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Krefeld
Stadt siegt gegen Katzenschutzbund

Krefeld: Stadt siegt gegen Katzenschutzbund
Wilde Katzen dürfen auf dem Krefelder Hauptfriedhof künftig nicht mehr gefüttert werden. FOTO: dpa
Krefeld. Das Verbot der Fütterung wilder Katzen auf dem Krefelder Hauptfriedhof ist rechtens. Das wurde der Stadt nun gerichtlich bestätigt.

Im Konflikt um die Fütterung von verwilderten Katzen auf dem Hauptfriedhof hat die Stadt ihre Position gegenüber dem Krefelder Katzenschutzbund gerichtlich bestätigt bekommen. Sowohl das Verwaltungsgericht Düsseldorf als auch das Oberverwaltungsgericht Münster haben bestätigt, dass das Füttern von Katzen nicht dem Friedhofszweck entspricht, teilte die Stadt jetzt auf Anfrage unserer Redaktion mit. Die Stadt hatte die Duldung der Fütterung 2014 zurückgenommen, woraufhin der Katzenschutzbund Klage auf Beibehaltung des Duldungszustands eingereicht hat. Unsere Redaktion hatte zuletzt im Mai 2015 von dem Konflikt berichtet - damals hieß es, es würden 17 Katzen auf dem Friedhof leben.

Hintergrund: Seit den 90er Jahren - so die Stadt - schwelt der Konflikt zwischen Katzenschutzbund und Stadt um die Fütterung von wilden Katzen auf dem Hauptfriedhof. Zuletzt hat es nach Darstellung der Stadt massive Beschwerden von Friedhofsbesuchern über die Folgen der Fütterung gegeben. So sollen durch die Futterreste andere Tiere wie Krähen angelockt werden. "Der Katzenschutzbund wurde mehrfach gebeten, die Fütterungen der Katzen einzustellen und die Futterhäuser abzubauen", erläuterte die Stadt gestern.

Aus Sicht der Stadt ist der Katzenschutzbund mit seiner Strategie, die Zahl der Katzen auf dem Friedhof zu begrenzen, gescheitert. Die Stadt ist demnach den Katzenfreunden "im Rahmen informeller Abstimmungen" entgegenkommen und hat dem Verein erlaubt, "Maßnahmen zur Reduzierung der Katzenpopulation (Füttern, Einfangen, Kastrieren) an zwei festgelegten Stellen" durchzuführen. "Leider waren die vom Katzenschutzbund geplanten Maßnahmen nicht erfolgreich", bilanzierte ein Sprecher der Stadt gestern, "überdies werden Katzen durch die Fütterungen standorttreu gehalten". Die Stadt hat die Strategie gewechselt und will die Betreuung der Katzen auf dem Friedhof stoppen. Die bisher getroffenen Abstimmungen seien "lediglich informeller Natur ohne Rechtsanspruch auf Fortführung der Maßnahmen", heißt es dazu, "diese können jederzeit von der Friedhofsverwaltung beendet werden". Die Verwaltung stimmt derzeit intern die weitere Vorgehensweise ab, "da trotz der bestehenden und dem Katzenschutzbund bekannten Gerichtsurteile die Fütterung der Katzen nicht eingestellt wurde", heißt es weiter.

Der Katzenschutzbund setzt sich für eine Katzenschutzverordnung ein, die die Besitzer freilaufender Katzen verpflichtet, ihre Tiere kastrieren und kennzeichnen zu lassen. Die UWG im Rat unterstützt das Projekt. Sie will einen entsprechenden Antrag aus dem Jahr 2013 nun erneut auf den Weg bringen.

(vo)
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