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"Uerdingens bester Fußballer" wird 60

Lokalsport: "Uerdingens bester Fußballer" wird 60
FOTO: NN
Krefeld. "Mattias Herget war sicherlich der beste Fußballer, der jemals für Uerdingen gespielt hat", hat der frühere Vorsitzendes des FC Bayer Uerdingen, Arno Eschler, mal über den Jubilar gesagt. Im Januar kehrt Herget zurück nach Krefeld. Von Heinrich Löhr

Heute feiert Matthias Herget, der überragende Libero der Uerdinger Mannschaft der achtziger Jahre, seinen 60. Geburtstag. Und der geniale Techniker ist immer noch aktiv, so auch heute, wenn er beim Abschiedsspiel von Gerald Asamoah für die Schalke-Allstars aufläuft. Nach sieben Jahren im Trikot der Uerdinger war Herget 1989 zu den Knappen gewechselt, wo dann nach einer schweren Knieverletzung ein Jahr später seine aktive Karriere ausklang. Später leitete er einige Jahre deren Traditionsmannschaft, für die er auch jetzt häufig aufläuft. Am Rande der heutigen Partie wollen sein Nachfolger auf Schalke, Olaf Thon und Friedhelm Funkel Hergets Spielberechtigung für die wiederum von der Rheinischen Post als Medienpartner präsentierte zweite Auflage des Krefelder Budenzaubers am 9. Januar 2016 im Krefeld Königpalast klären. "Da spiele ich in Blau-Rot, das ist doch wohl klar", hat Herget bereits vor zwei Wochen gesagt und sich damit klar zum erfolgreichsten Teil seiner aktiven Zeit und damit Krefeld bekannt.

Wie in seinen besten alten Zeiten führte er Regie beim ersten Auftritt der Uerdinger Legenden im Januar dieses Jahres. So ruhig Herget einem außerhalb des Platzes begegnet, so impulsiv und engagiert ist er auf dem Feld - auch heute noch mit 60 Jahren. Nicht nur seine Fans der Uerdinger Legenden, alle Besucher des Budenzaubers 2016 können sich schon jetzt auf "Matthes" freuen. "Wie wir trotz unserer zwei Niederlagen in der Vorrunde und dem Ausscheiden gefeiert wurden, das hat auch uns 'Alten' richtig gutgetan - ehrlich", sagt Herget über seine Erinnerungen an den ersten Krefelder Budenzauber.

Der Fußball bestimmt auch heute das Leben Hergets, der sich selbst einmal als Freischaffenden auf diesem Gebiet bezeichnet hatte. Er ist Teil der DFB-All-Stars, das ist die Traditionsmannschaft des Deutschen Fußballbundes, die jedes Jahr Benefizspiele rund um den Globus bestreitet und bei denen das Team als Botschafter Deutschlands auftritt. 39 Mal trug er in seiner aktiven Zeit das Trikot der A-Nationalmannschaft, erzielte dabei vier Tore und absolvierte die Weltmeisterschaft 1986 in Mexiko und die Europameisterschaft 1988 in Deutschland. Fußballschulen für Kinder und Jugendliche, die ihn nach eigenen Worten jung gehalten haben, und das Mitwirken in zahlreichen Traditionsmannschaften, prägen den heutigen Tagesablauf Hergets.

Sein Markenzeichen, das stets lässig über der Hose hängende Trikot und seine direkt verwandelten Freistößen werden ihm immer einen Platz im Herzen der Uerdinger Fußballfans bewahren. Das war bei seiner Vorstellung im Sommer 1982 nicht unbedingt so zu erwarten. Nur knapp 1,80 Meter war der Abwehrspieler groß, der da vom Zweitligisten Rot-Weiß Essen wechselte und im Schatten des parallel verpflichteten erstligaerfahrenen Sturmduos Christian Sackewitz und Peter Szech stand. "Jetzt kommen Sie mir wieder mit so einem Kleinen", sagte der 2010 verstorbene erste Vorsitzende Arno Eschler zum damaligen Manager Dieter Tippenhauer. Kurze Zeit später aber revidierte er sein vorschnelles Urteil und bekannte später freimütig, "dass Herget sicherlich der beste Fußballer war, der je bei Uerdingen gespielt hat." Pässe über 30, 40 Meter konnte keiner so präzise und zielgenau schlagen wie Herget und das auch noch beinahe ansatzlos - mal abwarten, ob er diese Kunst im Januar auch beim Budenzauber zeigen wird.

Quelle: RP
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