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Krefeld
St. Matthias - Krefelds kostbarste Altarkirche

Bilder aus der St. Matthias-Kirche
Bilder aus der St. Matthias-Kirche FOTO: Lammertz, Thomas (lamm)
Krefeld. Hohenbudberg zählt heute offiziell noch zwölf Einwohner. "Nicht alle sind katholisch", sagt Küster Wolfgang Hermanns. Trotzdem ist die Kirche zu den Gottesdiensten immer voll: St. Matthias ist halt ein Juwel. 1150 ist die Kirche erstmals urkundlich erwähnt. Von Petra Diederichs & Thomas Lammertz

"Der Turm ist der älteste im Bistum", so Hermanns. Doch der große Schatz sind drei strahlende Altäre. Der große Hochaltar - auch Marien- oder Dreikönigsaltar genannt - ist das wichtigste Kunstwerk in St.

Matthias. Er kam nach der Konsekration des Kirchenneubaus 1854 nach Krefeld - für 800 Taler aus dem Nachlass eines kunstsammelnden Apothekers erstanden. Ursprünglich hat der Altar, der aus dem 15. Jahrhundert stammt, in der ehemaligen Stiftskirche St. Marien, Lippstadt, gestanden. Der Künstler ist unbekannt. Augenfällig ist die üppige Verwendung von Blattgold. Im oberen Segment sind die Heiligen Drei Könige dargestellt, die Maria und dem Christuskind huldigen.

Die Reihe wird eingerahmt von den Aposteln Petrus und Paulus. Kunsthistorisch höher werden die Bildtafeln der Flügel eingeschätzt, die wohl erst später hinzugekommen sind. Sie sind von außen in gedeckten Blau-Grün-Tönen bemalt - aufgeklappt offenbaren sie an Festtagen ihre ganze Pracht und eine religiöse Würde. Sie sind um 1500 entstanden und werden Gert van Loen (ca. 1465-1521), einem der bedeutenden deutschen Maler seiner Zeit, zugeschrieben.

Besonderes Kennzeichen: Heiligenscheine tragen nur die Frauen, das Jesuskind und der Verkündigungsengel. In der nördlichen Chorkapelle steht der Kreuzaltar, der ebenfalls aus dem Apotheker-Nachlass angekauft wurde - für 400 Taler - allerdings ohne Flügel. Sie erhielt er erst in Hohenbudberg. Er zeigt im großen oberen Teil die nach flämischem Vorbild geschnitzte Passionsgeschichte, darunter Christi Geburt.

Für nur 10 Taler kam der Apostelaltar nach Hohenbudberg. "Der gehörte einer evangelischen Gemeinde in Meinerzhagen", berichtet Hermanns. "Aber viele Figuren fehlten und mussten ergänzt werden."

Quelle: RP
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