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Lokalsport
Rasen unbespielbar

Lokalsport: Rasen unbespielbar
Kaum hat die Sonne den Nachtfrost geschmolzen, bilden sich Pfützen auf dem arg ramponierten Rasen, der entsprechend weich und tief ist. FOTO: Schulze
Krefeld. Die Begegnung der Fußball-Regionalliga zwischen dem KFC Uerdingen und Westfalia Rhynern fällt aus. Das stellt Trainer Michael Wiesinger vor große Probleme. KFC-Präsident Mikhail Ponomarev fürchtet eine Terminhatz. Von Thomas Schulze

Der Kiebitz sitzt vor der Grotenburg in der Sonne. Er blickt auf den Kunstrasenplatz, wo die Kinder mit dem Nachmittagtraining begonnen haben und versteht die Welt nicht mehr. "Die Sonne scheint, es ist herrliches Wetter, aber das Spiel fällt aus", sagt er. Ja, die für heute angesetzte Begegnung zwischen dem KFC Uerdingen und Westfalia Rhynern kann nicht ausgetragen werden, weil der Rasen in der Grotenburg unbespielbar ist. Der strenge Nachtfrost hat dem sowieso schon ramponierten Geläuf weiter zugesetzt, die Mittagssonne das Grün aufgeweicht.

Aber das ist in diesen Tagen nicht ein spezielles Problem der Grotenburg. In der Fußball-Regionalliga sind fast alle für das Wochenende geplanten Spiele abgesagt worden. Der Rasen ist nirgendwo bespielbar, und wenn er in diesem Zustand bespielt würde, so wäre er für Wochen zerstört. Aber die Partie zwischen Wattenscheid und Borussia Dortmund II (2:4) fand am Donnerstag statt. Durch den Sieg hat der Talentschuppen des BVB den Anschluss zum Spitzen-Duo KFC Uerdingen und Viktoria Köln hergestellt. KFC-Präsident Mikhail Ponomarev hatte bereits in der Winterpause gesagt, dass er davon ausgeht, dass es nicht zu einem Zwei-, sondern zu einem Dreikampf um die Meisterschaft kommt.

Unter den Witterungsbedingungen leiden aber nicht nur die Krefelder, die über Probleme mit dem Rasen klagen. Deutschlandweit hatten bereits am vergangenen Wochenende die Bedingungen in Mönchengladbach und Düsseldorf Aufsehen erregt, wo jeweils auf einem Rasen gespielt wurde, der einem Acker glich und dessen dominante Farbe braun und nicht grün war.

Entsprechend gelassen reagiert der KFC Uerdingen auf die gestrige Absage. "Die Stadt hat wirklich alles getan, um eine Spielabsage abzuwenden", sagt Präsident Mikhail Ponomarev. "Mehr war einfach nicht möglich." Und es ist ja auch nicht ungewöhnlich, denn fast in jedem Jahr hagelt es nach dem Ende der Winterpause im Februar und März Spielabsagen. Dieses geradezu hausgemachte Problem stimmt Ponomarev allerdings sorgenvoll: "Die Absagen-Flut wird zur Katastrophe." Denn die Saison muss bis zum 13. Mai durchgepeitscht werden. Die Folge sind zahlreiche englische Wochen.

Ein noch größeres Problem sind für den KFC Uerdingen allerdings die Trainingsbedingungen. "Wir trainieren an vielen verschiedenen Orten und auf vielen unterschiedlichen Böden", erklärt der KFC-Präsident. "Das bereitet mir schon Sorgen. Das sind extrem schwierige Bedingungen." Schließlich ist es ein großer Unterschied, ob auf Kunstrasen- oder Naturrasen trainiert und gespielt wird - für die Muskulatur der Spieler, aber auch für die spielerischen Übungen, denn der Ball rollt anders.

Für Trainer Michael Wiesinger kommen organisatorische und logistische Probleme hinzu. Schließlich muss der Umzug von einem Trainings- zum anderen Trainingsplatz jeweils geplant und auch umgesetzt werden. Kommentar

Quelle: RP
 
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