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Krefeld
Spritzige Silvester-Serenade auf der Burg Linn

Krefeld. Eine nicht ausverkaufte Silvester-Serenade auf der Burg Linn ist schlicht nicht vorstellbar, und so waren auch diesmal alle Plätze im Rittersaal besetzt, als das Linos Saxophon Quartett zum Ausklang des Jahres aufspielte.

Vom ursprünglichen Plan ein wenig abweichend, begann man mit der Ouvertüre zur "Fledermaus" von Johann Strauss - leichte Muse zwar, wie das Meiste im Programm, aber ebenso beschwingt wie meisterlich gespielt. Und dabei erfreuten nicht nur das ausgereifte spieltechnische Können und der brillante Ton eines jeden Einzelnen auf seinem Instrument, sondern auch die perfekte Harmonie innerhalb dieses seit 1985 existierenden Quartetts. Andreas Hilner hatte auf seinem Sopran-Saxophon meist die Führungsstimme inne und spielte sein Instrument oft so, dass es an eine Klarinette erinnerte - kein Wunder, die beherrscht er ebenfalls exzellent. Außerdem zeichnet er für die meisten der pfiffigen Arrangements der Gruppe verantwortlich. So auch bei der "Fantasie über La Bohème" von Giacomo Puccini, einer regelrechten Ballung unterschiedlicher Stimmungen, Tempi und Rhythmen, die von den Vieren ganz wunderbar ausdifferenziert wurden. Herrlich ebenfalls die Tempowechsel vom schweren Tritt des bäuerlichen Tanzes zum überschäumenden Temperament der "Gräfin Mariza" in Emmerich Kalmans gleichnamiger Operette.

Die unterschiedlichen Facetten des Cárdás kamen bestens zur Geltung., und die ursprünglichen Geigenstimmen verloren nichts an Wirkung bei Andreas Hilner und seinem Bruder Martin auf dem Alt-Saxophon.

Ein Medley aus Frederik Loewes "My Fair Lady" mit Titeln wie "On The Street Where You Live" und "I Could Have Danced All Night" bildete den Auftakt zur zweiten Hälfte, den Titel "Somewhere Over The Rainbow" aus Harold Ariens "Wizard Of Oz" widmete Bariton-Spieler Sebastian Pottmeier den Hoffnungen der Flüchtlinge, und in "If I Were A Rich Man" aus Jerry Bocks "Fiddler On The Roof" spielte Tenorist Roland Lichters einen besonders schönen Part. Cole Porters "Kiss Me Kate" schrieben sie scherzhaft dem Kölschen Karnevalisten Jupp Schmitz zu, und Ihrem frühen Mentor Laszlo Dömötör, selbst im Publikum anwesend, widmeten sie schließlich das von ihm arrangierte "America" aus Bernsteins "Westside Story". Dieses spritzige Konzert durften sie erst nach zwei Zugaben beenden.

(MoMe)
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