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Lokalsport
Verlieren verboten

Lokalsport: Verlieren verboten
FOTO: Lammertz, Thomas (lamm)
Regionalliga. Der KFC Uerdingen steht heute Nachmittag beim Tabellenletzten FC Hennef mächtig unter Druck. Von Heinrich Löhr und Oliver Schaulandt

Als der KFC Uerdingen vor zwei Wochen zum Auswärtsspiel nach Wattenscheid fuhr, spielte er im dortigen Lohrheidestadion in einer ihm bestens bekannten Spielstätte. Zuvor 22 Mal - und damit so oft wie in keinem anderen Auswärtsstadion - traten die Uerdinger bisher dort an. Ganz anders ist die Situation heute, wenn die Uerdinger zum Auswärtsspiel zum FC Hennef reisen. Im dortigen Stadion an der Fritz-Jacobi-Straße mussten die Uerdinger bisher noch nie antreten. In ihrer 110-jährigen Vereinsgeschichte betreten sie somit absolutes Neuland. Angepfiffen wird die Partie um 14 Uhr.

Zuletzt dreimal in Folge gewann der heutige Gegner, der FC Hennef die Meisterschaft in der Mittelrheinliga, doch erst im vergangenen Jahr nahm der Verein seine Aufstiegsoption in die Regionalliga wahr. Doch diese Liga erwies sich von Beginn an als eine Nummer zu groß für Hennef, denn der Verein stand vom ersten Spieltag an auf einem Abstiegsplatz und ziert seit Monaten das Tabellenende. Und so verwundert es auch nicht, dass Hennef seit dem vergangenen Wochenende als erster sportlicher Absteiger feststeht. Als Absteiger hinzu kommt der VfL Bochum II, der bekanntlich nicht mehr für die Regionalliga meldet.

Doch wer nun glaubt, dass die Uerdinger deshalb heute allenfalls eine lästige Pflichtaufgabe erwartet, den belehrt KFC-Trainer Murat Salar eines besseren. "Die Hennefer Mannschaft kann doch jetzt ohne jeden Druck aufspielen. Jeder Spieler wird sich noch einmal ins Schaufenster stellen wollen", sagt Salar um dann anzufügen, "dass ja auch der VfL Bochum II ohne Ende punktet, seit der Rückzug der Mannschaft feststeht." Wie Recht Salar hat, zeigt auch die Aussage von Hennefs Trainer Marco Bäumer. Der verspricht: "Wir haben gegenüber den Fans und den vielen Helfern die Verpflichtung bis zum Schluss in jedem Spiel alles zu geben. Wir werden es Uerdingen sicher nicht leicht machen."

Dabei wäre ein Erfolg der Uerdinger in Hennef angesichts des Tabellenstandes überlebenswichtig - eine Niederlage ist quasi verboten. Denn: Gestern Abend bezwang Schalke 04 U23, völlig überraschend Aufstiegsanwärter Alemannia Aachen, zog so nach Punkten mit dem KFC gleich und schob sich aufgrund der besseren Tordifferenz an Uerdingen vorbei auf Rang elf - allerdings hat der KFC (Platz 13) noch zwei Spiele mehr auszutragen. Dennoch bedeutet dies, dass der Abstand auf den ersten Abstiegsplatz (Rang 15, dort ist die SG Wattenscheid mit 30 Punkten platziert) auf zwei Pünktchen zusammengeschrumpft ist. Kray (31 Punkte) liegt als 14. noch zwischen den beiden.

Verzichten muss Salar weiterhin auf seine Langzeitverletzten Gökhan Aktas, Patrick Jöcks und Dominik Oehlers. Auch Fabio Fahrian, der eigentlich schon nach dem Wattenscheidspiel wieder ins Training einsteigen wollte, steht noch nicht zur Verfügung. Nach seinem Riss des Syndesmosebandes absolvierte er am Donnerstag wieder eine erste Trainingseinheit.

Doch trotz dieser Ausfälle weiß Trainer Salar, dass der KFC in Hennef punkten muss, will er nicht noch einmal in ganz ernste Abstiegsgefahr geraten. "Wir werden voll auf Angriff spielen", sagt er deshalb unmissverständlich, also mit beiden Stürmern Aliosman Aydin und Omar El Zein, wobei letzterer - wie zuletzt - wieder etwas zurück gezogen agieren könnte. Mit Erfolg, schließlich schoss er gegen RWO sein erstes Saisontor.

Quelle: RP
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