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Krefeld
Stadt optimiert den Naturschutz am Egelsberg mit der Planierraupe

Krefeld: Stadt optimiert den Naturschutz am Egelsberg mit der Planierraupe
Im Latumer Bruch sind in der Vergangenheit Blänken angelegt worden. Dort allerdings, um seltenen Molchen einen Lebensraum zu geben. Am Egelsberg dient sie dem Erhalt des Froschkrauts. FOTO: Lammertz, Thomas (lamm)
Krefeld. Die Untere Landschaftsbehörde informierte die Politik über Arbeiten an den Niepkuhlen, den Riethbenden und am Heideweiher. Der Botanische Garten hat das seltene Froschkraut vermehrt. Von Norbert Stirken

Die Methode ist unter Naturschutzpuristen durchaus nicht unumstritten: Der massive Eingriff des Menschen in ein Gebiet, das seltenen Tieren und Pflanzen einen Lebensraum bietet, löst zwiespältige Gefühle aus. Ganz ohne scheint es in Krefeld aber nicht zu gehen. Die Untere Landschaftsbehörde aus dem Fachbereich Grünflächen der Stadtverwaltung berichtet über den Einsatz von großem Gerät. Mit Baggern und Planierraupen sollen die Verhältnisse am Egelsberg und an der Kull an der Maria Sohmann Straße optimiert werden.

Um den Lebensraum des seltenen Froschkrauts zu vergrößern, wird auf dem Egelsberg in der Nähe des Heideweihers eine so genannte Blänke (flaches Gewässer) angelegt. Anschließend, noch in diesem Monat, werden Nachzuchten des seltenen Krauts aus dem Botanischen Garten ausgepflanzt. "Der Botanische Garten hat erfolgreich Pflanzgut vermehren können, das in die Blänke eingepflanzt werden soll", heißt es in einer schriftlichen Information für die Kommunalpolitiker aus der Bezirksvertretung Ost, die jetzt im Bockumer Rathaus getagt hat. Der Heideweiher ist der einzige Standort am linken Niederrhein, an dem die bedrohte Art noch vorkommt. Das Gebiet wurde deshalb in den Rang eines europäischen Schutzgebietes (Flora-Fauna-Habitat) gehoben. Wegen der ungünstigen Lage im Wald droht das Froschkraut allerdings zu verschwinden. Mit der Blänke erhält die kleine und unscheinbare Pflanze einen Lebensraum, der für den Erhalt besser geeignet ist als der Heideweiher mit seinem ihn umgebenden Bewuchs.

Deutlich größer ist der Eingriff am Egelsberg, um den Erhalt und den Wuchs des Heidekrauts zu fördern. Dazu werden auf einer Fläche von 4000 Quadratmetern die Gräser samt nährstoffreichem Mutterboden abgeplaggt. Mit Baggern wird die obere Schicht abgezogen, damit ein nährstoffarmer, weitgehend vegetationsloser Bereich entsteht, auf dem sich das Heidekraut ohne Konkurrenz dominanterer Pflanzen entwickeln kann. Nach dem Zeitplan des Unteren Landschaftsbeirats sollten die Arbeiten inzwischen abgeschlossen sein.

In wasserarmen Jahren trocknet die Kull Maria-Schutz im früheren Park des Seniorenheims regelmäßig aus. Das liegt daran, dass sie besonders tief und ohne Abdichtung angelegt worden war. Pläne, Abhilfe zu schaffen, existieren schon seit fünf Jahren. Nun sollen die Arbeiten ab er in diesem Monat nach Maßgabe der EU-Wasserrahmenrichtlinie abgeschlossen werden. Ein naturnaher Graben soll das Wasser in Trockenzeiten vor dem Versickern bewahren und in die nördlich gelegenen großen Kuhlen (Niepkuhlen) leiten. Wenn genügend Wasser vorhanden ist, kann es sich durch Überläufe wieder in der Kull Maria-Schutz ausbreiten.

Im Naturschutzgebiet Riethbenden wird sich ausbreitendes Weidegebüsch über drei Jahre verteilt oberflächennah abgeschnitten, weil es sonst das Schilf zurückdrängt.

Quelle: RP
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