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Lokalsport
Tolle Moral der Pinguine nicht belohnt

Del. Eishockey: Die Krefelder sahen gestern im Heimspiel gegen die Nürnberg Ice Tigers nach 48 Minuten beim 3:6 wie der Verlierer aus, schafften aber noch den Ausgleich. Eine Sekunde vor Schluss kassierten sie doch den Gnadenstoß. Von H.-G. Schoofs

Wie brutal Eishockey sein kann, bekamen die Pinguine gestern im Heimspiel gegen die Ice Tigers zu spüren. Im ersten Drittel kassierten sie ihre Gegentreffer zu leicht oder unglücklich. Als die dann nach dem dem zweiten Drittel gegen die technisch und körperlich starken Franken mit 3:6 zurücklagen, war die Niederlage so gut wie besiegelt. Doch die Schwarz-Gelben bewiesen im Schlussdrittel eine tolle Moral und kämpften sich großartig ins Spiel zurück. Der Lohn waren drei Treffer zum 6:6-Ausgleich. Als alle Zuschauer schon mit der Verlängerung rechneten, erzielten die Gäste eine Sekunde vor dem Ende den Siegtreffer und sorgten für eine Schockstarre im Lager der Schwarz-Gelben. Bereits morgen gastieren die Tigers aus Straubing im König-Palast. Das Match beginnt erst um 19.30 Uhr, da die Umbauarbeiten nach dem heutigen Gastspiel der Magier "Ehrlich Brothers" die Umbauarbeiten bis in den frühen Abendstunden hinein dauern.

Weil die Ice Tigers ihre Offensivkraft bereits beim Warm-Up unter Beweis stellten und eine Scheibe zerschossen, begann das Spiel zehn Minuten später. Kurzfristig war auch noch das Kassensystem des KöPa ausgefallen. Damit erlebten nicht alle Zuschauer das Auftaktbully und den furiosen Spielbeginn. Die Pinguine waren bereits in der vierten Minute in Überzahl. Kapitän Herberts Vasiljevs erzielte mit dem 100. Saisontreffer der Krefelder die Führung. Zwei Minuten später saß erneut ein Nürnberger auf der Strafbank. Doch als alle nach einer Bandenattacke gegen Vasiljevs mit einem Pfiff rechneten, starteten die Tigers einen Konter und glichen aus. Trainer Franz Fritzmeier tobte hinter der Bande vor Wut. Auf den Rängen kochte die Volksseele.

Das Match blieb abwechslungsreich. Nach Traumpass von Nick St. Pierre eilte Henrik Eriksson alleine auf das Tor von Beskorowany zu und erzielte mit einem herrlichen Rückhandschlenzer die erneute Führung. Die dauerte nur 35 Sekunden. Bei einem Schuss von Murly stand Mark Hurtubise vor dem Tor und lenkte den Puck mit seinem Schlittschuh über die Linie. Die Gäste bekamen jetzt Oberwasser und gingen durch Reinprecht in Führung (18.). Eine Minute später stockt den Krefelder Fans der Atem. Nach einem Stockschlag auf die Hand eilte Daniel Pietta sofort in die Kabine. Übeltäter Segal wurde von den Schiedsrichtern unter die Dusche geschickt. Auch die Spieler waren durch die Verletzung von Pietta geschockt. Andi Driendl ließ sich in Überzahl im eigenen Drittel von Reimer den Puck abluchsen. Der bediente Steckel, der völlig frei stand und Torwart Patrick Klein keine Abwehrchance ließ.

Zum Glück kehrte Pietta nach der Pause aufs Eis zurück. Doch das verhalf seinem Team nicht zur alten Stärke zurück, im Gegenteil. Die Mannschaft vergab bei ihrer restlichen Überzahl den Anschlusstreffer und musste kurz darauf durch den DEL-Rekord-Torschützen Reimer den fünften Treffer hinnehmen. Damit spiegelten sich die Tabellenplätze beider Teams auch im Ergebnis wider. Wie schon so häufig nach klaren Rückständen gaben sich die Schwarz-Gelben nicht geschlagen. Pietta und Weihager scheiterten bei Alleingängen am Nürnberger Torwart. Besser machte es Eriksson. In Überzahl wurde er angespielt und erzielte auf Kurzdistanz seinen zweiten Treffer in diesem Spiel (32.). Die Gastgeber überstanden ihre erste Strafzeit des Spiels und mühten sich, den Anschlusstreffer zu erzielen. Den vergab Martin Schymainski in der 38. Minute. Kurz vor der zweiten Pause stellten die Gäste bei einem schönen Konter den alten Abstand wieder her.

Die schon sowieso nicht tolle Stimmung auf den Rängen sank im Schlussdrittel fast auf den Nullpunkt. Denn auf dem Eis plätscherte das Geschehen einigermaßen emotionslos vor sich hin. Nur die 40 angereisten Fans der Nürnberger ließen sich sich gute Laune mit dem sicheren Sieg vor Augen nicht nehmen und feierten. Schymainski beendete die trostlose Phase. Bei einem Alleingang sorgte er für den Anschlusstreffer. Plötzlich glich die Arena einem Hexenkessel. Die Gäste kassierten ihre nächste Strafe. Trainer Fritzmeier nahm seine Auszeit und zeichnete seinem Team mit Erfolg den Weg zum Ausgleich auf. Denn Pietta traf mit einem Kracher unter die Latte (55.). Während im Nürnberger Fanblock Trübsal geblasen wurde, standen auf den Sitzplatztribünen alle auf und peitschten die Pinguine nach vorne. Beide Teams suchten in den Schlussminuten die Entscheidung. Eine Sekunde vor dem Ende war das Entsetzen bei den KEV-Fans riesengroß, als Reinprecht alleine auf Klein zulief und dem Krefelder Torwart keine Abwehrchance ließ.

Quelle: RP
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