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Kommentar
Ponomarevs schwieriger Spagat

Krefeld. Mikhail Ponomarev ist kein Engel, sondern Unternehmer, der sich ein ehrgeiziges Ziel gesteckt hat: Er will aus der ewig klammen Skandalnudel KFC Uerdingen wieder einen erfolgreichen Fußballklub machen, der auch wirtschaftlich bestehen kann. Auf dem steinigen Weg ist er in den 20 Monaten seiner Präsidentschaft ein gutes Stück voran gekommen. Die Stadt sieht in ihm einen verlässlichen Partner, mit dem sie vertrauensvoll zusammenarbeitet.

Jetzt hat es ein paar unangenehme Nebengeräusche gegeben. Teammanager Heiner Essingholt und Jugendleiter Coskun Güneser sind nicht mehr im Amt. Dabei ist es nicht ungewöhnlich, dass personelle Veränderungen bei Fußballvereinen nicht geräuschlos über die Bühne gehen, und in den Jugendabteilungen der Vereine sind sie gewiss keine Ausnahme. Personelle Querelen gab es auch bei den Liga-Konkurrenten Viktoria Köln und Wuppertaler SV in der Winterpause. Wenn nicht gespielt wird, rücken eben andere Themen in den Fokus - im Sommerloch und in der Winterpause.

In Uerdingen wurde der Umbruch aber von gestreuten Gerüchten über ausstehende Zahlungen begleitet. Diese treffen Mikhail Ponomarev und den Verein aufgrund seiner Vergangenheit allerdings ins Mark. Und was ist dran? Der russische Investor ist sicherlich nicht zahlungsunfähig. Mag ja sein, dass er in dem ein oder anderen Fall zahlungsunwillig war und daher den Cashflow um ein paar Tage verzögert hat - sicherlich nicht grundlos. Das ist vielleicht nicht schön, aber in der Wirtschaft gewiss nicht unüblich. Dort wird das dann geklärt, manchmal mit juristischer Hilfe. Das ist einem Verein manchmal anders. Da sind Emotionen im Spiel, da geht es um persönliche Eitelkeiten und dann mit Hilfe von Gerüchten auch unter die Gürtellinie.

Mikhail Ponomarev ist KFC-Präsident. Das Amt musste er als Investor aufgrund der Statuten im Fußball quasi übernehmen. So steht er vor der schwierigen Aufgabe, den Verein zu führen und zu einen, aber zugleich unternehmerisch zu denken und zu handeln. Auf dem Weg wird es immer wieder Reibungen geben. Bleibt zu hoffen, dass er daraus Energie bezieht und nicht die Lust verliert. Es ist die einzige Chance des KFC.

Quelle: RP
 
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