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Lokalsport
Tour de France 2017: Krefeld ist wohl aus dem Rennen

Tour de France 2017: Krefeld ist wohl aus dem Rennen
Mit "Hennes" Junkermann (li.) an der Spitze präsentierte die "IG TdF KR 17" im April einen Kia als Werbefahrzeug. FOTO: Lammertz Thomas
Radsport. Wenn heute gegen Mittag in Paris der Streckenverlauf für die Tour de France 2017 festgelegt wird, dann werden die Verantwortlichen der Krefelder Interessengemeinschaft "TdF KR 17" mit Spannung den Livestream im Internet verfolgen. Danach wird gejubelt oder Trübsal geblasen. Letzteres ist leider zu erwarten. Denn nach dem Start der Tour de France 2017 in Düsseldorf am 1. Juli vermuten jetzt viele Experten, dass es am zweiten Tag von der Landeshauptstadt durch den Kreis Mettmann über Meerbusch und Neuss zur Sprintetappe nach Mönchengladbach und von dort aus weiter Richtung Niederlande geht. Die Einladungen der Bürgermeister von Meerbusch und Neuss nach Paris erhärten die Einschätzung der Experten. Krefelds OB Frank Meyer und ein Vertreter des Kreises Viersen wurden jedenfalls für das heutige Meeting nicht eingeladen. "Ich denke, dass die Tour von Düsseldorf über die Südflanke Richtung Roermond führt und nicht über die Nordflanke mit Krefeld und dem Kreis Viersen", sagte gestern Christian A. Kölker von der "IG TdF KR 17".

Vor elf Monaten begann für die hiesigen Radsportfans der Traum, einmal das berühmteste Radrennen der Welt vor der eigenen Haustüre verfolgen zu können. Allen voran für Krefelds lebende Radsport-Legende "Hennes" Junkermann. "Für mich wäre es ein Traum, wenn die Tour in meine Heimatstadt kommt", sagte damals der achtmalige Tourteilnehmer, der fünfmal unter den ersten zehn kam und das Zugpferd der Interessengemeinschaft ist. Tobias Stümges, Vorsitzender der Jungen Union und selbst Radsportler, hatte die Idee: Anlass für ihn war der Ratsbeschluss in Düsseldorf, sich als Tour-Startort für 2017 zu bewerben. Die Chancen standen damals gut, zumal Sven Teutenberg, Organisator in Düsseldorf, ein ehemaliger Schützling von Junkermann ist. Eine Tour-Delegation aus der Seidenstadt wurde in Düsseldorf vorstellig. Krefelds Oberbürgermeister Frank Meyer (SPD) und Stadtmarketing-Chef Uli Cloos sagten ihre Unterstützung zu.

Im Frühjahr startete die "IG TdF KR 17" eine große Werbekampagne und die Suche nach Sponsoren. Denn das "Eintrittsgeld" für eine Streckenführung durch Krefeld beträgt 50 000 Euro. "Wir haben von 27 Unterstützern die Zusage für insgesamt 30 000 Euro erhalten", sagte Kölker gestern. Weitere 20 000 Euro sollen vom Stadtmarketing dazu kommen.

Sollte die Tour 2017 an Krefeld vorbeifahren, gibt es bei der Interessengemeinschaft einen Plan B. Dann soll versucht werden, ein Rennen unmittelbar nach der Tour zu organisieren, bei dem dann auch deutsche Tour-Teilnehmer an den Start gehen sollen. "Wir würden mit den 30 000 Euro sicher nicht auskommen, aber ich bin überzeugt, dass dann weitere Sponsoren mit aufs Rad steigen und uns unterstützen. Krefeld ist eine Radsportstadt mit Tradition", erklärte Kölker.

(hgs)
 
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