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Lokalsport
Pinguine hoffen auf Rettung der Freezers

Del. Eishockey: Der Rückzug der Hamburger aus der Deutschen Eishockey-Liga sorgte gestern beim Sommertraining der Krefelder Spieler für reichlich Gesprächsstoff. DEL-Chef Gernot Tripcke rechnet für die neue Saison weiter mit 14 Klubs Von H.-G. Schoofs

Als die Pinguine gestern früh im KöPa ihren Kabinentrakt für die lokalen Medienvertreter öffneten, die beim Krafttraining der Spieler zuschauen durften, da gab es eigentlich nur ein Thema: Hamburg Freezers. Der überraschende Rückzug aus der DEL hat in der gesamten Eishockey-Familie des Landes für Entsetzen gesorgt. "Ich kann mir gut vorstellen, wie den Mitarbeitern der Geschäftsstelle und den Spielern jetzt zu Mute ist", sagte Martin Schymainski, ehe er sich zwei Hanteln schnappte und diese in die Luft stemmte. Patrick Klöpper, der zuletzt für den Zweitligisten Bremerhaven auf Torejagd ging, rechnet damit, dass der Klub von der Nordsee für die Freezers in die DEL aufrücken möchte: "Das Interesse ist dort groß. Die Bedingungen sind ideal. Der Zuschauerzuspruch ist sehr gut."

Bis zum kommenden Mittwoch müssen die Lizenzunterlagen für die neue Eiszeit eingereicht werden. "Ich gehe nicht davon aus, dass ein Verein den Hamburgern die Lizenz abkaufen wird. Dann müssten ja auch alle Verträge übernommen werden", sagte Rüdiger Noack, der gestern mit Freezers-Sportdirektor Stéphane Richer telefoniert hat: "Es gab für ihn überhaupt keine Anzeichen für diese Entscheidung." Noch in dieser Woche hatte er eine Turnierteilnahme für die Mannschaft bestätigt. Noack glaubt, dass es Vereine aus der DEL 2 gibt, die jetzt überlegen, den Platz von Hamburg einzunehmen. Denn sollte es keine Rettung für die Freezers geben, was die Pinguine nicht hoffen, dann würden laut DEL-Statuten Nachrücker-Möglichkeiten greifen, was DEL-Chef Gernot Tripcke gegenüber dem Fernsehsende NDR bestätigte. Tripcke geht davon aus, dass in der kommenden Saison auch ohne Auf- und Abstieg mit 14 Klubs gespielt werde.

Fleißig trainiert wurde bei den Pinguinen gestern trotzdem. "Die Spieler arbeiten sehr hart. Man muss sie nicht antreiben", sagte Ville Vaija. Vom neuen Co-Trainer aus Finnland sind die Spieler angetan. "Er kennt die modernsten Trainings-Methoden. Er achtet genau auf die richtigen Bewegungsabläufe", sagte Norman Hauner. Vaija filmt mit seinem Handy die Übungen und bespricht die Aufnahmen hinterher mit dem Spieler."

Insgesamt ist das Sommertraining, das zwölf Wochen dauert, sehr abwechslungsreich. Dazu gehört auch Futsal auf dem Soccercourt an der Horkesgath oder Hockeyspielen in der Turnhalle, allerdings nicht auf Rollen. Daniel Pietta, der sofort nach dem letzten Testspiel mit der Nationalmannschaft ins Sommertraining eingestiegen ist, macht ab Montag erstmal knapp drei Wochen Urlaub in Kalifornien. Den hat er sich auch redlich verdient. Beim Bankdrücken hat er im Team mit 170 Kilogramm die Nase vorn. Fit wie ein junger Hüpfer tanzte Herberts Vasiljevs beim Sprungtraining über die Stangen. Dass er in einer Woche 40 Jahre alt wird, sieht man dem Kapitän nicht an. "Der ist fit wie ein Turnschuh", sagt sein Trainer Franz Fritzmeier.

Quelle: RP
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