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Lokalsport
Schwarzes Wochenende für den HTC Blau-Weiß

Bundesliga. Tennis: Der Krefelder Bundesligist verlor gestern sein Heimspiel gegen Rot-Weiß Köln mit 1:5. Drei Spieler gingen angeschlagen auf den Platz. Von H.-G. Schoofs

Vom Geheimfavoriten zum Pechvogel! So könnte am Ende der Bundesliga-Saison 2016 das Fazit des HTC Blau-Weiß Krefeld lauten. Denn eine Reihe von widrigen Umständen, die sicher in die Geschichte des Traditionsclubs aus dem Stadtwald eingehen werden, führten zu einem schwarzen Wochenende. Nach dem 1:5 am Freitag beim TK Kurhaus Aachen mussten sich die Blau-Weißen auch gestern im Heimspiel gegen Rot-Weiß Köln mit demselben Ergebnis geschlagen geben. Abgesehen von den Resultaten erlebten die 1050 Zuschauer im rheinischen Duell gegen die Domstädter einen tollen Tennistag. Höhepunkt war das Spitzeneinzel des Tages, das der am Knöchel verletzte Paolo Lorenzi gegen den Dustin Brown im Match-Tiebreak gewann und anschließend begeistert gefeiert wurde.

Olaf Merkel würde die vergangenen Tage wohl am liebsten aus seinem Gedächtnis streichen. Denn was der Teamchef in seiner langjährigen Tätigkeit bei der Zusammenstellung der Mannschaft für die Duelle in Aachen und gegen Köln erlebte, hat sein Nervenkostüm so arg strapaziert wie selten zuvor. Denn von den 14 Spielern seines Kaders blieben am Ende genau die vier übrig, die gestern auf dem Platz standen. Drei davon waren sogar angeschlagen. "Paolo konnte nach dem Warmmachen kaum auftreten", sagte Merkel. Doch der Italiener, der Freitag in Aachen mit dem rechten Fuß umgeknickt war, biss auf die Zähne und machte dem Rasterlockenmann Dustin Brown mit einer cleveren Spielweise das Leben schwer. Wegen seiner Verletzung konnte Lorenzi nicht in die Bälle rutschen. Brown verstand es nicht, dieses Handicap seines Gegners auszunutzen. Stattdessen versuchte er immer wieder, mit seiner Vorhand-Peitsche zu punkten. Lorenzi wartete geduldig auf die Fehler des Deutschen.

Sein Debüt für den HTC gab gestern Oriol Roca-Batalla. Der Spanier war eigentlich gar nicht eingeplant und wollte wegen einer Handgelenksverletzung erst auch nicht zusagen. Doch wegen der kurzfristigen Absage von Joao Souza (angeschlagen) war er der einzige Spieler des Kaders, der noch zur Verfügung stand. Mit dem letzten Ticket, was Samstagabend in Barcelona noch zu haben war, schaffte er es bis Amsterdam, wo er abgeholt wurde. Nach gutem Beginn brach der 23-Jährige gegen den Deutschen Julian Reister besonders im zweiten Satz ein. Auf dem Nebenplatz stand Pablo Galdon gegen den Kölner Oscar Otto ebenfalls auf verlorenem Posten.

Den möglichen 2:2-Ausgleich nach den vier Einzeln vergab Antal van der Duim gegen Gavin van Peterzeel, ein Australier mit niederländischem Pass. Im zweiten Satz konnte van der Duim eine 4:1-Führung nicht zum Matchgewinn nutzen. Auch im Match-Tiebreak führte er schon mit 4:1, verlor am Ende aber mit 5:10. Der für Krefeld aufschlagende Niederländer ging ebenfalls angeschlagen auf den Platz. Wegen einer Knochenabsplitterung am Ellenbogen konnte er nicht wie gewohnt aufschlagen, was am Ende ausschlaggebend für die Niederlage war. Er muss in Kürze operiert werden. In den abschließenden Doppeln ließen die Krefelder nichts unversucht, wenigstens noch einen Punkt im Stadtwald zu behalten. Der verdiente Lohn blieb aber aus. "Trotz des ganzen personellen Theaters wollten wir den Zuschauern tolles Tennis bieten. Das ist uns gelungen, so soll es auch sein", sagte Olaf Merkel nach der Niederlage. Es sei eine gute Werbung für das letzte Heimspiel am 14. August gegen Blau-Weiß Neuss gewesen. Dann wollen die Krefelder noch einmal eine Top-Mannschaft auf die Beine stellen. Lorenzi hat bereits versprochen, dass er für diesen Tag von den Olympischen Spielen in Rio anreisen wird.

Quelle: RP
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