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Krefeld
Stadt: Der Familie von Adnan Harb droht keine Abschiebung

Krefeld. Befürchtungen von Unterstützern der Familie von Adnan Harb, wonach der Tochter Adnans zum 31. Januar die Abschiebung drohe, hat die Stadt gestern auf Anfrage zurückgewiesen. "Weder Frau Cetin noch den Kindern droht zum 31. Januar die Abschiebung", erklärte Kämmerer Ulrich Cyprian, der als Ordnungsdezernent auch für die Ausländerabteilung zuständig ist. Hintergrund: Christoph von der Beek und Werner Fleuren hatten in einem Schreiben an die Presse dagegen protestiert, dass der 18-jährigen Tochter Adnans angeblich die Abschiebung droht.

Die Stadt stellte klar, dass die Verwaltung an einer aufenthaltsrechtlichen Lösung mit dem Ziel des Verbleibs der Familie in Krefeld arbeite. Auch die FDP-Fraktion hatte das Gerücht über die drohende Abschiebung aufgegriffen und massive Kritik an Oberbürgermeister Frank Meyer geübt. "Solche unrichtigen Äußerungen sind wenig hilfreich in der Sache", erklärte dazu Cyprian. Der Ordnungsdezernent appellierte an einen "verantwortungsvollen Umgang" mit dem Fall und wies auf das Dilemma der Stadt hin, im laufenden Verfahren Zurückhaltung üben zu müssen: "Wenn die Stadt in aufenthaltsrechtlichen Verfahren, die dem Daten- und Persönlichkeitsschutz unterliegen, keine Pressemitteilungen verfasst, heißt dies nicht, dass die Verwaltung nicht auf ein Ergebnis hinarbeitet." Die Ausländerabteilung sei in Kontakt mit der Familie Cetin und in enger Abstimmung mit Oberbürgermeister Meyer intensiv bemüht, die Voraussetzungen für eine rechtssichere und humanitäre Lösung zu schaffen.

Adnan Harb hatte vor seiner Abschiebung im Mai 2015 Jahrzehnte in Krefeld gelebt. Er nennt sich Harb und sieht sich als libanesischen Kurden, ist aber nach Überzeugung der Ausländerbehörde staatsrechtlich Türke und auf den Namen Cetin registriert. Adnan hatte sich geweigert, die türkische Staatsangehörigkeit anzuerkennen. Seitdem steht die Befürchtung im Raum, dass auch seine Familie abgeschoben werden könnte.

(vo)
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