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Wimbledonsieger bleibt bei Blau-Weiß

Lokalsport: Wimbledonsieger bleibt bei Blau-Weiß
Der österreichische Wimbledonsieger Jürgen Melzer und Krefelds Teamchef Olaf Merkel sind auch außerhalb des Tennisplatzes gut befreundet. Die beiden werden wahrscheinlich bei den Australien Open zusammen arbeiten. FOTO: Lammertz
Bundesliga. Tennis: Der HTC Blau-Weiß blickt auf die erfolgreichste Saison in der Vereinsgeschichte in der Bundesliga zurück. Teamchef Olaf Merkel hat außerdem bereits die Zusage von Jürgen Melzer, auch im Jahr 2016 für Krefeld aufzuschlagen. Von Oliver Schaulandt

Es ist eine Saison, die in der langjährigen Geschichte des HTC Blau-Weiß Krefeld auch noch nicht vorgekommen ist. Zum ersten Mal überhaupt belegen die Krefelder in der Abschlusstabelle den vierten Rang - so gut war das Team aus der Seidenstadt noch nie. Und das, obschon Teamchef Olaf Merkel mit einem der geringsten Etats in der Liga auskommen muss. Meister Halle oder der Tabellendritte aus Mannheim haben schätzungsweise die dreifachen, Vizemeister Aachen angeblich sogar die fünffachen finanziellen Mittel zur Verfügung. "Wir sind schon vor der Saison gefragt worden, ob wir vielleicht irgendwo eine Ölquelle aufgetan hätten", erzählte Olaf Merkel gestern schmunzelnd. Haben sie natürlich nicht, wenngleich sich mit dem "Freundeskreis Bundesliga", den der Verein im vergangenen Jahr ins Leben gerufen hatte, weitere finanzielle Unterstützung neben dem Hauptgeldgeber und Vereinsvorsitzenden Hajo Ploenes gefunden hat. "Die Spieler bei uns bekommen eine kleine Grundprämie und Siegprämien. Die sind aber nachwievor deutlich geringer als bei anderen Vereinen", sagt Merkel.

Dementsprechend viel Arbeit hatte der Coach im Vorfeld in den kader investiert und Spieler, die er schon lange kennt und beobachtet, für den HTC begeistert. Allen voran natürlich den Doppel-Wimbledonsieger Jürgen Melzer, der einst als junger Spieler schon für die Blau-Weißen aufschlug, nun zu einem Freundschaftspreis antritt - und schon seine feste Zusage für das kommende Jahr gegeben hat, wie Merkel gestern bekannt gab. "Jürgen wird wohl solange er noch aktiv auf der Tour ist, für uns spielen. In diesem Jahr hat er alles gewonnen und überzeugend gespielt. Er ist aber auch als Persönlichkeit für uns ganz wichtig", sagt Merkel über den Österreicher, den er wahrscheinlich auch im kommende Januar wieder zu den Australien Open begleiten wird (Merkel: "Aber meine Frau weiß das noch nicht" - jetzt vermutlich schon). Doch auch die anderen Spieler, wie zum Beispiel Paolo Lorenzi (der ebenfalls fürs kommende Jahr schon mündlich zugesagt hat), haben durch die Bank weg überzeugt. "Alle haben das gebracht, was ich mir erhofft hatte -und einige sogar noch ein bisschen mehr", sagt Merkel.

Das gute Abschneiden ist jedoch nicht der einzige Rekord, den die Blau-Weißen zu melden haben. Vier Heimspiele gab es im Stadtwald zu sehen, in drei davon kamen mehr als 1000 Zuschauer, und hätte das Wetter am vergangenen Sonntag zum Abschluss gegen den Rochusclub noch mitgespielt, es wäre vermutlich erneut die 1000er-Marke geknackt worden. Bestmarke war dabei die Partie gegen Aachen, das unter anderem mit dem deutschen Daviscup-Spieler Philipp Kohlschreiber angetreten war. 1600 Besucher waren da zu Gast auf der Tennisanlage, das bedeutete Vereinsrekord. "Uns sind sogar die Tickets ausgegangen, die letzten 200 haben nur einen Stempel auf die Hand bekommen", erzählt Merkel von der Partie.

Und zu sehen gab es auch allerhand. Wobei: Das überragende Spiel der Saison lieferten die Blau-Weißen in der Fremde ab, bei Mannheim, dem Mitfavoriten auf den Titel. "Wir wären vor der Partie froh gewesen, wenn wir ein Unentschieden geholt hätten angesichts der personellen Besetzung", sagt Merkel. Heraus aber kam ein glattes 6:0 - auch das hatte es zuvor noch nie in der Bundesliga-Geschichte der Krefelder gegeben.

Im kommenden Jahr wird die Bundesliga wahrscheinlich wieder zehn Verein haben, nachdem diesmal Erfurt kurzfristig das Team zurückgezogen hatte. Kein Wiedersehen gibt es wohl mit Absteiger Nürnberg, es sei denn, die beiden Aufsteiger (Südgruppenmeister TV Bruckmühl-Feldkirchen und Nordmeister TK Blau-Weiß Aachen) nehmen ihr Aufstiegsrecht nicht wahr. Fest steht schon, dass Krefeld erneut vier Heimspiele (alle sonntags) haben wird und fünfmal auswärts antreten muss.

Quelle: RP
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