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Pinguine leiden unter Ladehemmung

Lokalsport: Pinguine leiden unter Ladehemmung
Etwas Positives gab es gestern aus Krefelder Sicht trotz der Niederlage doch zu sehen. Dominik Meisinger, der hier gegen den Nürnberger Matthew Murley zum Schuss kommt, feierte nach langer Krankheit sein Comeback. FOTO: Lammertz, Thomas
Del. Eishockey: Die Krefelder mussten sich gestern Abend im Heimspiel gegen die Nürnberger Ice Tigers mit 0:4 geschlagen geben. Vor 4012 Zuschauern kassierten die Schwarz-Gelben im Mitteldrittel zwei Gegentore innerhalb von 19 Sekunden. Von H.-G. Schoofs

Im siebten Saison-Heimspiel kassierten die Pinguine gestern Abend gegen die Nürnberger Ice Tigers bereits ihre fünfte Niederlage auf eigenem Eis. Dabei war die Leistung der Krefelder gar nicht so schlecht, wie es das 0:4 gegen den Tabellenzweiten ausdrückt. Spielerisch hielten die Schwarz-Gelben mit dem Starensemble aus dem Frankenland sehr gut mit. Doch vor dem gegnerischen Tor fehlte einfach die notwendige Durchschlagskraft. Die momentane Ladehemmung ist eine Mischung aus fehlendem Selbstvertrauen, mangelnder Qualität und Pech. Besonders in Überzahl ist die Flaute im Angriff fast schon chronisch. Es wird einfach zu wenig oder zu spät geschossen. Das intensive Training unter der Woche zahlte sich nicht aus. Die Mannschaft, die wieder die Rote Laterne übernahm, braucht jetzt ganz schnell ein Erfolgserlebnis. Vielleicht gelingt das morgen in Straubing, wo die Pinguine die vergangenen vier Auswärtsduelle gewinnen konnten.

Von den drei Krefelder Spielern, die unter der Woche angeschlagen waren, musste nur Yared Hagos passen. Für den Schweden feierte Dominik Meisinger nach langer Krankheit als Center der vierten Sturmreihe sein Comeback. Der war in der vierten Minute am ersten vielversprechenden Angriff der Gastgeber beteiligt. Fortan sahen die 4201 Zuschauer, darunter 500 Schüler, die zuvor im VIP-Bereich an der Schulsportmeisterehrung teilnahmen, eine ausgeglichene Begegnung. Klare Torchancen waren Mangelware. Die Gäste, bei denen die NHL-Legende Dany Heatley nach 12 Minuten bei einem gefährlichen Schuss erstmals auffällig in Erscheinung trat, nutzten in der 16. Minute eine Unachtsamkeit der Krefelder Abwehr zur Führung. Die größte Chance der Schwarz-Gelben hatte Herberts Vasiljevs Sekunden vor der Pause. Er scheiterte aber an Torwart Jenike.

Zu Beginn des Mitteldrittels verspürte Krefelds neuer Verteidiger Scott Valentine Lust auf einen Faustkampf und ließ nach einem Zweikampf mit Murley die Handschuhe fallen. Zum Boxkampf kam es nicht, trotzdem musste der Kanadier zurecht für zehn Minuten auf die Strafbank. Kurz darauf scheiterte Hendrik Eriksson in Überzahl an Torwart Jenike. Die in der DEL ziemlich neuen Hauptschiedsrichter agierten nicht gerade glücklich und zogen sich bei einem angeblichen Beinstellen von Daniel Pietta den Zorn der Fans zu. Das nutzten die Gäste, die im zweiten Drittel deutlich einen Zahn zulegten, zum 2:0 aus. Und es kam noch schlimmer. Als Torwart Klein bei einem Abprallen von seinen Vorderleuten im Stich gelassen wurde und diese nur 19 Sekunden später wieder schliefen, stand des plötzlich 0:4. Klein hatte genug, für den Tomas Duba ins Tor kam. So sehr sich die Pinguine auch mühten, endlich ins Schwarze zu treffen, sprang wenig dabei heraus. Trainer Rick Adduono hatte zwischenzeitlich endlich gemerkt, dass sein Import-Sturm einfach zu harmlos ist. Andi Driendl und Mike Collins tauschten die Reihen.

"Wir wollen euch kämpfen sehen", schallte es zu Beginn des Schlussdrittels von den Rängen. Richtig sauer waren die KEV-Fans dann in der 46. Minute, nachdem Jeff Szwez in Überzahl am kurzen Pfosten kläglich versagt hatte. "Wir haben die Schnauze voll", skandierte ein Großteil der Anhänger. 45 Sekunden vor dem Ende lag der Puck dann doch endlich im Nürnberger Tor. Eriksson hatte erfolgreich nachgestochert. Doch die Schiedsrichter erkannten den Treffer nicht an. Es soll vorher abgepfiffen worden sein, weil Jenike den Puck angeblich sicher unter seiner Fanghand hatte. Dieser Schluss passte zu diesem Spiel wie die Faust aufs Auge.

Quelle: RP
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