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Krefeld
Stadt will Eis-Traglufthalle mieten

Krefeld: Stadt will Eis-Traglufthalle mieten
Üben in der Rittberger-Halle für eine musikalische Zeitreise zum 75. Geburtstag des Eissports: Seit 2016 ist diese wegen Mängeln im Kühlsystem nicht mehr nutzbar. Jetzt soll eine Eisfläche in einer mobilen Halle für Ersatz sorgen. FOTO: Lammertz
Krefeld. Die Stadtverwaltung wird in diesem Jahr keine belastbaren Zahlen zum Neubau oder zur Sanierung von Rittberger- und Rheinlandhalle vorlegen. Die Amateure der Eissportvereine können kurzfristig auch in den Königpalast ausweichen. Von Joachim Niessen

Eine Entscheidung über Sanierung oder Neubau der Rittberger- und der Rheinlandhalle wird es in diesem Jahr nicht geben. Das erklärte Sportdezernent Thomas Visser in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses. Parallel ist die Verwaltung auf der Suche nach einer "mobilen Eisfläche", die den Vereinen - mit Blick auf die gesperrte Rittbergerhalle - übergangsmäßig zur Verfügung gestellt werden kann. "Es gibt Unternehmen, die entsprechende Anlagen anbieten, die man in kleineren Varianten auch von Weihnachtsmärkten kennt", so Visser. Die Stadt will hierfür einen "größeren sechsstelligen Betrag" zur Verfügung stellen. Unterstützung gab's für den Dezernenten vom Ausschussvorsitzenden Jürgen Wettingfeld (CDU): "Wir arbeiten gemeinsam daran, den Eissport in Krefeld am Leben zu halten. Die Zentrale Frage ist aber, wie wir die finanziellen Probleme gelöst bekommen."

Fakt ist: Die Hallen sind mehr als 60 Jahre alt, an beiden nagt der Zahn der Zeit. "Krefelder Vereine betreiben Eishockey, Eiskunstlauf und Eisstockschießen, die Eisflächen sind daher vor allem für den Amateurbereich dringend erforderlich", ergänzte Visser. Beide Hallen seien bisher stets zwischen sechs und 22 Uhr belegt gewesen. Dann kam das Problem um die defekte Ammoniakanlage in der Rittberger-Halle, die seit 2016 nicht mehr nutzbar ist und auch schon in den Jahren zuvor immer wieder aufgrund von Mängeln im Kühlsystem geschlossen werden musste. "Dessen Wände sind mittlerweile so dünn, dass es ohne Gefährdung nicht mehr betrieben werden kann", sagte Visser. Damit habe sich die Eisfläche für die entsprechenden Vereine quasi halbiert, was für die Amateure zu wenig sei. Ein weiteres Problem: Das Kühl- und Elektrosystem für beide Hallen wird aus Anlagen in der Rittbergerhalle betrieben. Derzeit stellt die Verwaltung Köstenpläne für eine Sanierung oder den Neubau beider Hallen gegenüber. "Das erfordert Zeit", betonte Visser. Zuverlässige und belastbare Vergleichszahlen seien erst im kommenden Jahr zu erwarten. In einer ersten Stellungnahme beziffert die Verwaltung die Kosten für eine Sanierung beider Hallen auf 16 Millionen Euro, ihr Neubau würde rund 35 Millionen Euro betragen. Doch um genaue Zahlen sowie den baulichen Zustand exakt zu ermitteln, braucht die Stadt externen Sachverstand. In einer Einschätzung im Mai hatte der Dezernent allerdings einen Neubau favorisiert.

Doch schon die Frage der benötigten Zuschauerplätze in einer neuen Halle ist nicht abschließend geklärt. Auch müsse der langfristige Bedarf an Eisflächen in Krefeld ermittelt werden. "In diese Überlegungen muss auch zwingend der Königpalast einbezogen werden", so FDP-Chef Joachim C. Heitmann. "Wir reden hier schließlich über Hallen und deren Auslastung für die nächsten Jahrzehnte." Sportdezernent Visser versicherte, dass die Verwaltung alle Möglichkeiten "ergebnisoffen" prüfen werde.

Um die größten Engpässe der Eissportvereine zu linden, hat die Stadt mit der Seidenweberhaus GmbH als Betreiber des Königpalastes gesprochen, die dort Eiszeiten - außerhalb der Nutzung durch die Pinguine - zur Verfügung stellt. "Dafür müssen wir als Stadt bezahlen, allerdings sparen wir Energiekosten durch die derzeit nicht genutzte Rittbergerhalle ein", beschreibt der Beigeordnete die Situation. Zusätzlich prüft die Verwaltung den kurzfristigen Aufbau einer "Eishalle in einer Traglufthalle auf der grünen Wiese". Der mögliche Standort ist offen.

Quelle: RP
 
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