meister der Berufsfahrer aus Schiefbahn wurde Sonntag auf der Bahn von Berlin-Mariendorf beim jährlichen Höhepunkt des Trabrennsports mit seinem Hengst "Tom&Jerry Diamant" bereits kurz nach dem Start disqualifiziert, weil das Pferd ins Galoppieren kam. Dieses Schicksal teilte er mit dem Krefelder Roland Hülskath, der mit "Portland" von den Experten als Favorit Nummer 1 gehandelt worden war. "Natürlich hätte ich das Derby sehr gerne gewonnen. Aber es hat nicht sollen sein. Im nächsten Jahr starte ich einen neuen Anlauf. Aber insgesamt bin ich mit den Ergebnissen der Derbywoche zufrieden", sagte der Champion mit dem Goldhelm gestern nach seiner Rückkehr aus Berlin.

Damit traf er den Nagel auf den Kopf. Insgesamt ging er an den insgesamt acht Derby-Renntagen 56 Mal an den Start, feierte dabei 21 Siege und war zusätzlich noch mehrmals platziert. Für die verschiedenen Pferdebesitzer fuhr er insgesamt gut 140 000 Euro an Preisgeldern ein. Die meisten Pferde sind auf dem Kaiserhof in Schiefbahn zu Hause. Daher wäre eine so erfolgreiche Derby-Woche ohne die vielen fleißigen Helfer aus dem Nimczyk-Stall nicht möglich. Was auf dieser stolzen Ausbeute fehlt, ist das i-Tüpfelchen, ein Sieg im Derby oder beim Stutenpreis.

Nimczyk eröffnete die Derby-Woche an der Spree am vergangenen Mittwoch mit einem Novum. Beim PMU-Renntag fuhr er bei allen fünf Rennen als Sieger ins Ziel. Am Freitag gewann der mit der Stute "Goldy Stardust" das mit 30 000 Euro dotierte "Bruno-Cassirer-Rennen". Höhepunkt am Samstag war der mit 103 000 Euro dotierte Deutsche Stutenpreis. Eine Woche zuvor hatte sich Nimczyk bei den fünf Vorläufen mit drei Stuten für das Finale qualifiziert. Dort saß er hinter "Honesty Newport" im Sulky. Die beiden anderen Vorlaufsieger wurden dem finnischen Spitzenfahrer Jörgen Sjunnesson ("Tijuana Diamant") und dem Münchner Rudi Haller ("Charlotte Newport") anvertraut. Nimczyk hatte mit der Startnummer zwei eine sehr gute Ausgangsposition. Doch am Ende sprang für den Schiefbahner nur Platz sieben heraus. "Charlotte Newport" und "Tijuana Diamant" gewannen zur Freude ihres Berliner Besitzers und Bahneigentümers Ulrich Mommert Silber und Bronze.

Der Sonntag begann für Nimczyk verheißungsvoll. Bei den ersten beiden Rennen des Tages belegte er jeweils Platz zwei. Dann gewann er den mit 60 000 Euro dotierten "Super-Trot-Cup". Höhepunkt des Tages war das 122. Deutsche Traber-Derby, bei dem insgesamt 251 000 Euro auf die Plätze eins bis acht verteilt wurden. Nimczyk hatte acht Tage zuvor bei den vier Vorläufen drei Hengste ins Finale gesteuert. Er entschied sich für "Tom&Jerry Diamant". Für "Mister Ed Heldia", der im Besitz seines Onkels Hans Brocker aus Willich ist, wurde der europäische Top-Fahrer Björn Goop aus Schweden verpflichtet. Pferd Nummer drei vom Kaiserhof ("Mc Arthur") lag in den Händen des Dänen Michael Larsen. Allen Zuschauern, die auf den Geheimfavoriten "Tom&Jerry Diamant" als Sieger gewettet hatten, stockte kurz nach dem Start der Atem, als der dreijährige Hengst galoppierte und aus dem Rennen genommen wurde. Wenigstens sein Onkel Hans Brocker konnte nach dem Zieleinlauf jubeln. Denn für Platz vier gab es immerhin noch 20 000 Euro.

Nach einer kurzen Verschnaufpause geht Nimczyk, der jetzt mit 114 Siegen das Berufs-Championat mit großem Vorsprung anführt und auch 2018 den Goldhelm tragen wird, am Wochenende wieder an den Start. Auch auf internationalen Bahnen will er sich in die Siegerlisten eintragen. Das gilt vor allem mit dem fünfjährigen Hengst "Cash Hanover" und der vierjährigen Stute "Goldy Stardust", die beide zu den derzeit schnellsten Trabern Deutschlands zählen.

Quelle: RP
 
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