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Krefeld
Stadt plant Gebührenerhöhungen

Krefeld: Stadt plant Gebührenerhöhungen
Abfallentsorgung: Kleine Haushalte mit 60-Liter-Tonne zahlen weniger, die 120-Liter-Abfuhr kostet mehr. FOTO: Lammertz, Thomas (lamm)
Krefeld. Müllabfuhr, Straßenreinigung, Friedhöfe - die Krefelder Bürger müssen sich wieder auf höhere Gebühren einstellen. Von Sebastian Peters

Den Krefeldern drohen neue Gebührenerhöhungen in den Bereichen Straßenreinigung, Abwasser und Friedhöfe. Bereits zum 1. Januar 2015 waren die Gebühren angehoben worden. Der Rat muss in seiner nächsten Sitzung am 10. Dezember über die Planungen der Stadtverwaltung abstimmen, gestern waren die Gebühren Thema im Finanzausschuss. Gebühren dürfen nur kostendeckend erhoben werden. Die Stadt gibt die entstandenen Mehrkosten also nur an die Bürger weiter.

Abfallentsorgung

Straßenreinigung: Je nach Reinigungsklasse sollen hier die Gebühren unterschiedlich stark steigen. FOTO: Lammertz, Thomas (lamm)

Das "Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH" hat die Kosten überprüft. Ergebnis: Für das Gros der Krefelder mit einer 120-Liter-Tonne (ca. 35.000 Haushalte) steigen die Gebühren. Nur kleine Haushalte mit einer selteneren 60-Liter-Tonne zahlen weniger. In Krefeld muss erstens nach der Größe der Tonnen und Benutzer- oder Mannschaftstransport entschieden werden. Im Mannschaftstransport wird die Mülltonne im Haus abgeholt und wieder an Ort und Stelle gefahren. Die Änderungen im Detail: Mülltonne 60 Liter bei 14-täglicher Leerung (rot): 113,28 Euro statt 124,44 Euro Gebühr, im Mannschaftstransport 152,40 Euro statt 163,56. Für die 120-Liter-Tonne bei 14-täglicher Leerung 228,84 statt 221,28 Euro, im Mannschaftstransport 267,96 statt 260,40 Euro. Für die 120-Liter-Tonne bei wöchentlicher Leerung 453,12 Euro statt 391,32 Euro, im Mannschaftstransport 531,24 statt 469,44 Euro. Für die große 240-Liter-Tonne bei wöchentlicher Leerung im Benutzertransport 752,04 statt 743,16 Euro, im Mannschaftstransport 830,16 statt 821,28 Euro. Die 1100-Liter-Tonne kostet bei wöchentlicher Leerung 2616,36 statt 2807,52 Euro.

Friedhöfe

Städtische Friedhöfe: Für 2015 wird von einem Defizit von 630.000 Euro ausgegangen. FOTO: Lammertz, Thomas (lamm)

Stetig defizitär sind die städtischen Friedhöfe. Der Kostendeckungsgrad lag 2014 bei 77 Prozent, geplant waren 91 Prozent. Für 2015 wird von einem Defizit von 630.000 Euro ausgegangen. Im Einzelnen ergeben sich folgende Gebührenänderungen. Die Gebühr für Erdbestattungen wird um 2,62 Prozent erhöht (+23 Euro) und liegt künftig bei 901 Euro, ebenso die für muslimische Bestattungen auf dem Friedhof in Elfrath. Die Gebühr für Urnenbestattungen wird um 2,01 Prozent erhöht (+ 6 Euro) und liegt bei 305 Euro. Der Erwerb von Nutzungsrechten an Reihen- und Wahlgrabstätten würde nach Kostenanalyse eine Gebührenerhöhung von 26 Prozent erforderlich machen, um die Wirtschaftlichkeit zu gewährleisten. Die Stadt empfiehlt nur zehn Prozent - ansonsten drohte, dass eine Vielzahl an Bestattungen nicht mehr in Krefeld, sondern in den benachbarten Gemeinden oder in den Niederlanden erfolgen. Die Gebühren liegen hier bei einer Reihengrabstätte mit 20-jährigem Nutzungsrecht künftig bei 383 Euro, ein Plus von 35 Euro.

Trotz gestiegener Kosten bei den Trauerhallen - unter anderem sorgt das marode Krematorium für Kosten - sollen die Gebühren für die Nutzung der Trauerhalle nicht steigen. Die Benutzung der Trauerhalle kostet 283 Euro.

Winterdienst - hier verändern sich die Gebühren nach städtischer Vorstellung nicht. FOTO: Thomas Lammertz

Straßenreinigungsgebühren

Auch die Straßenreinigungsgebühren ändern sich. Berücksichtigt werden muss die jeweilige Reinigungsklasse und Winterdienstklasse. Die Kostensteigerungen liegen zwischen fünf Euro und wenigen Cent, je nach Reinigungsklasse. Die Reinigungsklasse sagt aus, wie oft die Stadt kommt und die Straße reinigt. Einige Beispiele: Für Straßen in Reinigungsklasse I, wenn das Grundstück erschlossen wird durch eine Straße, die überwiegend dem Anliegerverkehr dient, 64,12 statt 59,43 Euro Reinigungsgebühr je Frontmeter. Diese Reinigungsklasse ist aber sehr selten - hier kommt die Stadt täglich und reinigt Straße und Gehweg. Der Regelfall ist die Reinigungsklasse 4 - die Stadt säubert wöchentlich Straße und Gehweg: Hier zahlen die Bürger einer Anliegerstraße 9,16 Euro statt 8,49 Euro je Frontmeter, bei überörtlichen Straßen 7,33 statt 6,79 Euro. Die Winterdienstgebühr hingegen soll nicht verändert werden. Hier liegen die Kosten zwischen 0,33 und 1,64 Euro je Frontmeter, je nach Winterdienstklasse.

Klärschlammentsorgung

Änderungen ergeben sich auch bei der Klärschlammverbrennungsanlage. Ab 1. Januar sollen die Krefelder, die dort anliefern, 9,50 Euro statt sieben Euro für Mengen bis 100 Kilogramm zahlen. Bei 100 bis 200 Kilo sind 18 Euro fällig. Erst ab 200 Kilo muss man 21 Cent pro Kilo mehr zahlen.

Quelle: RP
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