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Krefeld
Stadt plant in Fischeln luxuriöses Wohnquartier im Bauhaus-Stil

Krefeld. Die Wohnstätte AG will mit dem Erlös aus den Grundstücksverkäufen den städtischen Anteil für die Kosten der 16 Millionen Euro teuren Umgehungsstraße aufbringen - 2019 soll der erste Abschnitt fertig sein. Von Norbert Stirken

Bundesweit Furore wollen Stadt und die Wohnstätte AG mit ihrer Idee für ein Quartier im Neubaugebiet Fischeln-Südwest machen. Entlang der noch zu bauenden Umgehungsstraße soll ein Standort entstehen, an dem Krefeld seine Bedeutung als Wirkungsstätte des internationalen Stararchitekten Ludwig Mies van der Rohe unterstreicht. "Es geht um die moderne Interpretation des Bauhaus-Gedankens", sagt Planungsdezernent Martin Linne. Ihm schwebt dabei ein Bild vor, auf dem 25 verschiedene Entwürfe von unterschiedlichen Architekten vor besagtem Hintergrund realisiert sind. "Da würde die ganze Republik drüber reden", schwärmt er. Im Jubiläumsjahr 100 Jahre Bauhaus in 2019 sollten die Pläne umgesetzt sein. Bis dahin sind noch viele Details zu klären.

Linne und Thomas Siegert, Vorstand der Wohnstätte AG, stellten gestern die geplante städtebauliche Entwicklung in Fischeln-Südwest vor. Dort auf einer Fläche von 330.000 Quadratmetern sollen einmal rund 500 Wohnungen für etwa 1500 bis 2000 Menschen entstehen -davon etwa 350 Einfamilienhäuser. Zwanzig Prozent entfallen auf den Geschosswohnungsbau und zehn Prozent auf eine Reihenhausbebauung. Die Rahmenplanung hat das renommierte Berliner Büro KK Architekten erstellt. Inhaber Christoph Kohl zeichnet unter anderem für die Speicherstadt in Potsdam, das Katharinum in Leipzig und viele hochwertige Projekte in den Niederlanden verantwortlich.

Ein großer Teil der 33 Hektar befindet sich schon seit 1994 im Eigentum der Wohnstätte. 14,3 Hektar wurden damals als Bauerwartungsland gekauft. Die Stadt selbst besitzt drei Hektar. "Wir wollen die Flächen ohne Bauträger vermarkten", kündigte Siegert an. Durchschnittliche Grundstücksgrößen von 500 bis 600 Quadratmetern kommen idealerweise 2017/2018 auf den Markt. Bei Preisen von mindestens 300 Euro pro Quadratmeter kommen Grundstückspreis von 150.000 bis 200.000 Euro zusammen. Hinzu käme die Beteiligung an zusätzlichen Kosten für die Infrastruktur wie Lärm- und Artenschutz, Kindertagesstätte und Grünstreifen. "Fischeln-Südwest ist der luxuriöse Teil der Wohnbauentwicklung für die kommende Dekade in Krefeld", sagte Linne.

Die Fläche zwischen Anrather- und Willicher Straße arrondiert den Stadtteil und sei wegen ihrer Lage bestens geeignet, den prognostizierten Überschwappeffekt aus der Landeshauptstadt aufzunehmen. Bekanntlich ist Düsseldorf inzwischen die drittteuerste Wohnstadt in Deutschland. Um die Anbindung an die Autobahn 44 zu optimieren ist eine Umgehungsstraße von der Kölner Straße bis hin zur Anrather Straße vorgesehen. Die neue, rund drei Kilometer lange Umgehung werde gut 16 Millionen Euro kosten. 60 bis 65 Prozent finanziere das Land. Derzeit würden die Antragsunterlagen erarbeitet, informierte Linne. Der verbleibende Eigenanteil für die Stadt (35 bis 40 Prozent) - 5,5 bis 6,5 Millionen Euro - soll mit Hilfe der Wohnstätte aufgebracht werden - aus dem Erlös aus den Grundstücksverkäufen. "Wir schütten das mit einer Dividende an die Stadt aus. Das ist mit dem Kämmerer bereits abgesprochen", erklärte Siegert. Der Aufsichtsrat der Wohnstätte AG mit dem neuen Vorsitzenden Jürgen Hengst (SPD) begrüße die Aktivitäten in Fischeln, erklärte der Vorstand.

Am 17. Februar 2016 wollen Linne und Siegert die Einzelheiten in der Sitzung des Planungsausschusses vorstellen und sich grünes Licht aus der Politik holen, um den eingeschlagenen Weg fortzusetzen. Für das gesamte Wohngebiet, in dem auch mehrere Privateigentümer Flächen besitzen, werden vier, fünf oder sogar sechs Bebauungspläne nötig, um Baurecht festzuschreiben. Für das Verfahren bis zur Rechtskraft werden mindestens zwei Jahre benötigt. Danach will die Wohnstätte sofort mit der Anlage von Baustraßen und der Vermarktung der Grundstücke beginnen. "2018 dann sind die Käufer auf ihren Baustellen aktiv", prognostizierte Linne.

Quelle: RP
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