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Lokalsport
Pinguine starten in Europas Königsklasse

Chl. Eishockey: Die Krefelder gehören als Gründungsmitglied der Champions Hockey League an und treffen in der Gruppenphase auf den finnischen Meister Kärpät Oulu und Österreichs Vize-Meister Wien Capitals. Von H.-G. Schoofs

In zwölf europäischen Eishockey-Arenen öffnet sich morgen der Vorhang zur zweiten Saison der Champions Hockey League. Dazu gehört an diesem Spieltag in Deutschland der König-Palast. Dort empfangen die Krefeld Pinguine um 19.30 Uhr zum Auftaktduell der Gruppe J den finnischen Meister Kärpät Oulu. Ein echter Leckerbissen für jeden Eishockeyfan. Die vom Bottnischen Meerbusen hoch im Norden ihres Landes kommenden Gäste zählen ähnlich wie im Vorjahr Krefelds Auftaktgegner AIK Skeleftea zu den Top-Favoriten der europäischen Spitzenklasse. Im Vorjahr schied das Team erst im Halbfinale gegen Göteborg aus. Im Achtelfinale bezwangen sie die Wien Capitals. Damit gibt es für die Finnen gleich am kommenden Samstag ein Wiedersehen mit dem österreichischen Vizemeister, der als drittes Team der Gruppe J angehört.

Nach der Premieren-Saison 2014/15 zogen die Verantwortlichen der CHL in Zürich ein positives Fazit. Bei nur zehn Monaten Vorlaufzeit konnte sich das Ergebnis sehen lassen. Im Schnitt kamen 3048 Zuschauer zu den Spielen. Das ist fast exakt die Zahl, die Krefeld in den drei Heimspielen erreichte (3045) und damit in der Rangliste der 44 Teams Platz 19 belegte. Um die CHL für Vereine und Fans in der Entwicklungsphase der Liga noch interessanter zu machen, wurde der Modus verändert. Mit vier zusätzlichen Teams (insgesamt 48) wird nun in 16 Dreiergruppen begonnen. Der Gruppenerste - und zweite zieht in die erste Ko-Runde (16/Finale) ein. Daher bleibt die Gruppenphase vielleicht bis zum Schluss spannend. Für die Pinguine ist die Chance größer, eine Runde weiter zu kommen. Martin Baumann, Geschäftsführer der CHL, ist davon überzeugt, dass sich die Liga in Europa etablieren wird. "Während einer Saison gehen in Europa Woche für Woche 920 000 Fans in die Stadien. Genau wie im Fußball wünschen sich diese Fans auch einen attraktiven internationale Wettbewerb", sagt der Schweizer. Letztendlich sei das Ziel, in fünf Jahren nur noch die sportlich qualifizierten Teams antreten zu lassen. Baumann bedauert, dass die russischen Klubs aus der KHL nicht vertreten sind: "Seit 2012 waren bei allen Gesprächen und in den Arbeitsgruppen Vertreter der KHL anwesend. Wir haben alles getan, damit die russischen Teams mitspielen können. Für mich ist es schwer zu verstehen, warum die KHL nicht vertreten ist", sagt der Geschäftsführer. Wirtschaftlich sei die erste CHL-Saison weder für die Liga noch für die meisten Vereine ein Zuschussgeschäft gewesen: "Wir schütten wieder rund 50 Prozent unserer Einnahmen an Preisgeldern aus. Das waren zuletzt 1,5 Millionen Euro." Die Pinguine erhalten ein Antrittsgeld in Höhe von 20 000 Euro (im Vorjahr 28 000 Euro). Bei nur zwei Gruppengegnern sind die Reisekosten geringer. Zusätzliche Einnahmen winken diesmal in den Gruppenspielen. Es gibt 1000 Euro pro Punkt.

Bei der Entwicklung der CHL ist für Martin Baumann entscheidend, dass Funktionäre, Trainer, Spieler und Fans den Wettbewerb nicht als "sehr gutes Vorbereitungsturnier" ansehen. Aussagen wie, "wir sind froh, dass wir ausgeschieden sind, so sparten wir Reisekosten", oder "wir lassen einige Schlüsselspieler pausieren, damit sie in zwei Tagen für das Spiel in der DEL frisch sind", sind für den Geschäftsführer "pures Gift" für die Philosophie und das Prestige der CHL. Sein Motto lautet: "Jede Mannschaft weiß nicht wirklich wie gut sie ist, bis sie nicht gegen die besten Teams gespielt hat." Wie gut die Pinguine sind, wird das morgige Match gegen die Finnen zeigen. "Wir wollen uns so gut verkaufen wie im Vorjahr beim Auftaktspiel gegen die Schweden", sagt Kapitän Daniel Pietta. Das Ziel müsse diesmal sein, in die nächste Runde zu kommen.

Quelle: RP
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