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Lokalsport
Pinguine: Denkpause für Kapitän Pietta

Del. Eishockey: Nach einem Gespräch zwischen Aufsichtsrat und sportlicher Leitung gehört der Nationalspieler für das heutige Spiel in Wolfsburg nicht zum Aufgebot. Die Torwartsuche gestaltet sich schwieriger als erwartet. Von H.-G. Schoofs

Daniel Pietta wurde am Mittwoch 29 Jahre alt. Zum Feiern war dem Kapitän der Pinguine sicher nicht zu Mute. Denn tags zuvor hatte er erfahren, dass er nicht zum Aufgebot für das heutige Auswärtsspiel in Wolfsburg gehören wird. Diese Maßnahme spiegelte sich diese Woche im Training wider. Der Nationalspieler gehörte zu keiner der beiden Überzahlformationen. Begründet wurde die Entscheidung, die nach einem Gespräch zwischen dem Aufsichtsrat und der sportlichen Leitung getroffen wurde, gestern nicht. Weder Franz Fritzmeier noch Wolfgang Schulz wollten eine Stellungnahme abgeben. Der Trainer erklärte zudem, dass es keinen Sinn mache, Pietta zu fragen: "Daniel sagt nichts. Das ist auch in Ordnung." Am Sonntag beim Heimspiel gegen Augsburg (14.30 Uhr) wird Pietta eventuell wieder auf dem Eis stehen. Bekommt er also nur eine kurze Denkpause?

Die sportliche Lage der Pinguine macht Pietta natürlich zu schaffen. Vor knapp einem Jahr unterschrieb er einen Zehnjahresvertrag. Damals hieß es, um ihn soll eine schlagkräftige Mannschaft aufgebaut werden. Jetzt stehen die Pinguine am Tabellenende und besitzen kaum noch eine Chance, die Play-offs zu erreichen. Damit scheint der Kapitän mental nicht klarzukommen. Er wirkte in den vergangenen Wochen auf dem Eis teilweise wie gelähmt. Dazu belastet seine negative Körpersprache die Stimmung im Team. Doch gerade als Kapitän ist er momentan mehrt denn je gefordert, auf dem Eis und im Umfeld eine positive Richtung vorzugeben. "Klar ist es nicht mehr gemütlich bei uns. Der Wind wird rauer. Jeder muss eine Schippe drauflegen. Jeder muss sich bewusst sein, dass es um den Club geht", sagt Fritzmeier.

Wie sich diese sicher unpopuläre aber für Insider nachvollziehbare Entscheidung auswirkt, wird das Spiel in Wolfsburg zeigen. Das Kapitänsamt übernimmt Herberts Vasiljevs. "Herbie ist derzeit im Training und in den Spielen ein Vorbild und gibt Gas", sagt Fritzmeier. Gas geben werden heute auch die Wolfsburger Grizzlys. Nach fünf Siegen in Folge treten die Autostädter mit breiter Brust an, besonders in Überzahl. In den vergangenen fünf Duellen erzielten sie mit einem oder zwei Mann mehr auf dem Eis 14 Treffer.

Am Sonntag gegen Augsburg rechnet sich Fritzmeier die größeren Chancen aus, am Wochenende endlich einen Sieg einzufahren: "Dieser Gegner ist schwer einzuschätzen, aber wir können ihn in den Griff bekommen." Bei den Panthern sind einige Akteure angeschlagen. In beiden Wochenendspielen wird Patrick Klein im Tor stehen. Ersatz für den verletzten Tomas Duba ist nicht so schnell in Sicht wie erwartet. Der Schwede Mark Owuya hatte den Vertrag schon vorliegen, sagte aber am Mittwochabend ab. Auch zwei Torhüter aus Übersee entschieden sich kurzfristig, in Heimatnähe zu bleiben. "Wir haben weitere Kandidaten im Auge. Vor dem Wochenende wird das aber mit einer Verpflichtung nicht klappen", sagt Rüdiger Noack.

Quelle: RP
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