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Serie Heimat
Wie man einen Martinszug organisiert

St. Martinskomitee Königshof in Krefeld: Wie man einen Martinszug organisiert
Für Hubertus Grunow beginnt die Arbeit schon ein Jahr vor dem Zug: "Dann müssen wir uns schon das Pferd für St. Martin und die Musikkapellen sichern. Etwa drei Monate vor dem Umzug beginnen wir mit den Erkundigungen nach den Preisen für den Inhalt unserer 1300 Martinstüten." FOTO: Thomas Lammertz
Krefeld. Hubertus Grunow ist seit 40 Jahren Mitglied und seit 13 Jahren Hauptorganisator im St. Martinskomitee Königshof. Von Jochen Lenzen

Heimat und Brauchtum gehören unabdingbar zusammen; und zum Brauchtum gehören auch kirchliche Feste wie das des Heiligen Martin mit Laternenumzug und Darstellung der Mantelteilung am großen Feuer. Hubertus Grunow ist einer der Menschen, die das Brauchtum um den ersten Heiligen, der nicht als Märtyrer starb, organisieren. Seit 40 Jahren ist er Mitglied des etwa 30 Mitglieder starken St. Martinskomitees Königshof und seit 13 Jahren dessen Sprecher und damit Hauptorganisator. Er berichtet darüber, was es heißt, einen St. Martinszug auf die Beine zu stellen.

Schon ein Jahr vor dem St. Martinszug verpflichtet das Komitee die Musikkapellen und sichert sich bei einem Reitstall das Pferd, auf dem St. Martin durch die Straßen reiten soll. "Etwa drei Monate vor dem Zug beginnen wir mit den Erkundigungen nach den Preisen für den Inhalt unserer 1300 Martinstüten. Dabei arbeiten wir seit vielen Jahren mit festen Partnern zusammen, die in der Lage sind, zuverlässig und termingerecht zu liefern", erklärt der 69-jährige ehemalige Bankkaufmann. Ende August kommt dann das Komitee zusammen, um die Personallage für die Spendensammlung abzuklären. "Wir haben unseren Stadtteil in 17 Bezirke aufgeteilt, in denen jeweils zwei Personen von Tür zu Tür gehen, die man idealerweise in diesen Bezirken kennt. Aus diesen Spenden, die ab Mitte September zusammengetragen werden und über die Jahre relativ konstant sind, wird der St. Martinszug und alles, was damit zusammenhängt, finanziert."

Weit vor dem Umzug, der mit rund 400 Teilnehmern an der Freiherr-vom-Stein-Realschule mit dem Martinsfeuer und der Ausgabe der Tüten endet, bittet das Komitee den Schulleiter um seine erneute Zusage. "Auch den Hausmeister sprechen wir an, der an diesem Tag ja immerhin in seiner Freizeit tätig wird", sagt Grunow. Dann hat das Komitee auch schon mit den Leitern der beiden Königshofer Kitas und der Grundschule an der Oberbruchstraße gesprochen, auf deren Hof sich die Zugteilnehmer aufstellen.

Als Nächstes geht es ans Einholen der notwendigen Genehmigungen: beim Schulverwaltungsamt wegen der Nutzung der Schulgelände und beim Straßenverkehrsamt wegen des Zugwegs, der polizeilichen Begleitung und dergleichen mehr. "Das Straßenverkehrsamt übernimmt mittels eines Fragebogens dankenswerterweise die Abstimmung mit allen beteiligten Behörden. Wenn dieses Amt die Genehmigung erteilt hat, sind alle Formalitäten erledigt", erklärt der Ehrenamtler. Zuvor müssen aber noch die nötigen Versicherungen abgeschlossen werden.

Damit ist allerdings noch lange nicht alles getan, damit der St. Martinszug für die Kinder und Eltern ein bleibendes Erlebnis wird. Das Komitee muss beispielsweise auch die Gitter, die die Umgebung des Martinsfeuers schützen, und auch die Fahrzeuge besorgen, mit denen die Absperrungen geholt und zurückgebracht werden. "Und damit die Kinder auch sehen, wie Georg Eiker als St. Martin seinen Mantel mit Ecki Odenthal als Bettler teilt, müssen wir auch die Beleuchtung selbst auf- und abbauen", berichtet Grunow.

Am Tag vor dem St. Martinszug wird das Material angeliefert, mit dem die rund 30 Helfer in der Aula der Realschule die Tüten füllen. Komplettiert werden sie aber erst zwei Stunden vor Zugbeginn mit den Weckmännern, die der Frische wegen erst zu diesem Zeitpunkt angeliefert werden. Kurz nach dem Zug werden die Tüten dann in der Aula ausgegeben, während die Schulkinder Martinslieder singen.

Seit 20 Jahren betreut das St. Martinskomitee Königshof auch den Umzug im Helios-Klinikum mit der dortigen Kita, wo St. Martin auch durch die Stationen der Kinderklinik geht und Weckmänner verteilt, während die Frauen des Singkreises Fischeln auf den Fluren Martinslieder singen. Das Komitee stellt die Ausrüstung für St. Martin inklusive Pferd sowie den Bettler in Person von Walter Zell zur Verfügung.

Quelle: RP
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