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Lokalsport
Treue Seele des FC beim Budenzauber

Fußball. Matthias Scherz hat insgesamt zehn Jahre lang das Trikot des 1. FC Köln getragen - sowohl in der Ersten als auch in der Zweiten Bundesliga. Inzwischen hat er sich aus dem Profi-Fußball zurückgezogen, spielt aber noch in der Traditionself. Von Klemens Zirngibl

Vereinstreue ist ein Markenzeichen von Matthias Scherz. Wenn er sich mal für einen Klub entschieden hatte, dann brauchte es viel, um ihn von dort wieder loszueisen. So spielte er in seiner Karriere von 1999 bis 2009 trotz mehrfachem hin- und her zwischen der Ersten und Zweiten Bundesliga insgesamt zehn Jahre lang ausschließlich für den 1. FC Köln. Heute ist er Teil der Traditionsmannschaft des FC, die am 9. Januar am Hallenturnier Budenzauber im Königpalast mit dabei ist.

Schon in der Jugend war Scherz eine treue Seele. 1971 in Rotenburg geboren, verbrachte er seine gesamte Junioren-Zeit beim Rot-Weiß Scheeßel. Nachdem ihm 1994 beim FC St. Pauli ein Probetraining angeboten worden war, entschloss er sich erst im Alter von 22 Jahren zu seinem ersten Wechsel im Senioren-Bereich. Dort spielte er zunächst zwei Jahre für die Reserve, ehe Scherz in der Saison 1996/97 der Sprung in die Bundesligamannschaft gelang. Schon im darauffolgendem Jahr konnte er sich bei den Hamburgern, nach deren Abstieg in Liga zwei, sogar als Stammspieler etablieren. Schließlich kam 1999 das Angebot vom Konkurrenten aus Köln, wo er drei Jahre später, nach einer auch persönlich sehr erfolgreichen Saison mit 18 Treffern, den Aufstieg in die Bundesliga feiern konnte. Die darauffolgenden Jahre waren dann geprägt vom ständigen auf und ab des 1. FC Köln zwischen der höchsten und zweithöchsten Spielklasse Deutschlands. Am 24. Juli 2009 trug Scherz, nach insgesamt 291 Einsätzen und 71 geschossenen Toren, beim Ablösespiel für Lukas Podolski schließlich das letzte mal das Trikot mit dem Geißbock.

Der inzwischen 44-jährige - er hatte soeben Geburtstag - Matthias Scherz arbeitet indessen bei einem Elektro-Fachgroßhandel, wo er als Vertriebsbeauftragter tätig ist. Seinen früheren Beruf hat er wieder zum Hobby gemacht. "Es macht sehr viel Spaß mal wieder die Luft von Früher zu schnuppern und auf ehemalige Gegen- und Mitspieler zu treffen. Das ist einfach für alle eine schöne Sache", sagt Scherz mit Blick auf den Budenzauber, bei dem er schon bei der ersten Auflage in Krefeld mit dabei war. Die erste Zeit nach seinem fußballerischen Ende beim FC arbeitete Scherz noch in der Vereinseigenen Nachwuchsabteilung mit der Aufgabe Spieler-Entwicklung und Karriere-Planung. Dennoch entschied er sich beruflich für einen Weg außerhalb des Fußball-Geschäfts, aus dem er sich "inzwischen komplett zurückgezogen" hat. Seinen sportlichen Ehrgeiz hat er deshalb aber nicht verloren, eher im Gegenteil. Scherz liebäugelt schon mit dem Hallen-Masters in Berlin, für das man sich über den Budenzauber qualifizieren kann. "Das ist natürlich eine sehr schöne Nebensache, das Ziel ist zu gewinnen", verrät Matthias Scherz. Allerdings ist ihm bewusst, dass der Sieg nicht ganz einfach zu holen sein wird. "Die anderen Mannschaften sind zum Teil wirklich gut besetzt. Man braucht schon ein Durchschnittsalter in der Vierzigern, um dort wirklich etwas zu reißen", betont Scherz.

Quelle: RP
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