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Krefeld
St.-Martin-Laterne aus den Nachkriegsjahren

Krefeld. Vor fast 70 Jahren haben Aloys Hoersch und sein Bruder das Exemplar aus Sperrholz gebastelt.

Eine echte Rarität kommt bis heute jedes Jahr zu St. Martin im Hause Hoersch zu Ehren: Dann stellt er seine fast 70 Jahre alte St.-Martin-Laterne mit brennender Kerze im Wohnzimmer auf. Die haben er und sein Bruder als Mitglieder der Uerdinger St.-Georgs-Pfadfinder zwischen 1946 und 1950 - an das genaue Jahr kann er sich nicht mehr erinnern - aus Sperrholz gebastelt.

"In den Nachkriegsjahren war geeignetes Material noch sehr rar, aber der Vater eines unserer Pfadfinderkameraden war Schreiner und konnte uns Sperrholz besorgen", berichtet der heute 80-Jährige. "Unser Vater war Eisenwaren- und Werkzeughändler und konnte uns mit dünnen Sägeblätter versorgen, die beim Basteln immer mal wieder rissen." Und so konnten die Jungen damals mit Hilfe ihrer Gruppenleiter handwerklich solide Laternen bauen: genagelt, geleimt und innen verstärkt.

"Wir haben dabei darauf geachtet, dass sowohl christliche als auch weltliche Martinsmotive die Laterne zierten", sagt Hoersch. Zwei der vier Seiten zeigen Martin als römischen Soldaten bei der Mantelteilung und den Heiligen als Bischof. Auf den anderen beiden Seiten sind Kinder mit Laternen sowie eine Martinsgans zu sehen, um die sich gerade ein Metzger kümmert. Hinterlegt ist jede Seite mit einem einfarbigen Stück Pergamentpapier.

"Es muss ja nicht jede Laterne Symbole des Heiligen zeigen; es gibt ja fantastische jahreszeitliche Motive, aber die Martinsgeschichte darf nicht entchristlicht werden, zumal sie heute angesichts des Flüchtlingszustroms aktueller denn je ist", sagt Aloys Hoersch, der seine alte Laterne selbstverständlich an die nächste Generation weitergeben wird.

(lez)
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